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Produktinformation
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In dieser Hinsicht hatte es der Londoner Rechtsgelehrte Thomas More vor fast 500 Jahren einfacher. Amerikas Entdeckung lag 24 Jahre zurück, da schrieb er einen Bericht über ein Gespräch mit einem Seefahrer, der ein Land gesehen haben wollte, in dem "Menschen in vernünftig und weise geordneten Verhältnissen" leben. Wenn das keine Entdeckung war! Utopia nannte More dieses Land, wobei er die griechische Vorsilbe für "schön" zum gleichklingenden englischen "U" verkürzt.
Höchstes Ziel der Utopier: das Glück. Billigstes Mittel: die Lust. Also "jeder Zustand des Körpers oder der Seele, in dem zu leben ein Genuß ist und zu dem die Natur uns den Weg wies". Sie verachten Gold und Edelsteine, Grausamkeiten an Mensch und Tier, und die wenigen Gesetze sind derart klar bestimmt, daß jeder sie versteht. Das Gemeinwohl steht den Utopiern über alles.
Sicher, in diesem Buch steckt eine erhabene Anleitung des öffentlichen Lebens, die mit unserer gesellschaftlichen, politischen und ethischen Realität sowenig zu tun hat wie mit der Aussicht auf ihre Verwirklichung. Möglicherweise aber täuschen wir uns, wenn wir annehmen, das wäre damals anders gewesen. Neben Machiavellis Handbuch für den modernen Machtmenschen, Der Fürst, das zur selben Zeit geschrieben wurde, erscheint Morus' Plädoyer für das Utopische schon zur Wiegenstunde dieser geistesgeschichtlichen Kategorie altmodisch. Grund genug, dieses so wirkungsvoll wirkungslose Buch auch heute immer noch Ernst zu nehmen. --Nikolaus Stemmer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Traum vom Gemeinwohl,
Von
Rezension bezieht sich auf: Utopia (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Thomas Morus wurde 1477 geboren und als Lordkanzler aufgrund seiner unveraenderlichen Ueberzeugungen 1535 hingerichtet.Mit seinem Buch "Utopia" verfasste er die erste literarische Utopie von einem Staat, in dem das Gemeinwohl ueber dem Wohl des Despoten stehen soll. Wie die Not der aermeren Bevoelkerungsschichten abzuschaffen sei durch fast schon kommunistisches Gedankengut (wie beispielsweise die Abschaffung des Privateigentums), wie gesellschaftlicher Aufstieg moeglich sein soll fuer alle Buerger, wie man Diebe bestrafen kann, ohne die Todesstrafe benutzen zu muessen, warum es fuer Intellektuelle schwierig, aber notwendig ist, politisch - also: Berater eines Despoten zu sein - all dies und mehr noch eroertert Morus in einem beinahe sokratischen Dialog. Kann es ein gerechtes Staatswesen geben, das alle Menschen glücklich und wohl versorgt leben lässt? Geschrieben wurde dieser Roman im England des 16. Jahrhunderts, im Zeitalter der Renaissance, der Reformation und der Glaubenskriege. Imperialismus praegt die Zeit, Expeditionen brechen auf ins Unerforschte, ständig dringt Kunde von neu entdeckten Weltengegenden nach Europa. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Gespraechspartner, auf den Morus in seinem Buch trifft, ein Seefahrer ist, der ein ideales Staatswesen auf der Insel Utopia irgendwo jenseits des Äquators erlebt haben will. Der moderne Leser lauscht und erkennt erstaunt, dass neben demokratischen Ideen auch sozialistisches Gedankengut schon 300 Jahre vor Marx formulierbar war. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Bild von einem Staat,
Von Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Utopia (Taschenbuch)
Thomas Morus, der von der kath. Kirche heilig gesprochene Staatsmann aus dem alten England hat hiermit ein Idealbild eines Staates geschaffen, das nicht von Pappe ist.Wäre das Geld nicht, so meinte er in diesem seinem bekanntesten Werk (und wäre die Hoffart nicht!), so könnten die Menschen glücklich zusammen in einem gesicherten Staatsgebilde leben. Damit steht er nicht alleine, der ehemalige Lordkanzler Heinrichs des Achten und der Ausdruck "kommunistisch" erscheint denn auch irgendwann einmal. Interessant ist auch der Hinweis auf die Religion der Utopier, die ihren Gott, bzw. die allmächtige Kraft "Mithras" nennen. Thomas Morus läßt in seinem Buch einen gewissen Hythlodeus, einem Gefolgsmann des Amerigo Vespucci aus seinen Erinnerungen von der Insel Utopia erzählen. Diesen Hythlodeus traf er (so sein Bericht!) rein zufällig bei einem Besuch in Antwerpen, als er in Mission seines Königs in Flandern eine delikate Aufgabe zu erledigen hatte. Wir sehen also, wie geschickt Morus seinen Bericht bringt und schon allein diese Einleitung zeigt den ungemein geschickten und sehr interessanten Erzähler von literarischer Größe. Übrigens hat er unter einem anderen Namen auch gegen Luther geschrieben, mit dem er nicht unbedingt immer einer Meinung war. Dieser Bericht: "Utopia" ist, sagen wir mal, ein durchaus ironischer Versuch eines sehr gebildeten Menschen der Renaissance, sich Gedanken über den idealen Staat zu machen. Nicht so die kath. Kirche, die ihn heiliggesprochen hat, aber wohl mehr aus religiös-politischen Gründen, weil er nämlich später gegen seinen "siegreichen" König Heinrich VIII. agierte und dessen Ehegewohnheiten mißbilligte. Das hat ihm schlussendlich seinen Kopf gekostet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der erste utopische Staatsroman ist erstaunlich modern:,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Utopia (Taschenbuch)
Kann es ein gerechtes Staatswesen geben, das alle Menschen glücklich und wohl versorgt leben lässt? Diese Frage treibt den englischen Jurist Thomas Morus um. Er lebt im England des 16. Jahrhunderts, im Zeitalter der Renaissance, der Reformation und der Glaubenskriege, in der ständig Kunde von neu entdeckten Weltengegenden nach Europa dringt. Vor diesem Hintergrund entsteht "Utopia": der angebliche Reisebericht eines Seefahrers, der ein ideales Staatswesen auf der Insel Utopia irgendwo jenseits des Äquators erlebt haben will. Morus diskutiert mit ihm: Soll es Privateigentum geben? Ist soziale Gleichheit gut? Kann eine Gesellschaft genügend Güter erwirtschaften, wenn niemand nach Gewinn strebt? Gibt es das gute und gerechte Staatsoberhaupt, das nicht aus Eigennutz Kriege anzettelt und seine Untertanen auspresst? Die Fragen zeigen: Morus' "Utopia" ist erstaunlich modern. Tatsächlich sind viele Ideen frühsozialistisch, sogar kommunistisch - 300 Jahre vor Karl Marx. Die Suche nach dem glücklichen Idealzustand treibt Schriftsteller und Philosophen bis heute um. Und ob das Privateigentum ein Glück oder ein Unglück für die Gesellschaft ist, wird immer noch diskutiert. Ein weiteres Verdienst hat dieser Text: "Utopia" hat die Literaturgattung der Utopie geschaffen.
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