Chicago, 1936: Die Stadt wird von Gangsterbanden beherrscht. Am Ufer des Michigan-Sees kommt Jack Fleming, ein arbeitsuchender Journalist aus New York, zu sich, ohne Erinnerung, was ihm zugestoßen ist. Wenig später findet er heraus, dass er nicht nur von Gangstern ermordet wurde, sondern auch noch als Vampir erwacht ist.
Die Suche nach seinem Mörder beginnt. Denn wenn er sich auch an alles aus seinem Leben erinnern kann, so liegt sein gewaltsamer Tod im Dunkel.
Bei seinen Ermittlungen ist ihm Charles Escott, behilflich. Der britische Privatdetektiv, der gerne an seine kurze aber steile Karriere als Schauspieler einer Shakespeare-Truppe zurückdenkt, hat durch Zufall Jacks Geheimnis entdeckt. Charles hat gute Manieren, Stil,einen genialen staubtrockenen Humor und er macht Jack auf sehr ungewöhnliche Art ein Freundschaftsangebot.
Während Charles ganz unvoreingenommen den „Vampir" akzeptiert, ist Jack sehr darauf bedacht, seine Menschlichkeit zu wahren. Er ist nun mal immer eine gute Seele, ein grundehrlicher Kerl gewesen und kann auch als Untoter nicht aus seiner Haut. So plagen ihn denn auch Gewissensbisse, als er seine Kräfte unterschätzt und einen Gangster ziemlich heftig ins Jenseits befördert. Allerdings zerbricht er nicht an seinem „Schicksal", sondern ist sogar für eine rabenschwarze, humoristische Einlage im Nachtclub eines Gangsterbosses zu haben, die diesen an den Rand des Wahnsinns treiben.
Mir hat der Roman viel Vergnügen bereitet! Sowohl die Dialoge und als auch Charaktere sind hervorragend gezeichnet und werden nicht zugunsten von Sex und Weltenschmerz plattgedrückt.
Die Story wird spannend und überzeugend erzählt. Sie kommt auch ohne opulenten historischen Hintergrund, der bis in die ältesten Mythen der Menschheit zurückreicht, aus. Womit ich beim wohl unverzichtbaren Vergleich mit Anne Rice ankomme.
Nein, P.N. Elrod ist nicht mit Rice zu vergleichen - denn schon bei „Der rote Tod" habe ich für mich festgestellt, dass die Ära Rice wohl endgültig zuende geht.
Fazit: Mit Autorinnen wie P.N. Elrod können wir auf eine wirklich neue Vampir-Epoche ohne schwülstige Auswüchse freuen. Jack und Charles sind ein klasse Team, das trotz der übersinnlichen Kräfte von Jack nicht immer mit heiler Haut davonkommt. Das macht sie sympathisch und glaubhaft.