Eigentlich möchte Olga aus Triest "nur" ihrem Enkel, der zum Studium vorübergehend in die USA gegangen ist, einen Brief schreiben. Zu diesem Enkel hat Olga ein besonderes Verhältnis, da sie den Jungen nach dem frühen Unfalltod ihrer Tochter praktisch alleine groß gezogen hat. Zunächst steht nun das nach der Pubertät des Jungen offensichtlich immer gespanntere Verhältnis von Großmutter und Enkel im Mittelpunkt der tagebuchartigen Einträge Olgas.
Doch nach und nach entwickelt sich in einem streckenweise ergreifend geschilderten Prozess schliesslich eine umfangreiche und offene Lebensbeichte Olgas, bei der die sympathische, aber zeitlebens eher unglückliche "nonna" allerlei unerwartete (psychologische) Leichen aus dem Keller ihrer Seele holt und so nochmals ihr Leben inklusive langer Lebenslügen und deren Folgen für Ehemann und Kinder Revue passieren läßt; hierbei wird auch die prägende Kraft der Zeitläufte und Mentalität des 20. Jahrhunderts - vom Zweiten Weltkrieg bis hin zur 68er Bewegung - gewinnbringend herausgearbeitet.
Die Geschichte selbst ist durchaus ergreifend, wenn auch - zumindest für mich als eher rationelleren Typen ;-) - an manchen Stellen grenzwertig sentimental verfasst. Eine Lektüre lohtn dennoch, denn, wie bei der Reihe der "Easy Readers" üblich, gefällt der schmale Band zudem durch gute Worterklärungen (sowohl durch Paraphrasen in Fußnoten als auch durch erläuternde Illustrationen) und einen abschließenden Teil von Fragen zum Text selbst, welche die Lektüre für den "Sprachschüler" wesentlich erleichtern.