Beide Künstler höre ich schon länger unabhängig voneinander sehr gerne. Bei Jopek waren mir die Neuinterpretationen von "A thousand years" (Sting) oder "Don't speak" (No Doubt) besonders positiv aufgefallen, vielleicht aber auch nur, weil ich einen Vergleich hatte. Dennoch: Erstklassige Versionen, die deren Originale in den Schatten stellen.
Von Pat Metheny kenne ich fast alle Scheiben, er ist mein großes Gitarrenvorbild. Ich gebe aber einem meiner Vorredner recht, die letzten CDs wirkten oft etwas steril.
Nun war ich natürlich auf das Ergebnis dieser Zusammensetzung besonders gespannt. Und wurde nicht enttäuscht: Jopek schafft es auch hier, den Stücken von Pat Metheny soviel Seele einzuhauchen, dass es scheint, erst jetzt machen sie Sinn - und deren Vorgänger waren Instrumentalversionen des Begleitgitarristen, der eine Sololaufbahn einschlägt ;-)
Spass beiseite: Im Inlay-Heft schreibt Pat Metheny, dass er viele seiner Stücke durch die Zusammenarbeit in einem anderen Licht sieht... dem ist nichts hinzuzufügen.
Pat Metheny-Fans kommen aber nicht nur durch die Kompositionen auf ihre Kosten: Viele schöne Soli von ihm, mal mit Akustikgitarre, Picassogitarre, aber auch E-Gitarre clean oder Gitarrensynthesizer: Ein Querschnitt durch die typischen Pat Metheny-Sounds.
Den Vorwurf des "Fastfood-Pops" durch einen Vorredner lasse ich nicht gelten: Pat Metheny klang schon immer recht zugänglich für jazz-ungewohnte Ohren, hat aber zwischendurch immer wieder gezeigt, dass er keine Kompromisse zugunsten des Kommerzes eingeht - Nur weil es schön und zart klingt, ist es nicht gleich gefällig.
Unterm Strich: Ein Meilenstein im Jazz, aber nicht nur für Jazz-Hörer geeignet. Gehört zu meinen 5 Lieblings-CDs aller Zeiten - Absolute Kaufempfehlung.