Seit den frühen 80er Jahren beschwert uns das Haus ECM in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen (Live) Aufnahmen vom Keith Jarrett Trio. Die Anzahl ist kaum noch zu überschauen. Dabei haben sich zwei Typen herausgebildet: Einmal das konservative Standards-Programm (mit einem doch recht überschaubaren Repertoire) und dann das "freie Spiel", also freie Improvisationen der drei Musiker ohne vorgegeben (Standard-) Themen. "Up For It" gehört zum ersteren Typus.
Die sieben Stücke stammen allesamt aus dem klassichen Standards- u. Bop-Repertoire; hierin unterscheidet sich die CD in nichts von diversen Vorveröffentlichungen des Trios. Es wird wie immmer sehr inspiriert u. konzentriert gespielt. Die Improvisationen haben Hand u. Fuß u. können allesamt als Lehrstücke herhalten.
Doch da haben wir auch schon genau das Problem dieser (übrigens technisch hervorragenden) Aufnahme. Seit Jahren erleben wir immer wieder das selbe Schema: Jarrett leitet meist solo ein, das Trio präsentiert das Thema und es wird klavierlastig ein Chorus nach dem anderen absolviert. Da passiert nichts wirklich Überraschendes. Das Trio hat eine Sprache gefunden, die einmalig (originell) ist, die sich aber auch leider in keiner Weise weiterzuentwickeln scheint. Es werden weitere Aufnahmen dieses Typus folgen und der kommerzielle Erfolg sei ihnen sehr gegönnt. Wäre da nicht der Wunsch, daß diese Weltklasse-Musiker neue Wege im Umgang mit dem Standard-Repertoire gingen, so könnte ich mein ganzes Zimmer mit CDs dieser Art pflastern.
Wer Definitiveres vom Keith Jarrett Trio hören will, sollte sich entweder die 6er CD "Live at The Blue Note" oder die Doppel-CD "Whisper Not" zulegen.
Eine schöne Aufnahme, die Altbekanntes präsentiert.