Wer dieses Buch kauft, erwartet vom bemühten „SM-Kultautor" Cagliostro einen Krimi der Extraklasse. Er wird bitter enttäuscht.
Denn was sich hier, auf der Streckbank des verlagseigenen Druckmodus weit über die Schmerzgrenze gedehnt, präsentiert, besteht zum größten Teil aus leeren Blättern. Eine jede Kapitelüberschrift bekommt großzügig ihre eigene, stets linke Seite, - was bei schreibe und staune 35 großzügig gesetzten Kapitel(chen) reichlich Freiraum schafft. (Für eigene Notizen vielleicht?) Auf den noch verbleibenden 164 (nicht selten auch nur halb) bedruckten Seiten quält sich mühevoll eine wirre, langweilige Handlung ihrem abstrusen Ende entgegen. Müßig, Inhaltliches schildern zu wollen - selbst der Autor verschwendet herzlich wenig Zeit darauf. Und beschränkt sich statt dessen konsequent auf Platitüden, Klischees und die endlosen eitlen Selbstgespräche des Ich-Erzählers. Eine Charakterisierung der Figuren findet kaum statt. An deren Stelle: Dialoge satt. Dumm nur, daß alle geschilderten Personen stets gleich „sprechen", oder treffender ausgedrückt, wortreich vor sich hin salbadern. Das macht die Unterscheidung schwierig, und das Lesen mühsam. Ob da nun die Jungdomina zu Wort kommt oder der rätselhafte Fremde: Sie alle befleißigen sich derselben, gestelzten Ausdrucksform und Wortwahl. Derjenigen des Erzählers nämlich. Was die wenig durchdachte Handlung auch nicht ansprechender macht, und das Unvermögen, Spannung zu erzeugen, keineswegs kaschiert.
Wer sich ins Genre des Krimis wagt, sollte vielleicht ein wenig aufmerksamer die Vorlagen studieren.
Auch der Lektor des Buches hat sich mit „Vagina dentata" übrigens kaum mehr als ein Armutszeugnis ausgestellt: Flüchtigkeitsfehler und Unaufmerksamkeiten wurden nicht entfernt; darf so z. B. eines der kurzen Kapitel im Inhaltsverzeichnis noch ein Pronomen sein eigen nennen, findet man es im Buch hernach schon gänzlich ohne wieder. Man merkt es diesem Ultrakurzroman an, daß er mit schneller Feder geschrieben - und mit nicht minder achtlos-rasanter wohl auch korrigiert worden sein muß.
Alles in allem ein lieblos zusammengeschustertes, leider recht „lausiges" Werk, daß seinen Preis beim besten Willen nicht wert ist. Von einem derart vollmundig angekündigten „Anti-Porno-Krimi" habe ich mehr erwartet.
Statt kaufen, lieber ausleihen, lesen (geht ja schnell bei so wenig Substanz) - und sich kopfschüttelnd wundern, wie teuer so viel Leere sein kann ... Das schönste an diesem Buch ist bei weitem noch der Klappentext.