Der Autor analysiert die frühen Völker im Lande Kanaan, dem Gebiet der Levante (Raum Israel, Libanon, West-Jordanien und West-Syrien). Im Gegensatz zu den Ägyptern, Babyloniern oder Assyrern gibt es bei diesen Völkern wenig überliefertes Material. Daher ist man speziell auf archäologische Funde angewiesen. Anhand von solchen, speziell in Siedlungshügeln (Tell) entdeckt, versucht Tubb genauere Angaben machen zu können. Aufschlussreich sind vor allem Keramikfunde oder Bestattungsriten, welche kulturelle Nuancen preisgeben. Die Tell-Schichten sind zudem eine chronologische Fundstelle, da jeweils auf den Ruinen neu aufgebaut wurde. Allerdings bekommt man so lediglich einen allgemeinen Überblick, wo des öfteren mehr neue Fragen aufgeworfen werden als alte beantwortet.
So erfährt man dass die Kanaaniter eine eigene Kultur entwickelten, verbunden mit Einflüssen aus den Nachbarregionen oder aus deren Herkunftsgebieten. Die Region war ein Handelsknotenpunkt zwischen Ägypten, dem Zweistromland und den nördlichen Nachbarn. Kanaan geriet des öfteren in Einflusssphären, wie jener der Ägypter, Babylonier, Perser, Griechen oder Römer, konnte aber auch zeitweilig eigenständige Stadtstaaten oder Kleinstaaten hervorbringen.
Das Buch gibt einen guten EInblick in die Entwicklung dieser Gebiete bis zur Römerzeit. Der Leser soll sich aber bewusst sein, dass der Schwerpunkt auf der archäologischen Deutung liegt.