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Auf den ersten Blick erscheint Väter in seiner Direktheit und in seinem Streben nach einer ungeschminkten Spontaneität fast wie ein Bruch mit Stille Nacht und Meschugge, Levys letzten Filmen. Doch letztlich sind das nur Äußerlichkeiten, die es zu durchschauen gilt. Alle drei Filme verbindet die künstlerische und moralische Radikalität, mit der Levy seine Visionen verfolgt. In Väter offenbart sich seine Kompromisslosigkeit nun vor allem in der Zeichnung der Figuren. Niemand hier ist einem von Anfang an sympathisch. Alle definieren sich in erster Linie über ihre Fehler, die zu akzeptieren man Schritt für Schritt lernen muss.
Der Architekt Marco (Sebastian Blomberg) war immer unzuverlässig. Dass er nie richtig erwachsen geworden ist, machte dabei einen nicht gerade geringen Teil seines Charmes aus. Doch nach mehreren Jahren Ehe hat sich dieser Charme aufgebraucht, und so kommt es, als er wieder einmal seine Karriere über die Familie stellt, zum Unvermeidlichen: seine Frau Melanie (Maria Schrader) nimmt ihre Sachen und den gemeinsamen Sohn Benny (Ezra Valentin Lenz) und verlässt Marco. Erst der daraufhin entbrennende Streit um das Sorgerecht, bei dem Melanie und Marco zielsicher immer genau falsch reagieren, öffnet beiden langsam die Augen für ihre eigenen Fehler.
Dani Levy nutzt hier die Möglichkeiten der DV-Kamera, um noch näher an seine Figuren heranzugehen als in seinen früheren Filmen. So wird es einem als Zuschauer unmöglich, sich von ihnen und ihren Handlungen zu distanzieren. Selbst wenn man längst den Blick frustriert und manchmal sogar wütend von ihnen abwenden möchte, bleibt Levy noch bei Marco und Melanie. So sind einige höchst schmerzliche Szenen entstanden, die an die Grenzen des Kinos führen und einen immer wieder gegen Väter aufbringen. Doch diese heftigen (abweisenden) Reaktionen hat Dani Levy von Anfang an einkalkuliert. Zusammen mit seinen Darstellern, die seiner Radikalität in nichts nachstehen und ihre Seele rückhaltlos bloßlegen, hält er der heutigen Gesellschaft insgesamt, aber auch jedem einzelnen den Spiegel vor. --Sascha Westphal
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein etwas anderer Beziehungsfilm,
Von
Rezension bezieht sich auf: Väter (DVD)
Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wieso eine Trennung oft im Rosenkrieg endet? Wie sich einst Liebende auf die bitterste Art und Weise bekämpfen und oftmals die Kinder zum Spielball der Eitelkeiten gemacht werden? Fehlt Ihnen das Verständnis für diese Gefühle und können Sie die Handlungsweisen der einen oder anderen Partei nicht nachvollziehen? Sind Sie auch ein Verfechter der sogenannten "harmonischen Trennung" um jeden Preis? Dann sehen Sie sich bitte diesen Film an.Er könnte Ihr Bewußtsein auf dieser Ebene durchaus bereichern... Offen und ehrlich schildert dieser Film eine solche Trennungsgeschichte einmal aus einer überraschend neutralen Perspektive, ohne dabei zu sentimental zu werden. Man erhält einen glaubhaften Einblick in die Geschehnisse und wird überrascht feststellen, daß im Laufe des Filmes durchaus ein gewisses Verständnis für die Handlungsweisen aller Personen in Einem aufkeimt. Schöne Beachtung findet hier auch die Vater-Sohn-Beziehung, weil in anderen Filmen sonst kaum beachtet. Die Hauptdarsteller überzeugen mit klarer und authentischer Darstellung. Insgesamt ist "Väter" trotz des schwierigen Themas unterhaltsam und keine Spur kitschig. Er bedient sich nicht der üblichen Klischees und ist überaus sehenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Plädoyer für die Liebe - auch nach der Scheidung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Väter (DVD)
Der Film "Väter" ist unbedingt sehenswert. Warum? Weil er da weitermacht, wo so viele Hollywood-Schnulzen aufhören: Beim nicht ganz einfachen Familienalltag. Mann (Sebastian Blomberg) verwirklicht sich in einer Karriere. Frau (Maria Schrader) ist für das Wohl von Mann und Kind zuständig, kommt aber selbst ständig zu kurz. Durch eine Verkettung von gegenseitigen Verletzungen kommt es schließlich zum Scheidungskrieg. Spätestens seit der TV-Serie "Ehen vor Gericht" kennt man das: Zwei Menschen, die sich einmal geliebt haben, zerstören und verletzen sich gegenseitig, angestachelt durch ihre Anwälte. Genial: Die Szene, als der Anwalt in seiner Nobel-Kanzlei sitzt und so tut, als ob er helfen will. Die Kamera schweift ab, zeigt dem Zuschauer das gigantisch große Büro voller Antiquitäten. Der Anwalt - Ein Aasgeier, der aus dem Elend heutiger Beziehungskrisen Kapital schlägt. Auch im Gerichtssaal bei der Scheidung denkt man nur: Nein, nein, hört auf!! Ihr gehört doch zusammen. Die ganzen Bürokraten haben doch gar nichts mit Eurer Liebe zu tun. Sehr neu und an der jetzigen Realität orientiert ist an der ganzen Story, dass der Vater nach der Scheidung leidenschaftlich um seinen Sohn kämpft. Aus dem Leben gegrioffen auch, wie trotzig und unsentimental der 6-jährige reagiert. Der Film endet versöhnlich, jedoch ohne Happy End. Regisseur Dani Levy und seine Darsteller (allen voran seine Exfreundin Maria Schrader) schaffen es dennoch, dass man kapiert: Scheidungen sind furchtbar, Ehekriege auch. Hey, das muss alles nicht sein. Kämpft für Eure Liebe, haltet zusammen, rennt nicht davon, redet miteinander. Und das, ohne moralischen Zeigefinger, sondern mit ganz leisen Gesten. Bitte mehr von diesen Filmen!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
'Flawless',
Von McJ (Lüneburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Väter (DVD)
Ich schliesse mich einfach den anderen Rezensenten an: ein sehr, sehr guter deutscher Film, der keinerlei Schwächen hat - der, wie die Amerikaner sagen würden, 'flawless' ist.Die Geschichte ist durch und durch glaubhaft und wohl meist nah, sehr nah an der Realität, die Darsteller sind von jung bis alt, von Haupt- bis Nebenrolle perfekt besetzt und gespielt (man achte z.B. auf die leider nicht immer so gut spielende Christiane Paul in der Küchenszene), die Musik ist originell und passend... bewegend, zum nachdenken und doch nah an der Realität. Einer der besten 'neuen' deutschen Filme, von der Qualität vergleichbar mit 'Das Leben ist eine Baustelle' oder '23'. Ansehen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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