Indica ist eine finnische Band, bestehend aus 5 Frauen: Jonsu (Gesang, Violine), Jenny (Gitarre), Heini (Bass), Sirkku (Keyboard) und Laura (Drums). Die Band ist schon lange Zeit in Finnland erfolgreich, über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde sie erst mit der Nightwish-Tournee, bei der Indica als Vorband spielte. Dort wurde auch ich auf sie aufmerksam und kaufte 2 CDs: "Valoissa" und das englische "A Way Away". Während Letzteres kaum noch aus meinem CD-Player herauskam, tat sich erstere zunächst schwerer.
Besonders die finnische Sprache bereitete mir zu Beginn Schwierigkeiten, da ich eben keine Wort davon verstehe. Dennoch setzten sich die Songs von "Valoissa" nach und nach im Ohr fest und mittlerweile laufen die beiden CDs ungefähr gleich oft. Natürlich werde ich auch den unvermeidlichen Vergleich zwischen den finnischen Originalen und den englischen Neuauflagen ziehen (es gehört einfach dazu), da es aber nur 4 Songs sind, sei mir das verziehen.
Wie bereits erwähnt kann ich kein Finnisch und beziehe mich daher lediglich auf die Musik und nicht auf die Texte. Bei den Songs, die auf "A Way Away" mit englischen Texten und überarbeiteten Melodien neu aufgelegt wurden, erwähne ich den englischen Titel in eckigen Klammern.
Elä [As If] (10/10): Bereits auf "A Way Away" einer meiner Favoriten - das finnische Original kracht genauso. Wahnsinnsopener, der Lust auf mehr macht!
Pahinta tänään [Straight And Arrow] (10/10): Stets der Abschluss der Indica-Konzerte, auch ein sehr eingängiger Rocksong, auf Finnisch genauso klasse.
I O h myöhässä (9/10): Ein etwas poppigerer Song, sehr flott und gelungen.
Hiljainen maa [Children Of Frost] (10/10): Der erste etwas ruhigere Song ist schön melancholisch und getragen, in der finnischen Version wirkt der Song etwas kantiger, die englische Version ist ein wenig gefühlvoller - beide Male sehr gelungen.
Askeleet (7/10): Ein sehr mysteriöser, fremdartiger Song, bei dem mich zuerst das andauernde Atmen gestört hat. Mittlerweile gefällt er mir ganz gut, aber Indica hat bessere Balladen.
Sanoja (10/10): Ein Riesenkracher von Anfang an - super rockig und tolle Gesangsmelodien.
Valoissa [In Passing] (7/10): Hier gefällt mir die englische Neuauflage deutlich besser, da diese viel gefühlvoller und bewegender (auch dank des Klaviers) wirkt. Das finnische Original klingt für mich teilweise unfreiwillig komisch.
Täältä pois (8/10): Fetziger Rock'n'Roll-artiger Song, der am Ende einen etwas überlangen Instrumentalteil hat, dennoch immer wieder gut.
Pyromaani (9/10): Wieder etas melancholischer, besonders die instrumentalen Melodien gefallen mir hier sehr gut.
Hämärää (10/10): Eine wahnsinnig gute, wunderschöne Ballade, Gänsehaut pur von Anfang bis Ende. Für mich eine der schönsten Balladen der letzten Zeit - zumindest, was Melodie und Atmosphäre angeht, den Text verstehe ich ja leider nicht.
Ei enää (7/10): Der sehr ruhige Ausklang des Albums, nicht schlecht, aber ohne besondere Höhepunkte.
Festzuhalten ist, dass "Valoissa" keinen einzigen Totalausfall bietet und dass das Finnisch kein Hindernis ist, denn die Melodien sind so gut und Jonsus Stimme klingt auf Finnische schön mysteriös, dass einem das fehlende Textverständnis völlig egal sein kann.
Es gab viele, die bemängelt haben, dass Indica mit "A Way Away" kommerziell geworden sind und sich dem Mainstream angepasst haben. Kommerziell war die Band schon immer - schließlich hat sie in Finnland mehrfach Platin abgeräumt und unglaublich hohe Verkaufszahlen erreicht. Da "Valoissa" das letzte finnische Album vor "A Way Away" war, lässt sich eines mit Sicherheit sagen: Die Band hat sich weiterentwickelt und verändert und dies nicht zum Schlechteren.
Die finnischen Songs klingen kantiger, natürlicher, mysteriöser, die englischen sind besser produziert, wuchtiger (auch dank Orchester) und die Texte lassen sich gut mitsingen. Beide Alben haben viele Vor- und kaum Nachteile. Für die Zukunft würde ich mir vielleicht eine Mischung wünschen aus englischen Songs und finnischen Songs. Das würde allerdings leider den internationalen Durchbruch erschweren - was zeigt, wie englisch-fixiert die Musikbranche leider ist.
Gerade auch deswegen lohnt sich "Valoissa": Es ist eine CD, wie man sie vermutlich noch nie gehört hat.
Fazit: Sehr empfehlenswert, besonders wertvoll!