Vollgepackt mit Action präsentiert dieser Teil der True Justice Reihe gleich drei verschiedene Fälle, um die sich Elijah Kane und sein Team kümmern müssen. Ist man einerseits auf der Suche nach einem brutalen Serienvergewaltiger, so muss man sich auch mit russischen Diamantenschmugglern auseinandersetzen. Und als wenn das noch nicht genug wäre hölt Kane seine Vergangenheit ein, denn anscheinend möchte ihm jemand ans Leder. Gerade letzterer Fall macht auch dem Team zu schaffen, denn einige Mitglieder werden von unbekannten Profis attackiert und brutal zusammengeschlagen. Man sieht also, das "Urban Warfare" eine ganze Menge zu bieten hat, die einzelnen Erzählstränge harmonieren dabei ganz ausgezeichnet miteinander und der gesamte Film überzeugt durch einen erstklassige aufgebauten Spannungsbogen, der keinerlei Leerlauf zulässt.
Es ist schon erstaunlich das sich dieses TV Format nach einem etwas hölzernen Beginn qualitativ sehr gut weiterentwickelt hat, insbesondere die zu Anfang noch recht ungelenk agierenden Hauptfiguren sind dem Zuschauer mittlerweile richtig ans Herz gewachsen und zu echten Symphatieträgern geworden. Man hat mit der Zeit einen echten Bezug zu den einzelnen Charakteren aufgebaut, die einerseits cool und routiniert ihren Job erledigen, auf der anderen Seite aber auch menschliche Schwächen offenbaren, was den authentischen Eindruck der einzelnen Fälle noch zusätzlich hervorhebt. Und so bekommt der Zuschauer immer wieder packende Geschichten präsentiert, die zudem mit wirklich gelungenen Actioneinlagen versehen sind.
War zu Beginn der Reihe hauptsächlich Steven Seagal im Mittelpunkt des Geschehens, so haben sich auch die Spielanteile der Darsteller mittlerweile etwas verschoben. Natürlich ist es immer noch der coole Vorgesetzte, der wachsam auf seine Untergebenen achtet, doch die Teammitglieder wirken nun viel selbstständiger und übernehmen auch mehr Verantwortung, so das Seagal nicht mehr so omnipräsent erscheint, wie es noch in den ersten Folgen der Fall war. Gerade in "Urban Warfare" kommt es so auch zu etlichen Situationen, in denen das Team allein agiert und die jeweilige Lage immer unter Kontrolle hat. Dieser Aspekt hat sich doch zu Beginn der Reihe noch vollkommen anders dargestellt, war doch im Prinzip bei jeder Aktion immer Kane mit an Bord und hat die einzelnen Fälle fast im Alleingang gemeistert. Dadurch entstand schon ein wenig der Eindruck, das die restlichen Ermittler eher Unfähig sind, doch diese Sichtweise hat sich nun völlig geändert.
Es ist wirklich schön, die Weiterentwicklung eines TV Formates zu beobachten das zu Beginn noch von vielen Leuten eher belächelt wurde, das aber schon seit längerer Zeit einen Qualitätsstandard erreicht hat, der sich wirklich sehen lassen kann. Spannende Geschichten, gute Darsteller und jede Menge guter Action sind hier ein Garant für äusserst kurzweilige Krimi-Unterhaltung, von der es meiner Meinung nach noch etliche Ableger geben könnte.
Fazit:
Auch wenn ein Steven Seagal längst nicht mehr die Klasse vergangener Jahre aufweisen kann, ist ihm die Rolle des coolen und smarten Team-Chefs doch ewie auf den Leib geschneidert. Und das er es im Nahkamof immer noch drauf hat, kann man in etlichen Passagen begutachten. Unterstützt von einem symphatischen Team säubert er so die Strassen von Seattle und meistert auch die brenzligsten Situationen mit Bravour. Wer bis jetzt noch kein Interesse an diesem Format hatte, sollte seine Entscheidung noch einmal überdenken, bekommt man doch TV Krimis auf einem überdurchschnittlich guten Niveau geboten.