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Urlaub Fürs Gehirn [Vinyl LP]
 
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Urlaub Fürs Gehirn [Vinyl LP]

K.I.Z Vinyl
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Vinyl (3. Juni 2011)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Vertigo Berlin (Universal)
  • ASIN: B0051KFVHQ
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 97.713 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

1. Küss mir den Schwanz
2. Urlaub Fürs Gehirn
3. Doitschland schafft sich ab
4. Heiraten
5. Raus aus dem Amt
6. Abteilungsleiter der Liebe
7. Fleisch
8. In seiner Mutter
9. Fremdgehen
10. Lauf weg
11. Tsetsefliegenmann (Skit)
12. Mr. Sonderbar
13. H.I.T.
14. Der durch die Scheibeboxxxer
15. Lach mich tot
16. Koksen ist scheisse
17. Biergarten Eden (Bonus Track)

Produktbeschreibungen

Produktbeschreibungen

Als KIZ im Jahr 2005 ihr Debütalbum DasRapDeutschlandKettensägenmassaker veröffentlichten, war die Rap-Welt geschockt:
„Darf man wirklich wieder lachen, im Deutschen Hip Hop?“, war die erstaunte Frage und erst vorsichtig, dann immer lauter und befreiter erlag die ansonsten düstere und harte Deutsche Szene der Humoroffensive der vier Berliner.
KIZ wurden gefeiert als neue Heilsbringer und Erneuerer einer Jugendkultur, die sich durch Messerstiche und Kokainmissbrauch aufs Abstellgleis eines gestörten jungen Mannes am Rande der Tanzfläche manövriert hatte. „Iiieeehh, da steht Deutscher Hip Hop. Das ist der, der immer nur mit dem Kopf nickt und böse durch den Club schielt. Schnell weg.“ Plötzlich durfte gegrölt, gesungen und gesprungen werden. KIZ erlösten diesen Jungen aus seiner Starre und brachten den Punk zurück. Ausverkaufte Konzerthallen waren die logische Konsequenz und mit Hahnenkampf kam dann 2007 auch das stark erwartete Major-Debüt der Band, mit dem man die Top Ten knacken konnte. Platz 9 hieß es zuletzt und der Mob lügt nicht.

Die Konzertarenen wurden größer und größer. KIZ spielten eine komplette Tour nur für diejenigen, die ansonsten immer draußen bleiben müssen, abseits der großen Städte in Dorfdiskos und Städten unter 100.000 Einwohnern und auch diese Maßnahme war von Erfolg gekrönt.

Sexismus gegen Rechts das nächste und bislang letzte Album der Band errang dann Platz 7 in den Deutschen Albumcharts und wäre unter Umständen sogar noch höher eingestiegen, hätte da nicht der King Of Pop beschlossen abzuleben und schnell noch drei Best Of Alben vor den Kannibalen In Zivil zu positionieren - kleine Anekdote am Rande.

KIZ gründeten eine Sekte mit jeder Menge Jüngerinnen und Jüngern und alle tragen dieselben Jacken und sind damit beschäftigt, den abstrusen Humor der Band und ihre Lieder zu feiern. Denn mittlerweile haben KIZ den Status von unantastbaren Popstars erreicht und lassen sich in goldenen Sänften von ihren arbeitslosen Freunden durch die Hauptstadt tragen – angemeldet beim Arbeitsamt als 1-Euro-Job. Denn eins darf man nicht vergessen, bei all dem Klamauk und der aufgesetzten Witzigkeit: KIZ sind keine Clowns. KIZ sind Propheten und alles, was sie sagen ist wahr. Das Lachen dürfte den meisten in der Zwischenzeit im Hals stecken geblieben sein, denn was sich bei Nico, Tarek, Maxim und DJ Craft so locker flockig, flauschig weich und sympathisch anhört, ist bitterer ernst. Das ist auf dem neuen Album Urlaub fürs Gehirn nicht anders.

So beschreibt „Lach mich tot“ die Einsamkeit des modernen Stadtnomaden, der zwar den Arm voller Stempel für alle möglichen angesagten Szeneschuppen hat, aber eine Leere im Herzen verspürt, dass man sich letztendlich nur noch von der Dachterrasse des Weekend stürzen möchte.

Mit „Deutschland schafft sich ab“ liefern sie genug Material für eine neues Thilo Sarrazin Buch, das mit Erkenntnissen aufwartet, über die sich tatsächlich einmal lohnt nachzudenken. Warum sind 90% der Knastinsassen männlich? Warum dürfen Frauen in der Küche stehen, während die Männer nach Afghanistan zum Kämpfen müssen? Das sind die Fragen mit denen man sich mal wirklich einmal beschäftigen sollte. KIZ tun es und haben den Mut, Themen anzusprechen, die nicht einmal Horst Seehofer anpacken will.

