Der 1937 geborene Thomas Pynchon ist mit diesem 1963 veröffentlichten Erstlingsroman auf Anhieb in die vorderste Reihe der experimentalistischen amerikanischen Gegenwartsliteratur vorgerückt. Wie andere US-Autoren verweigerte er sich konsequent dem bürgerlichen Literaturbetrieb. "V." ist ein Episodenroman, aber ebenso ein Kriminal- und phantastischer Roman. Herbert Stencil, einer der Romanhelden, erfüllt das Vermächtnis seines Vaters, der unter rätselhaften Umständen auf Malta ums Leben gekommen ist, um dem geheimnisvollen V. auf die Spur zu kommen. Benny Profane dagegen gammelt mit der "Ganzen Kaputten Bande" durch New York der 50er und 60er Jahre. So verschieden ihre Charaktere, so ist ihr Schicksal dasselbe, sich in einer Welt zurechtzufinden, die von Gewalt, Armut und Gedränge geprägt ist. Thomas Pynchon präsentiert dem Leser ein Handlungsgeflecht von Figuren und Ereignissen, von Authentischem und Fiktivem, ein extravagantes Puzzle. In diesem Erstlingswerk, wie auch in späteren Romanen und Kurzgeschichten, spiegelt sich deutlich die Skepsis des Autors über den heutigen Zustand der Welt wider. Manfred Orlick, Halle (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)