Das dünne Buch finde ich sehr interessant. Endlich wird Licht in den frühen Orient gebracht. Die Entwicklung der Sprache im Orient von der Zeit kurz vor Beginn unserer Zeitrechnung bis ins Heute wird wissenschaftlich und leicht verständlich betrachtet. Der Leser erhält ein Bild davon, wie sich die Völker sprachlich gegenseitig beeinflußt haben, die Griechen, Hebräer, Syrer, Assyrer, Römer, Babylonier, Ägypter, Perser, Europäer und viele weitere zum Teil nur kleine Völker.
Ein wenig gestört hat mich, wie oft der Autor immerwieder betont, daß die biblischen Texte ursprünglich nicht in griechisch geschrieben wurden. Ich hätte dem kompetenten Buchautor schon spätestens nach dem dritten Mal geglaubt, daß die ersten Schriftrollen des neuen Testaments in aramäisch (etwa hebräisch) aufgeschrieben wurden. Dennoch ist das Buch für einen Christen sehr interessant.
Der Preis ist für so ein schmales Taschenbuch auch ziemlich stolz meine ich.
Im letzten Drittel werden dann ein paar Beispiele aus dem Bibeltext aufgeführt, die falsch ins Griechische und folglich auch falsch ins Deutsche übersetzt wurden und so noch heute Kopfzerbrechen bereiten, wenn man diese Bibeltexte verstehen will. Aus heutiger Sicht finde ich das amüsant. George M Lamsa würde ich für sein Werk ein großes Lob aussprechen, wenn er denn noch leben würde. Dank auch an Richard E Koch der es ins Deutsche übersetzt hat, in dem originalen englisch hätte ich es nicht gelesen.