"Die Happy" formierten sich zu einer Zeit, in der englischsprachige Bands aus Deutschland, wie die "H-Blockx" oder "Guano Apes", ihre ersten Erfolge feierten und über den Verlauf manch gewichtiges Wort in Sachen nationaler Rockszene mitzureden hatten. Die Initialzündung kam letztlich mit der Veröffentlichung der Single "Supersonic speed" Ende 2000 und obwohl gerade die Vergleiche mit der Hard Rock/Rapcore Formation um Sandra Nasic nicht enden wollten, ist es interessant festzustellen, dass "Die Happy" viele, vermeintliche Wegbegleiter überdauert haben. Während sich heutige Newcomer an Trends und Märkten orientieren müssen, um sich im Haifischbecken namens Musikbusiness nur ein wenig Gehör zu verschaffen - Medien wie MySpace können hierbei gleichermaßen Fluch und Segen sein - können die Wahlberliner/-hamburger mit jedem weiteren Album auf eine bereits vorhandene und grundsolide Zielgruppe in Form von alteingesessenen Fans vertrauen. Ein Indiz dafür, dass sich der Sound der Band, nimmt man die härteren Ausflüge auf "No nuts no glory" raus, kaum verändert hat - vielleicht auch nie verändern musste. Experimente sind bei diesem Pop-Rock Format wahrscheinlich nicht erwünscht.....
.....die Livequalitäten sind darüber hinaus über jede Kritik erhaben, was uns zum neusten - mittlerweile sechsten - Langspieler und der damit verbundenen Tour führt. Schlicht und einfach "VI" betitelt, haben "Die Happy" die musikalische Vergangenheit vor ihrem geistigen Auge Revue passieren lassen und einen Querschnitt aller Stärken zu einer neuen Einheit geformt. Jedes Lied soll für sich sprechen und so erwarten den Hörer charmante Pophooks, schrammelige Gitarren und ein ausgewogenes Pendel an Energie und Emotionen. Tanzbare Indierhythmen wie bei "Sweet sensation", Riff geprägte (Pop Punk)Nummern im Stile von "Around the world" bzw. "Wannabe" oder klassische Rockballaden der Marke "Still loves you" und im Zentrum aller die gehaltvolle Stimme von Marta Jandová. Das geht gut ins Ohr, setzt sich bis zum nächsten Konzertbesuch darin fest und hinterlässt ein angenehmes Gefühl der Vertrautheit. Eine wirkliche Veränderung lässt sich bei "Six" also nicht feststellen, aber geschmeidig und stilecht sind die Songs allemal. Du willst "Die Happy" - Du bekommst "Die Happy".
Anspieltipps: "Around the world", "Peaches" und "Wannabe"
3 1/2 Sterne