Die gute Nachricht vorweg: Dies ist der letzte Band von Valerian & Veronique.
Ich sage dies nicht als Verächter der Serie, im Gegenteil, das Frühwerk und die Nummern 1-10 gehören für mich zum Besten, was in den letzten 50 Jahren auf dem Comicmarkt erschienen ist.
Brillante Zeichnungen (spätestens ab "Im Reich der 1000 Planeten") kombiniert mit ebenso spannenden wie nachdenklich stimmenden Handlungen (ab "Das Land ohne Sterne").
Schon der erste Anlauf die Serie zu beenden (Bände 11 und 12) fiel ab, was danach kam war -vergleichbar mit Asterix- der rapide Verlust aller Stärken, die die Serie vormals auszeichnete.
Die Handlungen - überwiegend banal, mäßig motiviertes Spektakel, zum Ausgleich über mehrere Bände hin gestreckt-, die Zeichnungen immer routinierter, immer glatter, nicht mehr der Rede wert.
Und jetzt diese geistige Vierfruchtmarmelade als Schluss, mit weitem Abstand der schwächste Band der Serie.
Wer oder was die Steine sind, worin ihre Motivation besteht - muss nicht erklärt werden.
Warum diese allmächtigen Steine doch Verbündete benötigen - bleibt im Dunklen.
Dafür aber werden so ziemlich alle etwas prominenteren Figuren aus den ersten 20 Bänden wieder hervorgezerrt (z.T. exhumiert) und z.T. peinlichst gegen den Strich gebürstet (der herrliche Schurke Kombul ("Und hiermit ernenne ich Kombul, mich Kombul zum Herrscher der Galaxis" - ein Klassiker)zu einer Art frühpensionierten Gutmenschen degradiert, das schmerzt). Auch die Shinguz, die schon in den vorausgegangenen Bänden zu Schoßhündchen Veroniques verkommen waren, agieren weiter abziehbilderhaft.
In den früheren Bänden wäre Valerian für seine phrasenhaft-pathetische Rede zu Recht von einer der anderen Figuren ironisch abgekanzelt worden, jetzt ist sie großartig.
Wie oft wird die erzdumme Kindergarten-Phrase "Wir fürchten und vor nichts, niemals!" wiederholt?
Ach, schweigen wir über dieses Machwerk, nehmen wir die frühen Bände vor und genießen das, was "Valerian & Veronique" zu einem der großen Klassiker des Comics gemacht hat.