Es gibt vier bis fünf Tracks auf diesem hermetischsten, schmutzigsten, rauschigsten aller GbV-Alben, die einsame Klasse sind - trotz des Kratzen, Knatterns, der (gewollten) Fehler, die beim nachlässigen Homerecording eben mal auftauchen. Auch die Lyrics schlagen vermutlich 99,9 Prozent von allem, zu was amerikanische Songwirte und -einschenker in der Lage sein können. Doch der Lärmfaktor, total unverständliches Geschrei, das hinter Geräuschwänden versickert, Bandfehler und - sagen wir es ruhig - mieseste Aufnahmequalität (ich weiß, alles Absicht, aber trotzdem klingt es schrecklich) aus dem damaligen Pollardschen Haus in der Titus Street sorgt für Schmerzensgrimassen beim Hörer. Doch dann diese Juwelen zwischendrin, selten länger als 90 Sekunden. "Wondering Boy Poet" ist so ein Track. Zunächst unscheinbar, mit Dreck unter den Fingerkuppen. Tatsächlich einer der allerbesten Songs von GbV, wobei mir die Fassung mit Klavierbegleitung besser gefällt. Auch "Marchers in Orange" --- enorm! Diese Glanzleistungen von "Vampire on Titus" hätten eine phänomenale EP ergeben. Doch es ist ein Album geworden - und genau das ist das Problem.
Das Gute aber ist: Auf CD ist es gekoppelt mit "Propeller", das offenbar immer noch einige für das beste GbV-Album halten, was gelinde gesagt dissonanter Quatsch ist. Gut ist es allemal. Es enthält z. B. die schnell geschnittene Abfolge von Songs für ein Album ("Back to Saturn X"), das nie erschienen ist, natürlich das wunderschöne "14 Cheerleader Coldfront" mit hier richtig passendem Rauschen. Ich gehe mal davon aus, dass das hier die Fassung mit beiden LPs auf einer CD ist. Meine Bewertung bezieht sich aber nur auf "Vampire on Titus". Zusammen mit "Propeller" wären es knapp vier Punkte (denn so richtig warm bin ich auch nicht mit dem besseren von beiden geworden).