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Utopia
 
 
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Utopia [Taschenbuch]

Thomas Morus , Eberhard Jäckel , Gerhard Ritter
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 189 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150005132
  • ISBN-13: 978-3150005132
  • Größe und/oder Gewicht: 15 x 9,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 6.791 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Utopie, das schöne Wort vom Nirgend-Ort, hat am Ende dieses Jahrhunderts seinen Zauberklang verloren. Die Welt ist vermessen, der Bericht von einem unentdeckten Ort, an dem sich besser leben läßt, müßte heute aus dem Weltall zu uns dringen, um wenigstens minimale Chancen auf Glaubwürdigkeit zu haben.

In dieser Hinsicht hatte es der Londoner Rechtsgelehrte Thomas More vor fast 500 Jahren einfacher. Amerikas Entdeckung lag 24 Jahre zurück, da schrieb er einen Bericht über ein Gespräch mit einem Seefahrer, der ein Land gesehen haben wollte, in dem "Menschen in vernünftig und weise geordneten Verhältnissen" leben. Wenn das keine Entdeckung war! Utopia nannte More dieses Land, wobei er die griechische Vorsilbe für "schön" zum gleichklingenden englischen "U" verkürzt.

Höchstes Ziel der Utopier: das Glück. Billigstes Mittel: die Lust. Also "jeder Zustand des Körpers oder der Seele, in dem zu leben ein Genuß ist und zu dem die Natur uns den Weg wies". Sie verachten Gold und Edelsteine, Grausamkeiten an Mensch und Tier, und die wenigen Gesetze sind derart klar bestimmt, daß jeder sie versteht. Das Gemeinwohl steht den Utopiern über alles.

Sicher, in diesem Buch steckt eine erhabene Anleitung des öffentlichen Lebens, die mit unserer gesellschaftlichen, politischen und ethischen Realität sowenig zu tun hat wie mit der Aussicht auf ihre Verwirklichung. Möglicherweise aber täuschen wir uns, wenn wir annehmen, das wäre damals anders gewesen. Neben Machiavellis Handbuch für den modernen Machtmenschen, Der Fürst, das zur selben Zeit geschrieben wurde, erscheint Morus' Plädoyer für das Utopische schon zur Wiegenstunde dieser geistesgeschichtlichen Kategorie altmodisch. Grund genug, dieses so wirkungsvoll wirkungslose Buch auch heute immer noch Ernst zu nehmen. --Nikolaus Stemmer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Utopia
Von der besten Staatsverfassung und von der neuen Insel Utopia, ein wahrhaft goldenes Büchlein, genauso nützlich wie heiter OT De optimo Reipublicae Statu deque nova insula Utopia Libellus vere aureus, nec minus salutatis quam festivusOA 1516 DE 1524 Form Schrift Bereich Politik
Utopia von Thomas Morus ist für eine Form des politischen Denkens der Neuzeit maßgebend geworden. Es verleiht der Hoffnung Ausdruck, dass die Menschen in der Lage sind, ihre soziale und politische Ordnung nach einem idealen Muster selbst zu gestalten. Und es geht davon aus, dass Bürger durch die politischen Institutionen, in denen sie leben, beeinflusst werden.
Entstehung: Morus erfand den Weltreisenden und Begleiter des Seefahrers Amerigo Vespucci (1454?–1512), Raphael Hythlodaeus, und dessen Bericht von der Insel Utopia mit ihren glücklichen Bewohnern auf einer Handelsreise im Sommer 1515, die ihn in Brügge und Antwerpen mit befreundeten Humanisten zusammengeführt hat. Nach London zurückgekehrt, ergänzte er 1516 die Schilderung Utopias durch ein vorangestelltes erstes Buch, in dem konkrete Gesellschaftskritik geübt wird. Noch im selben Jahr erschien die Schrift in Löwen, 1518 in Basel mit einem Holzschnitt des Ambrosius Holbein (um 1494–um 1519) als Frontispiz.
Inhalt: Utopia ist ein zweiteiliger Dialog. Das erste Buch zeichnet das Bild einer korrupten Gesellschaft in England und Europa. Scharf wird die zeitgenössische Eigentumsordnung kritisiert. Die Dialogfigur Thomas Morus appelliert für eine mehr bürgerliche politische Philosophie, die nicht im träumerischen Überschwang die politische Ordnung der Zeit überfliegt, sondern humanistische Gelehrte dazu anhält, Fürsten zu Reformen zu bewegen. Dagegen hält Raphael Hythlodaeus die Gesellschaft Englands für so verderbt, dass der Philosophie nirgends Gehör geschenkt würde. Die Ursache für politische Unordnung, Kriminalität und soziale Missstände liegt bei den Menschen selbst und ist ökonomischer Natur. Es ist der Verlust der traditionellen Agrarstruktur. Das Land, das die Menschen ernähren sollte, nährt Schafe, deren Wolle Gewinn verspricht.
Im Gegensatz dazu schildert Hythlodaeus im zweiten Buch die intakte Sozialordnung der Insel Utopia, die er auf einer Reise entdeckt haben will. Die Gesellschaft Utopias bietet ihren Bürgern ein abwechslungsreiches Leben zwischen Stadt und Land. Sie gewährt ihnen Glück, Wohlstand, leichtes Arbeiten sowie die Gelegenheit zu kultureller Bildung und lässt sie auf privates Eigentum und familiäre Privatheit leichten Herzens verzichten. Für die noch immer nötige Kriegführung bedienen sich die Utopier zumeist eines rohen, doch käuflichen Bergvolkes, der Zapoleten. Zwar hat sich die christliche Religion noch nicht auf der Insel verbreitet, aber ihre Bewohner verfügen über einen adäquaten Ersatz in einer natürlichen deistischen Religion, die ihr sittliches Gewissen trägt.
Doch Utopia heißt Nicht-Ort, Nirgendwo-Land, ihr Hauptort, Amaurotum (= Nebelstadt) liegt am »Fluss ohne Wasser« und der Name des Reisenden, Hythlodaeus, lässt sich mit Schwätzer übersetzen. Morus macht deutlich, wo er träumt. Sein Utopia enthält mithin beides: den idealistischen Glutkern revolutionärer Weltverbesserung wie den konservativen Geist politischer Reform.
Wirkung: Mit Utopia schuf Thomas Morus das neuzeitliche Muster eines Staatsromans, das der literarischen Gattung den Namen gab. Sein Werk bleibt vorbildlich zunächst für andere »Raumutopien«, in denen glückliche Gesellschaften in fernen Ländern entworfen werden. Später wurden Utopien verzeitlicht. Die vollkommene Gesellschaftsform wurde zu einem Zukunftsbild, einem Bild der Hoffnung. Im 20. Jahrhundert wichen jedoch die Idealvorstellungen einer besseren Ordnung den Schreckensbildern (Dystopien) einer technischen Überwachungswelt, deren Wurzeln ebenfalls in der Welt Utopias liegen. D. L.