„Fleisch“ beschreibt die verzweifelte Nahrungsbeschaffungsmaßnahme eines Mannes, der seinen unterbezahlten Job in einer Schnellrestaurantkette verliert und seinem kleinen Jungen trotzdem eine gesunde und nahrhafte Mahlzeit auf den Tisch bringen möchte. Was tun, wenn der Kühlschrank leer ist und die Taschen ebenfalls? Tarek schlägt in seinem Song etwas ungewöhnliche Lösungsansätze vor und manch einer aus dem verweichlichten Bürgertum wendet sich mit Grausen ab, doch das ist die Realität und witzig ist das nicht.

Mit „Abteilungsleiter der Liebe“ greifen Maxim, Nico und Tarek wiederum ein Grundproblem der herrschenden Klasse auf. Wohin mit all der Zuneigung und den Gefühlen, wohin mit all der Fürsorglichkeit und Herzenswärme, die man seinen Untergebenen entgegenbringt und sie dann doch letztendlich gehen lassen muss? Andere nennen es „Rausschmiss“ oder „Feuern“, im Endeffekt aber ist es doch so, als würde man sich selbst ein Bein abschneiden. Die Schmerzen sind unerträglich, aber keiner will es sehen. Bedauert werden letztendlich nur diejenigen, die in die Freiheit entlassen werden. KIZ lenken unseren Blick auf diejenigen, die zurückbleiben in den Chefetagen. Einsam, allein, verhöhnt vom einfachen Volk, das nichts versteht und begreift und sie tun gut daran, auch einmal die andere Seite zu zeigen.

Wenn KIZ zusammen mit jeder Menge Freunde das Hohelied des Kiffens anstimmen, dann mag das in Bayern zwar immer noch anstößig sein, doch setzt die Band auch hier ein Zeichen. In Zeiten, in denen es zum guten Ton gehört – gerade auch in den sogenannten besseren Kreisen – Kokain zu konsumieren, dicht gefolgt von Ketamin und Gerüchten zufolge soll ja auch Heroin wieder auf dem Vormarsch sein, ist es durchaus mutig, sich hinzustellen und zu sagen: „Kiffen ist super.“ In Zeiten, in denen es nur darum geht immer besser, immer schneller und immer erreichbarer zu sein, sprechen sich KIZ für die Langsamkeit aus Tüten aus und verweigern sich so, einmal mehr, dem Mainstream.

Insofern ist Urlaub Fürs Gehirn der kluge Kommentar zu einer völlig verrückten Welt und KIZ gelingt es auf diesem Album, diese Welt in einem Zirkus zu bündeln, in einer einzigartigen Revue einzufangen und als vollkommen durchgedrehte Roadshow wieder aufs Publikum loszulassen.

Ein ums andere mal möchte man lachen, obwohl man nicht genau weiß, ob man das überhaupt darf, so böse ist der Humor. Schließlich lacht man doch, aber der Schmerz im Herz bleibt – das ist KIZ im Jahr 2011. Das ist Urlaub Fürs Gehirn – Unterhaltung geht anders.

motor.de

Immer noch anarcho, immer noch witzig, immer noch besser als (fast) aller anderer Deutsch-HipHop – aber mit ersten Abnutzungserscheinungen. „Wir sind der Grund, dass dir deutscher Rap peinlich ist“, heißt es irgendwann im hinteren Drittel dieses neuen Albums der Anarcho-HipHops und natürlich ist das gehörig selbstkokett. Denn man muss schon sehr weit entfernt von der – trotz einiger neuer Lichtblicke insgesamt wenig erfreulichen – Realität des deutschen HipHop sein, um nicht bei jedem neuen K.I.Z.-Album mal kurz hocherfreut aufzuatmen. K.I.Z. – „Urlaub fürs Gehirn“ „Urlaub fürs Gehirn“ ist das vierte Studioalbum der Berliner, die längst mehr als jede Punkrockband als legitime Nachfolger einer anderen anarchischen Band aus Berlin gelten, die sich durch ähnlichen absurd-perfektionierten Sprachwitz auszeichneten und auch gern in die dicken Blasen der gerade geltenden Tabus gerade der eigenen Szene stachen. Es ist allerdings das Album, das vielleicht erste Verschleißerscheinungen offenbart. Nicht alle Gags sind mehr unberechenbar, zu geradeaus liegt oftmals die inhaltliche Pointe voraus. Ja, es ist witzig, die Sarrazinsche Thesenverschraubtheit einfach zum „Immigrationsproblem Frau“ weiterzudrehen. Aber Prekariats-Kannibalismus ist dann doch eher schon durch als Thema, genauso wie Kiffer-und-Koks-Poesie, Ficken oder „Dreilochstuten“ als Vorschlag für den nächsten Til Schweiger-Film. Wobei man hier natürlich einschränken muss, dass dies Ningelei auf dem Niveau von K.I.Z. ist, das ja nunmal immer noch einigermaßen unerreicht ist im deutschen HipHop-Kosmos, und das immer noch jedem anderen hirnlosen Möchtegern-Ghetto-Rapper die Arschritze zeigen kann. Noch deutlich electroider sind die Tracks diesmal angelegt als beim diesbezüglich schon ordentlich zulegenden Vorgänger, einher geht das allerdings mit einer deutlichen Abnahme der echten Mitgröhl- und Mitjump-Hymnen. „H.I.T.“ – „HipHop ist tot“ heißt das – zählt mit seiner natürlich dickeierigen Bestandsaufnahme zu den Ausnahmen oder „Der durch die Scheibeboxxxer“, das in all seiner prolligen Nachvorngeherei und der brutalen Achtziger-Exploitation an das letzte Dendemann-Werk erinnert. Es gibt noch einige mehr bemerkens- und merkenswerte Momente voller wirklich exzellenter Reime und auch der bei aller Überdrehtheit und dem permanenten Dreifachboden-Augenzwinkerei Wahrhaftigskeits-Faktor, der sich in Halbsätzen versteckt, kommt nicht zu kurz. Aber letztendlich greift man – wenn der Neurelease-Charme abgenutzt ist – wahrscheinlich doch eher ein oder zwei Alben weiter zurück in die Discografie, wenn man übers Jahr mal wieder K.I.Z. hören will.

