Die beiden Illusion Alben, aus dem Jahr 1991, sind mit Sicherheit der letzte große Meilenstein des guten alten, dreckigen Rocks gewesen.Leider sind sie (völlig zu Unrecht)etwas in Vergessenheit geraten. Gründe hierfür waren der Selbstmord, eines zwar guten Musikers, aber zu lebzeiten lange nicht so verehrten Sängers, der "Grunge-Ära" und die daraus resultierende Bewegung zu dem was man heute unter "Rock" bezeichnet. Kurz und einfach gesagt, Musik welche sich dadurch auszeichnet, dass sie sowohl Gitarrensoli, als auch Tiefgang vermissen lässt und von größtenteils Talentfreien Möchtegerns interpretiert wird. Wo früher die Stones, The Who, Led Zeppelin, Pink Floyd, Metallica, Guns n' Roses und viele andere Top Bands das Gesicht des Rock n' Rolls darstellten, hat man in den letzten 20 Jahren Bands wie Limp Bizkit, Korn, Nickelback oder everybody's darling Green Day auf die Ohren bekommen. Ob diese Entwicklung wirklich so Bahnbrechend war wie die Cobain-Jünger immer wieder erwähnen, kann zumindest bezweifelt werden.
Nun zum wesentlichen. Klipp und klar formuliert, ist die erste Illusion Platte nicht nur die härtere sondern auch die etwas schwächere der beiden Alben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie sich nicht durchweg auf gutem bis außergwöhnlichem Niveau bewegt.
Der Opener Right Next Door To Hell greift nahtlos an Appetite Zeiten an, hart kompromisslos trotzdem melodisch. Ein sehr gelungener Auftakt in die 76 Minuten.(8/10)
Dust N' Bones ist wohl die "Typische" Izzy-Nummer, bluesig mit Hinterwäldlerhumor vom feinsten. Leider nimmt der Song jedoch nicht das Tempo des Openers auf. (8/10)
Live and Let Die ist ein sehr gelungenes Cover entfaltet jedoch erst live seine volle Energie. Jedoch immer wieder lohnenswert. (10/10)
Don't Cry ist ein typischer Song, bei dem man nie das Gefühl bekommt man hätte ihn zu oft gehört. Einfach eine außergwöhnlich gute Rockballade, super Lyrics brilliantes Solo, da kannst net meckern! (10/10)
Perfect Crime hätte wohl besser direkt nach RNDTH kommen sollen, um den Schwung mitzunehmen. Einfach ein harter schneller Rocker wie es sein muss. (9/10)
You Ain't The First ist meiner Ansicht nach der einzige Song auf UYI1 auf den man hätte verichten können. Eine nette Country-Ballade aus der Feder Izzy Stradlins, nicht schlecht aber auch nichts weltbewegendes. Nimmt zudem Tempo aus der Scheibe raus. (7/10)
Bad Obssesion ein pre-Appetite Song hat ein Blues-Feeling durch den Einsatz einer Mundharmonika und Travis Beans, wie bei LALD, live erst richtig gut.
Back Off Bitch ist musikalisch Extraklasse, die Lyriks, naja wer sich angegriffen fühlt einfach weghören. (8/10)
Double Talking Jive ist wieder ne Izzy-Nummer. Cooler Song mit Flamenco-Gitarrensolo hintenraus. Auch live eine dicke Hausnummer. (8/10)
November Rain muss man nichts dazu sagen. Wer den Song kritisiert macht das nur wenn er Axl Rose nicht leiden kann. (10/10)
The Garden ist aufgebaut wie eine Paraleldimension irgendwie surreal. Desto öfter man ihn hört desto mehr entfalten sich die Melodien im Kopf. Axl singt Duett mit Alice Cooper. (9/10)
The Garden zeichnet sich nicht nur durch seine extreme Geschwindigkeit aus, dieser richtig coole Rocker hat vor allem ein Video, welches zu den coolsten Musikvideos aller Zeiten zählt. Einfach brilliant!!! (9/10)
Dont Damn Me, der beste Song auf dem Album! Einfach brilliant, Axl's Lyriks in diesem einen Song sind (ähnlich wie bei Civil War, oder Estranged, auf UYI2)dermaßen atemberaubend, dass es einen doch schwer verwundert, wie manche Menschen behaupten können, bei Gn'R Songs sind die Texte "nicht so wirklich toll". Dies zeugt schlicht von, keiner Ahnung! Wer natürlich allen Ernstes aus den Songtexten von Nirvana eine versteckte Tiefgründigkeit und Brillianz von Kurt Cobain sieht... (10/10)
Bad Apples ist wieder ein Mix aus klassischen Rock und Bluesrock. Ein guter Übergang zu den zwei grandiosen letzten Songs des Albums (8/10)
Dead Horse ist einfach ein absoluter Spitzensong, ummantellt von Sprach-Intro/Outro ist der Haupteil einer jener Rocker welche Gn'R berühmt gemacht haben. Voller Energie und und Rythmusgefühl. (10/10)
Coma schließlich zeigt das wahre Potential was in der Combo steckt. Der längste Gn'R Song der je aufgenommen wurde, muss sich nicht vor Kashmir von Zeppelin, oder Echoes von Pink Floyd verstecken. Wiederum brilliante Lyriks von Axl Rose gepaart mit Slash's und Izzy's perfektem zusammenspiel. Vor allem auch Duff und Matt kommen hier voll zum Zug und drücken den Rythmus gnadenlos bis zum Schluss vorwärts. Und die finalen 3 Minuten zeigen, warum Axl Rose vor 20 Jahren mit Abstand der beste und talentierteste Rock n' Roll Frontman der Welt war.(10/10)
Fazit: Die erste UYI Scheibe ist durchweg ein sehr gelungenes Album, welches Songs enthällt (Live & Let Die, Don't Cry, November Rain, Don't Damn Me, Dead Horse, Coma), die seit dem Jahr 1991 von keiner Band auch nur annähernd qualitataiv erreicht wurden. Und das war eben nur eine Hälfte dieses letzten großen Rockalbums, von der letzten großen Rock n' Roll Band.