Die Familie Coverdale ist froh, bei der Suche nach einer Haushaltshilfe mit der fleißigen Eunice Parchman scheinbar einen Glückstreffer gelandet zu haben. Zwar fällt diese von Beginn an auch durch ihre Kälte und Abschottung ihrer Umwelt gegenüber auf, jedoch wird dies fatalerweise nur als Rücksichtnahme bzw. Schüchternheit ausgelegt. Niemand ahnt, dass es ein großes Geheimnis gibt, das die Frau bewahren will, und zwar wortwörtlich um jeden Preis: dass sie nämlich nicht lesen und schreiben kann. Dies gelingt ihr im Laufe der Monate recht gut, solange bis die Tochter der Coverdales hinter ihr Geheimnis kommt und damit die Katastrophe einleitet.
Das Buch beginnt mit der Aussage, dass Eunice Parchman die Familie deshalb umgebracht hat, weil sie Analphabetin war. Dementsprechend wird auch ihr Charakter als eine Mischung aus geistiger Beschränktheit bzw. Schlichtheit dargestellt.
Ob eine Geschichte, bei der das Ende bereits von Anfang an feststeht, noch als spannend bezeichnet werden kann, ist hier mal wieder die Frage. Wirkliche Spannung kommt erst zum Ende hin auf bei der Auflösung der Frage, ob die Polizei es auch fertig bringt, den richtigen Täter zu fassen. Was bis zu diesem Zeitpunkt passiert, ist jedoch trotzdem alles andere als langweilig, die Schilderungen bis hin zur scheinbar unausweichlichen Eskalation lassen einen nicht kalt. Der Gewaltausbruch erscheint zwar plötzlich und tragisch, ist aber durch die geballte Dummheit der einen Seite und die unangebrachte Nachgiebigkeit und Gutmütigkeit der anderen Seite nicht mehr aufzuhalten.