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25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Der Traum vom Gemeinwohl, 31. Januar 2005
Von 
Dichtung&Kritik "Varush" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Utopia (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Thomas Morus wurde 1477 geboren und als Lordkanzler aufgrund seiner unveraenderlichen Ueberzeugungen 1535 hingerichtet.
Mit seinem Buch "Utopia" verfasste er die erste literarische Utopie von einem Staat, in dem das Gemeinwohl ueber dem Wohl des Despoten stehen soll.
Wie die Not der aermeren Bevoelkerungsschichten abzuschaffen sei durch fast schon kommunistisches Gedankengut (wie beispielsweise die Abschaffung des Privateigentums), wie gesellschaftlicher Aufstieg moeglich sein soll fuer alle Buerger, wie man Diebe bestrafen kann, ohne die Todesstrafe benutzen zu muessen, warum es fuer Intellektuelle schwierig, aber notwendig ist, politisch - also: Berater eines Despoten zu sein - all dies und mehr noch eroertert Morus in einem beinahe sokratischen Dialog.
Kann es ein gerechtes Staatswesen geben, das alle Menschen glücklich und wohl versorgt leben lässt?

Geschrieben wurde dieser Roman im England des 16. Jahrhunderts, im Zeitalter der Renaissance, der Reformation und der Glaubenskriege. Imperialismus praegt die Zeit, Expeditionen brechen auf ins Unerforschte, ständig dringt Kunde von neu entdeckten Weltengegenden nach Europa. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Gespraechspartner, auf den Morus in seinem Buch trifft, ein Seefahrer ist, der ein ideales Staatswesen auf der Insel Utopia irgendwo jenseits des Äquators erlebt haben will. Der moderne Leser lauscht und erkennt erstaunt, dass neben demokratischen Ideen auch sozialistisches Gedankengut schon 300 Jahre vor Marx formulierbar war.
Beide Gespraechspartner vertreten oft je eine der anderen Meinung diametral entgegenstehende Auffassung - dennoch kommen beide Partner gleichermassen zu Worte und keiner erlangt ein Uebergewicht, so dass der interessierte Leser erstaunt ist ueber eine so kluge Gewichtung ganz gegensaetzlicher Standpunkte. Zugleich wird man aufgefordert, noch einmal selbst ueber ein "ideales Staatswesen" und die einzelnen Diskussionsfragen nachzudenken.
Historisch, modern und spannend erzaehlt, sehr lesenswert.

