Auffallend ist das ca 3 1/2 Minütige Intro (Gryning), das sich anhört, als würde irgendwer schätze doch mal die Trolle) ihr Lager aufschlagen und die Wildsäue im Wald verrückt spielen. Das ganze untermalt mit mystischem Geklimper, das sich am Ende in einen Bombast steigert und abrupt abbricht.
Sång startet spärlich mit Piano, Drums und Bass, bis der Song nach vorne prischt und Vreth brüllt los. Das ganze mit einer ziemlich heimtückischen Melodie unterlegt und im Midtempo, bis der Song ins Lowtempo abbricht und mit den Melodien spielt. Der Song endet beinahe gleich, wie er anfängt.
Korpens Saga, einer der VIELEN "Hits" der Platte, erinnert erst ein wenig an Trollhammaren, ohne dass es langweilig werden würde (das trat leider bei Trollhammaren ein!). Viel Folk, mit einem strunzaggressiven Vreth, der brüllt als gäbe es keine Hoffnung mehr. Der Song steigert sich in der Härte und endet furios mit einem Folk Part, der sich ins Hirn brennt!
Nedgång geht wieder ins Midtempo und kommt leicht majestätisch und mysteriös. Spätestens hier fällt auf, dass sich Trollhorn seitens Melodie und deren Ausbau deutlich gesteigert hat, macht allerdings auch irgendwie stellenweise den Eindruck, als wäre das der Soundtrack zu einem Piratenfilm.
Ur Djupet greift das Prinzip von dem Vorgänger auf, mit viel Melodie und Geschrei geht es rund in dem Song, bis der leicht melancholische Refrain wirklich einen mitreisst und gleichzeitig zum Bangen animiert. Das ganze wird mit allerlei Spielereien verziert.
Bei Slagbroder fällt einem genau das auf, was im Finntroll Studiobericht drinsteht: Es wurden mehrere Amps verwendet. Die Gitarre hier klingt ziemlich nach Röhrenverstärker und lässt den Song mit den vorantreibenden Flötenmelodien und dem kranken Gesang Vreths vorantreiben. Bis der Refrain (mit einem clean singendem Vreth!!) wieder an typische Finntroll-Sachen erinnert und sich in Sachen Melancholie ebenfalls auf Neuland bei Finntroll befindet.
En Mäktig Här stellt den ersten "lustigen" Song auf dem Album dar, den manche wohl schon vermisst haben. Das Intro ist schwer zu beschreiben, aber ich versuchs mal: Finntroll kommen mit dem Visor Um Slotet Aufegbot in die karibik und jammen mit den Einwohnern. Bis das ganze ein wenig an Det Iskalla Trollblodet erinnert. Macht sehr viel Spaß.
Ormhäxan geht in die derb rockige Richtung wie Slagbroder, geht aber immer mehr in Richtung eines typischen Finntroll Songs.
Maktens Spira klingt anfangs recht lustig, steigert sich aber wieder mal in totale Härte.
Under Två Runor ist der typische Midtempo Song am Ende, allerdings ohne viel cleanem Gesang, sondern Vreth brüllt mal wieder rum. Die Melodie ist allerdings recht ungewohnt, vor allem am Ende.
Kvällning lässt das Album gelungen ausklingen, das ganze im Lowtempo. Als Hidden Track findet man nochmals eine Session mit Akustik-Gitarren und besoffenen Gegröhle.
Insgesamt kann man das Album als eine Fusion aller vorigen Werke bezeichnen, allerdings ist es deutlich düsterer. Allerdings hat das ganze stellenweise einen leicht melancholischen Touch erhalten und zudem findet man hauptsächlich im Bereich der Keyboard Melodien viel Verbesserung. Das Album könnte ich mir keinesfalls mit Katla oder Wilska vorstellen, Vreth passt hier zu 100% in das Line-Up.
Ganz großes Kino, keine einzige Nennenswerte Schwäche zwingt mich regelrecht, dem Album 5 volle Sterne zu geben