Nachdem ich, wie immer, die ersten drei Seiten im Buchhandel gelesen hatte, war für mich klar: Das Buch kannst Du kaufen.
1. Es kommen breitschultrige Helden vor.
2. Kann man über sie lachen.
3. Fühle ich mich atmosphärisch gut im Tal aufgehoben.
Na und Bartimäus fand ich auch grandios. Also was sollte schon schief gehn? Nachdem ich das Buch gestern ausgelesen habe, fällt mir leider einiges dazu ein. Aber zunächst das Positive:
Die Charactere sind sehr schön gezeichnet. Mit dem Protagonisten freundet man sich schnell an, von seiner Gefährtin ist man hingerissen und die alten Helden, deren Geschichten eingeschoben werden, sind, wie es sich gehört, in jedem Sinne sagenhaft. Alles stimmig soweit. Leider hapert es an der Story.
Ich denke, ich verrate nicht zuviel, wenn ich sie kurz zusammen fasse: Hal (der Protagonist) wächst auf dem Hof seines Stammes auf (was die meiste Zeit in Anspruch nimmt), wandert an das andere Ende des Tals um sich an jemandem zu rächen, kommt zurück und erwartet die Gegenrache, die dann ausgefochten wird. Viel mehr passiert nicht.
Außer natürlich den Geschichten um den eigentlichen Aufhänger, den mysteriösen Wesen aus den Bergen, deren Geheimnis allein mich über seitenlange Dialoge hat kommen lassen, ob sich Gefährtin Aud nun dieser oder jener Aktion anschließen sollte oder nicht. Ich meine, gut, die Spannung halten diese Wesen also oben, aber nachdem ich hunderte von Seiten langatmiger Beschreibungen des Dorflebens etc. hinter mich gebracht habe (um, wie gesagt, einmal durch das Tal und zurück zu kommen), will ich auch eine stimmige Auflösung des Bergwesenmysteriums haben. Auf den letzten 50 Seiten kommen die dann zwar vor - hier übrigens der Dialog mit einem der Wesen, welcher mich erfrischend an Bartimäus erinnert hat-, aber von einer befriedigenden (entschädigenden) Auflösung kann nicht die Rede sein. Entweder Stroud ist nichts eingefallen, oder er will, dass ich auf Valley 2 warte. Ich werde das jedenfalls nicht tun. Fazit: Solides Buch ohne Höhepunkte.