Die Ausgangssituation macht jedem Freund von Psychothrillern Spaß: Eine blinde Frau und ein unheimlicher Mieter in einem Haus. Da sollten Spannung und etwas Nervenkitzel doch drin sein. Leider schafft es der rumänische Regisseur Robert-Adrian Pejo - der übrigens auch schon zwei Tatort"-Folgen abgedreht hat - nicht, die ordentlichen Basics zu einem packenden Film zu verstricken. Die Charaktere handeln stellenweise unglaubwürdig, vor allem die blinde Grace scheint mit Beginn der Geschichte jegliches intelligente Handeln einzustellen. Aber auch Wards Bösartigkeit wird völlig zusammenhanglos dargestellt; scheinen sich die beiden zu Beginn des Films noch gut zu verstehen und glaubt man schon an eine romantische Liaison der beiden, wandelt sich die Verhaltensweise des neuen Mieters um 180 Grad. Trotzdem gibt es die eine oder andere Stelle, die kurzzeitig für Spannung sorgt, was vor allem an der gelungenen Musikuntermalung liegt.
Schauspielerisch hat man auch schon Besseres gesehen: Während man Luke Perry zwar das TV-Niveau vergangener Erfolge anmerkt, er ansonsten aber recht solide agiert, ist das Einzige, was Ex-Model und Seriendarstellerin Kelly Harrison einigermaßen glaubwürdig hinbekommt, das blinde Starren. Zwischen den Darstellern existiert aber einfach keine Chemie, weder zu Beginn des Films, wenn die sich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden noch unklar ist, noch später, wenn Grace Ward einfach nur noch loswerden will.
Leider kann der Film nicht einmal eine ordentliche Synchronisation aufweisen. Unmotivierte Sprecher und vor allem eine nervige Grace verleiden einem zumindest die deutsche Fassung des Films.
Downstairs" wäre wohl der passendere Filmtitel für diesen schwachen Psychothriller, der nur in wenigen Szenen halbwegs unterhält und eine unheimliche Atmosphäre schafft. Selbst für TV-Niveau bewegt sich Upstairs" noch im unteren Bereich. Den muss man bestimmt nicht gesehen haben.