Wer die íslamische Welt, die Winkelzüge ihrer Poesie aber auch ihrer Theologie, und natürlich ihre Esoterik verstehen will, kommt am "Pol des Wissens" (nämlich: Ibn Arbi) nicht vorbei. Allerdings: der zweite Teil des Buches, die Mekkanischen Eröffnungen, sind für den europäischen Leser kaum zu verstehen, vor allem die vielen von Ibn Arabi selbst angebrachten Erläuterungen machen den Text sehr schwer verdaulich (und schon deshalb "esoterisch"). Der erste Teil hingegen mit den Heiligen und Sufis, deren Leben ihr Zeitgenosse Ibn Arabi in einer wundervollen und klaren Weise beschreibt, ist ein wunderbares Zeugnis mittelalterlicher islamischer Frömmigkeit. Zwar kann ich den zweiten Teil des Buches nicht jedem Empfehlen, aber die ganze Gestaltung, z.B. des Einbandes, ist so schön, dass man sich einfach freut, das Buch zu besitzen. Deshalb 5 Punkte.