Noch nie war ich so unschlüssig, was die Bewertung eines Buches betrifft. Ich weiß einfach nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll.
Aber zuerst zum "Technischen". Ich nehme an, bei Books on Demand wird das Manuskpript eines Autors ohne weitere Prüfung gedruckt, denn nur so kann ich mir die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler erklären. So wurden z. B. die Wörter "dass" und "das" sehr häufig falsch geschrieben, statt "in Gedanken" stand da "im Gedanken" und die Bedeutung des Wortes "verklärt" scheint der Autorin nicht bekannt zu sein. Verklärt bedeutet "beglückt" und nicht, dass einem etwas klar wird. Ich bin kein Rechtschreibfreak, aber ich denke, jeder, der die Rechtschreibung einigermaßen beherrscht, fühlt sich beim Lesen durch so viele Fehler doch ein wenig gestört und das Ganze wirkt dadurch etwas unprofessionell.
Der Schreibstil und die Ausdrucksweise sind manchmal etwas holprig, aber im Großen und Ganzen in Ordnung.
Und nun zur Geschichte selbst. Die Grundidee, dass eine junge Frau in Irland durch den Kauf eines abgelegenen Hauses den darin lebenden Vampir als Untermieter übernimmt, gefiel mir gut.
Zuerst befürchtete ich schon, dass Kathleen ziemlich dumm ist, da sie bei ihrem Einzug plötzlich eine unerklärliche Abneigung gegen das Haus verspürt und sich fragt, ob der Traum schuld daran ist, weil ihr Haus genauso aussieht, wie das Haus in ihren Träumen. Aber sie denkt sich dann, dass das ein dummer Zufall ist. Tja also, wenn ich seit Jahren einen Albtraum hätte, in dem ich in einem brennenden Haus eingeschlossen bin, würde ich nicht denken, dass es sich um einen Zufall handelt, wenn ich vor genau diesem Haus stehe. Noch weniger käme ich auf die dumme Idee, dieses Haus zu kaufen. Weitere Dummheiten leistete sich Kathleen dann Gott sei Dank nicht mehr, wenn man ihre völlig selbstlose Liebe zu Aengus nicht als solche bezeichnen will.
Aengus ist keiner von den typischen "Kuschelvampiren" und das ist ganz gut so. Er hat durchaus charmante Seiten, aber letztendlich ist für ihn nur eines wichtig, und das ist er selbst. Das machte ihn mir nicht unsympathisch, aber ins Herz schließen konnte ich ihn auch nicht. Seine angebliche Liebe zu Kathleen reichte nicht mal aus, um wenigstens einen Versuch zu ihrer Rettung zu unternehmen. Das störte mich dann doch.
Die Handlung an sich wäre eigentlich nicht schlecht gewesen. Es gab auch ein paar schöne Szenen. Aber das weitere Schicksal eines solchen Helden interessiert mich nicht, deshalb werde ich auf die Fortsetzung verzichten.