Diese deutsche Übersetzung des "Klassikers" (User Stories Applied for Agile Software Development) von Mike Cohn gibt einen sehr guten und umfassenden Überblick über die richtige Anwendung der Technik von "User Stories".
Im Mittelpunkt steht dabei immer, wie gute User Stories zu schreiben sind, welche Fehlermöglichkeiten dabei vermieden werden können und was die Verantwortungsbereiche von Kunden und Softwareentwicklern bei diesen Prozessen der Erstellung von Anforderungsdokumenten sind.
Der Autor diskutiert die Methode der User Stories auch im Verhältnis zu anderen mehr formalen Methoden des Requirements Engineerings wie etwa jener nach IEEE 830 oder der Methode der Erstellung von Use Cases und macht sehr klar deutlich, dass User Stories keine vertraglichen Anforderungsdokumente sind, sondern ein Hilfsmittel zur Kommunikation über die Funktionalität eines Systems. Die Kommunikation - vor allem die verbale Kommunikation - zwischen Kunden sowie Benutzern des zu entwickelnden Systems und den Entwicklern steht dabei im Mittelpunkt. Ausgangspunkt für die Erstellung von User Stories in kommunikativen Teamprozessen sind dabei stets die Nutzerrollen und der Wert des Systems für die Kunden und Benutzer. Sehr interessant beschreibt der Autor hier auch ein weiteres Konzept, das zur Erstellung von User Stories sehr hilfreich ist, nämlich jenes der "Personas", quasi Prototypen von verschiedenen Benutzern/Anwendern eines Systems die sehr konkret als modellhafte Personen beschrieben werden und aus deren unterschiedlichen Verhaltensweisen und Bedürfnissen sich Anforderungen in Form von User Stories entwickeln lassen.
Der Autor diskutiert auch die Umsetzung des Konzeptes von User Stories mit einfachen Hilfsmitteln wie Karteikarten oder aber mit Software Werkzeugen und zeigt wie die User Stories in den Aufwandsschätzungen und den Releaseplanungen bzw Sprint Planungen in einem Scrum Entwicklungsprozess verwendet werden.
An Beispielen und einem durchgängigen Beispielsprojekt wird die Methode auch anhand des Prozessmodelles SCRUM detailliert vorgestellt, wobei auch immer auf den Ursprung des Extreme Programming verwiesen wird. Auch das Vorwort des Buches stammt ja von Kent Beck, dem "Vater" der XP Methode.
Ein Buch, das ein wertvolles Hilfsmittel für Softwareentwickler zum praktischen Zugang der Anwendung agiler Softwareentwicklungsmethoden ist.