Ich hatte mich schon seit langem auf diesen Manga gefreut, denn bereits in Merupuri hat mich Matsuri Hino mit ihren bestechend detaillierten Zeichnungen und ihren sympathischen Charakteren bezaubert. Und Vampire Knight hält was er verspricht, er ist nicht umsonst einer der ganz großen Kassenschlager in Japan.
In Vampire Knight geht es, wie der Titel schon sagt, um Vampire. An der Cross Academy, einer Elite-Privatschule, gibt es rund um die Uhr Unterricht, denn am Tag gehen die Menschen dort zur Schule und nachts die Vampire. Damit nichts in "Unordnung" gerät, sorgen beim "Schichtwechsel" morgens und abends zwei Wächter - die 16jährige Yuki und der gleichaltrige Zero - für einen reibungslosen Ablauf. Natürlich sind alle weiblichen Schülerinnen der Day Class (und nicht nur die *grins*) von dem betörend guten Aussehen der männlichen Schüler der Night Class ganz verzückt und Yuki und Zero haben alle Hände voll zu tun. Diese beiden wurden vom Rektor adoptiert und sind sozusagen Geschwister. Nur sie wissen um das Geheimnis der Night Class, alle anderen, die Schüler und Lehrer der Day Class sind dagegen völlig ahnungslos. Dieses ungewöhnliche Projekt soll dafür sorgen, dass Menschen und Vampire in Zukunft in friedlicher Koexistenz miteinander leben können. Um den Blutdurst in Schach zu halten, bekommen die Vampire Bluttabletten zum Einnehmen. Das klingt in der Theorie zwar schon ganz schön, aber die Realität sieht dann doch anders aus und macht natürlich den Reiz dieser Mangaserie aus.
Interessant wird die Geschichte schon im ersten Band als sich herausstellt, dass Zero, dessen Eltern vor 4 Jahren von Vampiren getötet wurden und er als einziger überlebt hat, damals ebenfalls gebissen wurde und die langsame Verwandlung in einen Vampir nun so gut wie abgeschlossen ist. Bisher galt er als größter Vampirhasser. Es kommt auch zu einem ersten blutigen Zwischenfall. Yuki hingegen ist bereits seit 10 Jahren bei Rektor Kurosu. Sie wurde ebenfalls von einem Vampir angegriffen, aber bevor der sie beißen konnte, ist sie von Kaname gerettet worden. Kaname ist sozusagen der blaublütigste Adel unter den Vampiren der Night Class, denn das Blut seiner Ahnen wurde noch nie mit Menschenblut vermischt. Bereits von Anfang an ist dem Leser klar, dass Yuki mehr als nur Bewunderung und Dankbarkeit für Kaname empfindet, aber im Laufe der Geschichte gewinnt auch Zero immer mehr ihrer Aufmerksamkeit. Ich denke diese Dreierbeziehung wird langfristig in der Serie für komplizierte Verwicklungen und Spannung sorgen und die Leser in Atem halten.
Matsuri Hino lässt sich mit der Einführung ihrer zahlreichen Charaktere viel Zeit. Im 1. Band sind vorerst nur Yuki, Zero und Kaname die Hauptcharaktere. Vermutlich werden in den nächsten Bänden die weiteren Charaktere langsam vorgestellt. Dieser bedächtige, sorgfältige Aufbau wird die Serie ebenfalls langfristig zum Dauerbrenner machen.
Und zum Schluss will ich auf das kommen, was den besonderen Zauber an Vampire Knight ausmacht, denn zu der interessanten Geschichte kommt nämlich die außergewöhnliche Optik Matsuri Hinos hinzu. Diese zeichnet sich durch Detailversessenheit, schön gestaltete Hintergründe und feiner Strichführung aus. Die Mangaka ist wohl das zurzeit größte Nachwuchstalent und ihre Zeichenqualität kann mühelos mit der von You Higuri und Kaori Yuki mithalten.
Dieser Manga ist eines der ganz großen Highlights 2007, den ihr euch auf gar keinen Fall entgehen lassen solltet! Der einzige Wehrmutstropfen ist nur, dass der 2. Band erst im Winterprogramm 2007/08 erscheint, also frühestens im Herbst.