Wer sich aktuell und schnell, aber sorgfältig über "zivilreligiöse" Feste nicht nur informieren, sondern auch positionieren möchte, liegt mit diesem Buch mehr als richtig. Es enthält hilfreiche historische Informationen ebenso wie Impulse und Ideen, über die Entwicklungen und Einschätzungen zu diesen Festen ins Gespräch zu kommen: Woher kommen diese Feste? Was ist daran das Beste? Was ist problematisch? Wie, seit wann und wozu werden diese Feste gefeiert?
Sowohl der Valentistag, Vater- und Muttertag, Silvester und Halloween kommen zum Tragen, also auch eher profanere Festlichkeiten wie Karneval, 1. Mai, Einschulung, Schützen- und andere Volksfeste sowie Weihnachtsmärkte.
Die grundsätzliche Einführung in die Thematik von Thomas Klie enthält viele Annäherungen an eine zivilreligiöse Festkultur, bleibt aber in der christlichen Profilierung bzw. Positionierung insgesamt eher blass. Dagegen fallen Einfälle wie von Bernhard Dressler auf, der zum 1. Mai recht amüsant Vergleiche zwischen Gottesdiensten und DGB-Feiern zieht. Sehr tiefgründig ist der Beitrag zur Einschulung mit interessanten historischen Details. Weniger gelungen ist der Beitrag zu Halloween, der nicht wirklich über die historischen Ungereimtheiten und Ungenauigkeiten aufklärt, sondern das Fest eher versucht christlich zu rechtfertigen.
Ein anregendes Buch voller Impulse und Informationen zu einer Festkultur der Gesellschaft!