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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Bild von einem Staat, 6. August 2003
Von 
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Utopia (Taschenbuch)
Thomas Morus, der von der kath. Kirche heilig gesprochene Staatsmann aus dem alten England hat hiermit ein Idealbild eines Staates geschaffen, das nicht von Pappe ist.

Wäre das Geld nicht, so meinte er in diesem seinem bekanntesten Werk (und wäre die Hoffart nicht!), so könnten die Menschen glücklich zusammen in einem gesicherten Staatsgebilde leben.

Damit steht er nicht alleine, der ehemalige Lordkanzler Heinrichs des Achten und der Ausdruck "kommunistisch" erscheint denn auch irgendwann einmal.

Interessant ist auch der Hinweis auf die Religion der Utopier, die ihren Gott, bzw. die allmächtige Kraft "Mithras" nennen.
Da gibt es natürlich bei Kennern dieser Materie schon mal ein Aha! und das ist gut so.

Thomas Morus läßt in seinem Buch einen gewissen Hythlodeus, einem Gefolgsmann des Amerigo Vespucci aus seinen Erinnerungen von der Insel Utopia erzählen. Diesen Hythlodeus traf er (so sein Bericht!) rein zufällig bei einem Besuch in Antwerpen, als er in Mission seines Königs in Flandern eine delikate Aufgabe zu erledigen hatte.

Wir sehen also, wie geschickt Morus seinen Bericht bringt und schon allein diese Einleitung zeigt den ungemein geschickten und sehr interessanten Erzähler von literarischer Größe.

Übrigens hat er unter einem anderen Namen auch gegen Luther geschrieben, mit dem er nicht unbedingt immer einer Meinung war.

Dieser Bericht: "Utopia" ist, sagen wir mal, ein durchaus ironischer Versuch eines sehr gebildeten Menschen der Renaissance, sich Gedanken über den idealen Staat zu machen.
Dabei wird rigoros (und mutig-ironisch!) Geld und Stolz, wie schon gesagt, als die Ursache allen Unglücks aufgezeigt.
Allen ist Alles gemeinsam und die Verteidigung des Staates (im Kriegsfall!) wird gerne gemieteten Söldnern aus der Nachbarschaft anvertraut.
Völlig überflüssige Gesetze, unerlaubter Reichtum, weil sowieso irgendwie gestohlen, Adel aus Stolz und vor allem die Freude an dem Leid der Armen (die ja erst die Erhebung über sie ermöglicht!), werden wie gesagt gebrandmarkt. So ist es nur allzu gut zu verstehen, daß sich Philosophen und Leute, die sich aus historischen Gründen mit diesem Autor der Renaissance befassen, oftmals nur schmunzeln und ihn beiseite tun.

Nicht so die kath. Kirche, die ihn heiliggesprochen hat, aber wohl mehr aus religiös-politischen Gründen, weil er nämlich später gegen seinen "siegreichen" König Heinrich VIII. agierte und dessen Ehegewohnheiten mißbilligte. Das hat ihm schlussendlich seinen Kopf gekostet.
Thomas Morus hat hiermit einen anderen Entwurf eines Staates aufgezeigt, etwas weiter entfernt von seinem Zeitgenossen Niccolo Machiavelli und trotzdem irgendwie sehr sympathisch anmutend.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der erste utopische Staatsroman ist erstaunlich modern:, 5. Juli 2004
Von 
Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Utopia (Taschenbuch)
Kann es ein gerechtes Staatswesen geben, das alle Menschen glücklich und wohl versorgt leben lässt? Diese Frage treibt den englischen Jurist Thomas Morus um. Er lebt im England des 16. Jahrhunderts, im Zeitalter der Renaissance, der Reformation und der Glaubenskriege, in der ständig Kunde von neu entdeckten Weltengegenden nach Europa dringt. Vor diesem Hintergrund entsteht "Utopia": der angebliche Reisebericht eines Seefahrers, der ein ideales Staatswesen auf der Insel Utopia irgendwo jenseits des Äquators erlebt haben will. Morus diskutiert mit ihm: Soll es Privateigentum geben? Ist soziale Gleichheit gut? Kann eine Gesellschaft genügend Güter erwirtschaften, wenn niemand nach Gewinn strebt? Gibt es das gute und gerechte Staatsoberhaupt, das nicht aus Eigennutz Kriege anzettelt und seine Untertanen auspresst? Die Fragen zeigen: Morus' "Utopia" ist erstaunlich modern. Tatsächlich sind viele Ideen frühsozialistisch, sogar kommunistisch - 300 Jahre vor Karl Marx. Die Suche nach dem glücklichen Idealzustand treibt Schriftsteller und Philosophen bis heute um. Und ob das Privateigentum ein Glück oder ein Unglück für die Gesellschaft ist, wird immer noch diskutiert. Ein weiteres Verdienst hat dieser Text: "Utopia" hat die Literaturgattung der Utopie geschaffen.
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