Seit Benjamin Graham ist Value Investing fast schon die Garantie dafür, an der Börse erfolgreich zu sein. Die Prinzipien hinter dieser Philosophie sind einfach, vielleicht ist das aber auch der Grund, warum der Erfolg Warren Buffetts, der ebenfalls der Value-Denke nachgeht, nicht unendlich viele Nachahmer findet. Value Investing ist schlichtweg einfach in der Anwendung, aber mit sehr viel Mühe verbunden in der Analyse.
Value Investing fußt auf zwei wesentlichen Prämissen: Zunächst wird gefragt, was etwas wert ist (Innerer Wert), daneben wird 'Kein Geld Verlieren' (Sicherheitspolster) postuliert. Diese Einfachheit ist bestechend, und kommt an mehreren Punkten im Buch sehr schön heraus. Wenn Browne Beispiele wie jenes der Microsoft-Aktie zitiert, die 1999 einfach zu teuer war, trotz des enormen Wachstums, dann wird schnell deutlich, warum Value-Investoren dieses Papier zur Hochzeit des Internet-Booms gemieden haben wie der Teufel das Weihwasser. Der Innere Wert des Unternehmens war zwar gewachsen, wurde allerdings von der Börse völlig überbewertet. Microsoft jedenfalls war kein Value-Investment mehr, sondern zu teuer. Keine der Internetaktien hätte einer Betrachtung nach der Inneren-Wert-Methode standgehalten. Die Bestimmung des Inneren Wertes eines Unternehmens, so Browne, sei vielen zu aufwendig, nur wenige würden diesen exakt berechnen. Andererseits kann ein Investor nur dann entscheiden, ob ein Papier an der Börse teuer oder billig gehandelt wird, wenn er den Vergleich zum Inneren Wert ziehen kann.
Das Buch vollzieht sehr schön nach, wie Value-Investoren ticken, was sie umtreibt und in welchen Kategorien sie Anlagegüter 'denken'. Viele Value-Investoren sind auch deshalb so erfolgreich, weil sie auch das große Ganze im Blick haben und rechtzeitig die richtigen, wegweisenden Weichenstellungen tätigen. Eine wesentliche Facette, die für den Erfolg von Value Investoren verantwortlich zeichnet, ist es, sich konsequent gegen die Masse zu stellen und dies auch diszipliniert durchzuhalten. Vieles an der Börse wird vom Herdentrieb bestimmt, vieles passiert deshalb, weil alle in die gleiche Richtung rennen. Browne kann hier sehr schön mit Beispielen und kleinen Anekdoten die klassischen Anlegerfehler benennen. Hieraus wiederum wird ersichtlich, was einen erfolgreichen Value Investor von einem 'normalen' Anleger unterscheidet. Mit leicht verständlichen Worten wird der Privatanleger an die Hand genommen. Ihm werden Denkanstöße gegeben, wie sich Investieren auch anders begreifen lässt.
Um eine gewisse Bilanz-Festigkeit kommen Value Investoren nicht herum, für Browne muss eine Bilanz dem Gesundheitscheck bestehen, damit sie ins Portfolio von Buffett & Co. wandern kann. Das Buch kann sehr schön nachzeichnen, auf welche Punkte Anleger besonders achten müssen, es sind dabei abermals relativ einfache Faktoren, die über Wohl oder Übel eines Investments entscheiden können. Warren Buffett wird nachgesagt, binnen fünf Minuten Stärken und Schwächen einer Bilanz lesen zu können ' das allerdings kann das Buch nicht leisten.