Bislang war Paul Brown nur Branchen-Insidern und Leuten bekannt, die auch das Kleingedruckte in CD-Booklets lesen. Das könnte sich bald ändern, da der Produzent und Songwriter mit dem Allerweltsnamen nun gerade sein erstes eigenes Album "Up Front" fertiggestellt hat.
Über viele Jahre hinweg war Brown nur im Verborgenen tätig, schrieb Songs für andere Künstler und produzierte deren Alben. Zu seinen berühmtesten Klienten gehörten u.a. George Benson, Al Jarreau, Earth, Wind & Fire, Aretha Franklin, Luther Vandross, Larry Carlton und Patti Austin. Darüber hinaus arbeitete er mit zahlreichen prominenten Smooth Jazz-Künstlern wie u.a. Jeff Lorber, Kirk Whalum, Rick Braun, Peter White, Boney James und Euge Groove zusammen. Immerhin gelangten über 40 der von Paul Brown verfaßten Stücke in den Smooth Jazz-Charts von "Radio & Records" auf Platz 1. 2002 erhielt er für die Produktion und Abmischung von Norman Browns Album "Just Chillin'" sogar zwei Grammys.
Paul Brown wuchs in Los Angeles auf und begann im Alter von fünf Jahren Schlagzeug zu spielen. Zwei Jahre später nahm er das erste Mal eine Gitarre in die Hand. "Meine Eltern waren Studiomusiker. Sie lernten sich kennen, als sie beide in Mel Tormés Band The Meltones sangen. Sie begleiteten auch Frank Sinatra, Barbra Streisand und sogar Elvis. Ich wurde sozusagen in Tonstudios groß. In meiner Highschool-Zeit spielte ich in einer Menge Bands, und im Alter von 15 Jahren begann ich als Assistent eines Toningenieurs in Studios zu arbeiten. Ich hatte wirklich nie etwas anderes im Sinn, als Musik zu machen."
Bei seinem Debütalbum verließ sich Brown aber keineswegs nur auf sein eigenes Songwriter-Talent, sondern nahm auch Cover-Versionen von Van Morrisons "Moondance", Wes Montgomerys "Angel", James Taylors "Don't Let Me Be Lonely Tonight", Bill Withers' "Ain't No Sunshine" und dem Jazzklassiker "My Funny Valentine" auf. Der Sänger und Gitarrist macht keinen Hehl daraus, daß seine großen musikalischen Vorbilder Wes Montgomery und George Benson sind.
Zur Seite standen Paul Brown bei der Produktion und Einspielung seines ersten eigenen Albums viele der Musiker, mit denen er vorher schon hinter den Kulissen zusammengearbeitet hatte: etwa die Gitarristen Chuck Loeb und Peter White, Multiinstrumentalist Jeff Carruthers, Bassist Roberto Vally, die Trompeter Rick Braun und Jerry Hey, Saxophonist Boney James sowie Jeff Lorber, der hier ausnahmsweise Vibraphon spielt. In Kooperation mit dem französischen DJ Cam schrieb Paul Brown außerdem den Titel "Chill Out". "Up Front" groovt höllisch ! - Aufpassen, Suchtgefahr !