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Kundenrezensionen

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zugegeben, das neue Werk von K.I.Z. mag nicht ganz an die (zumindest zwei) letzten Alben der Band heranreichen, allerdings findet man auch hier mehrere Titel, die sofort ins Ohr gehen und den Kauf der Platte nicht bereuen lassen. Meine persönlichen Highlights sind neben der Single "Urlaub fürs Gehirn" vor allem die Stücke "Mr Sonderbar", "Fremdgehen", "Doitschland schafft sich ab", "Lauf weg" und "Der durch die Scheibeboxxxer". Auch der bereits letztes Jahr erschienene Song "Schwarz Rot Gold" ist ein Ohrwurm, in seiner Aussage meiner Meinung nach aber maßlos überzogen (als ob jeder, der während der Fußball-WM letztes Jahr sein Auto geflaggt hat, ein Nazi wäre... Wohl kaum!). Überhaupt finde ich, dass die Texte dieses Mal den klaren Schwachpunkt des Albums bilden. Gesellschaftskritiken sind eher unglücklich ausgearbeitet und der typische K.I.Z.-Witz blitzt leider auch nur zwischendurch mal auf. Hört man sich im Internet die Promo-Fun-Versionen der Lieder an, die alle über einen eigenständigen Text verfügen, fragt man sich, warum man nicht den ein oder anderen hiervon für das richtige Album verwendet hat. Hätte der Platte meiner Meinung nach gut getan. Dennoch: Insgesamt wieder ein gelungenes Werk (4 Sterne), dass sich von Konkurrenz und Kollegen angenehm abhebt.

Speziell zur Vinyl-Ausgabe: Die Doppel-LP kommt in einem Aufklappcover daher. Anders als bei der CD gibt es hier als Coverbild jedoch nur das Motiv mit DJ Craft (die anderen drei Motive zieren jeweils die Rückseite und die beiden Innenseiten). Auf den Innenhüllen und einem kleinen beiliegenden Zettel sind die Titelinformationen gelistet. Für alle, die die Lieder auch als MP3-Dateien wollen, z.B. um sie sich auf CD zu brennen, liegt außerdem ein Gutscheincode bei, mit dem man sich das komplette Album kostenlos im Universal Download-Shop herunterladen kann. (Für diesen Service den Bonusstern.)
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Es ist eben etwas anders 19. Januar 2012
Insgesamt empfinde ich das Album als das Schwächste der drei mir vorliegenden Urlaub fürs Gehirn, Hahnenkampf und Sexismus gegen Rechts.
Da ich nur Schallplatten kaufe, bekomm ich wohl die anderen nicht... Ich habe dieses Abum gekauft, weil ich auf dem IPod meinr Tochter (17) das Lied "Heiraten" gehört habe. Zuerst fand ich den Text sehr skuril, aber die Musik fand ich gut. Dann sah ich die Platte in einem einschlägigen Multimediamarkt und dachte mir, nimmste mal mit. Kannste ja mit Töchterchen ein bissl Musik hören. Zum Glück hab ich sie zuerst alleine gehört, sonst wäre ich wohl ziemlich rot geworden, wenn ich die Texte gleich mit ihr gehört hätte. Jedenfalls hat mich die Art, wie KIZ Texte und Musik verbinden doch recht imponiert, obwohl ich nicht wusste, ob die das ernst meinen oder nicht. Ich griff schließlich zu den anderen beiden ALben, welche für mich wesentlich eingängiger und fröhlicher, aber auch textlich stärker erscheinen. Die ersten beide erinnern mich immer an eine Mischung aus Die Ärzte und Die Toten Hosen. Das hier ist aber anders...

Wahrscheinlich eher gewöhnungsbedürftig. Musikalisch ganz anders, abr textlich leider nicht so gut, wie die anderen beiden. Meine Tochter sieht das anders. Die ersten beiden "Krachen" ihr nicht genug... naja, daran sieht man die unterschiedlichen Gewohnheiten beim Musikhören.

Insgesamt für Feunde dieser Musikrichtung auf alle Fälle empfehlenswert und gewiss anders als der sonst erhältliche Einheitsbrei! Weiter so.
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