Turgenjews Roman über den "Nihilisten" Basarow, seinen Freund Arkadij, die Väter der beiden Protagonisten, und die beiden Frauen, die von ihnen geliebt werden, ist ein Meisterwerk der Weltliteratur.
Er zeigt die Spannungen zwischen den Generationen, die Versuche, sich selbst zu behaupten; auch soziale und ökonomische Probleme werden angerissen (der Roman spielt etwa zu der Zeit, als Zar Alexander II die Leibeigenschaft in Russland aufhob).
Der Autor ist ein glänzender Beobachter und großer Psychologe. Seine Dialoge sind meisterhaft; sie lassen gelegentlich manches in der Schwebe oder deuten es nur an. Die wahre, tiefere Bedeutung des Gesagten wird sich dem aufmerksamen Leser, der über Einfühlungsvermögen verfügt, aber erschließen. Insofern verlangt Turgenjew seinen Lesern eine gewisse emotionale und geistige Aktivität ab. Eben das hat mir die Lektüre sehr reizvoll gemacht.