Kurz zum Inhalt:
Seit dem letzten Auftritt von David Valentine sind 3 Jahre vergangen und er ist vom Kommando Süd desertiert. Alte Weggefährten spüren ihn allerdings auf und bringen ihn dazu, einen Spezialauftrag zu übernehmen: er soll sich an die Ostküste der USA begeben und dort nach dem Verbleib der Weltenweber erkundigen. Diese für die "Erschaffung" der Widerstandskämpfer vom Typ Wolf, Katze oder Bär verantwortlichen außerirdischen Helfer sind nämlich alle verschwunden. Ein Ansatzpunkt seiner Suche ist ein Militärführer des Widerstands namens Adler (ein Bezug zwischen dieser Person und dem Titel des Romans ist aber nicht erkennbar), der die Kur im Bereich Seattle erheblich unter Druck setzt.
David zieht wieder einmal los auf eine gefahrvolle Reise, lernt neue Freunde kennen, verpflichtet sich dem Pazifik-Kommando, begeht Befehlsverweigerung, kommt in ein Strafbatallion, desertiert, wird verfolgt usw. usw. ...
Leider ist dies der erste Band der Vampire Earth - Serie, der mich enttäuscht. Dabei geht es aus meiner Sicht um zwei wesentliche Punkte:
a) Zum einen handelt es sich zum wiederholten Male um einen Auftrag des Protagonisten hinter den feindlichen Linien. Irgendwie war das alles schon mal da. Natürlich gibt es neue Facetten, aber der Autor macht daraus zu wenig. Insgesamt fehlt hier leider die Innovation. Hinzu kommt, das wesentliche Elemente der letzten Romane leider nur kurz angerissen werden. Dazu folgendes Beispiel: Roman 5 endet mit dem Cliffhanger, dass David ein frisch geborenes Schlächterbaby in seinen Händen hält. Dort hätte man im Band 6 gut ansetzen können. Stattdessen erfährt man in einem sehr kurzen Intermezzo, dass David das nun fast 3 Jahre alte Kind bei Freunden versteckt hat. Das wars. Ebenfalls nebenbei erfährt man auf einer halben Seite, was aus Davids großer Liebe Malia auf Haiti geworden ist. Und sein Grog-Freund Anh-Ka taucht überhaupt nicht auf (obwohl zwischenzeitig 3 Jahre vergangen sind?!).
b) Zum anderen erhoffe ich mir, dass die zentrale Geschichte - der Kampf der Menschen gegen die Kur - weiter voranschreitet. Wer gewinnt am Ende, gibt es Hoffnung? Davon ist in diesem Roman leider nichts zu erkennen. Er liest sich für den Kenner der Serie zwar insgesamt kurzweilig, bietet aber absolut nichts Neues. Nachdem ich schon beim 5. Band erste Zweifel bekam, versinkt das Ganze langsam aber sicher im Mittelmaß.
Unterm Strich habe ich mich zwar nicht gelangweilt, hatte aber den Eindruck, der Autor musste hier auf die Schnelle ein neues Werk abliefern. Ich warte mal den 7. Band ab - geht es dort so weiter, so werde ich vermutlich aus dieser Serie aussteigen.