Die technische Qualität der BluRay kann man als solide bezeichnen. Ein Bild, das gut aber nicht umwerfend ist. Der Ton ist ebenfalls solide. Eine genauere Bewertung fällt mir jedoch schwer, da "Up In The Air" ein Dialogfilm ist, dessen Soundeffekte und selbst der Soundtrack beinahe kaum auffallen.
Zum Film selbst **** SPOILERGEFAHR ***
Regisseur Jason Reitman ist es nach "Thank You For Smoking" und "Juno" erneut gelungen, mich sowohl im Hirn als auch im Herzen zu berühren. Außerdem ist der Film zur richtigen Zeit - Finanzkrise! - erschienen. So wirkt die Rahmenhandlung für jedermann nachvollziehbar: Ein charmanter Typ feuert im Auftrag von Firmen deren Mitarbeiter. Er reist dabei kreuz und quer durch die USA und führt ein entwurzeltes Leben, das sich irgendwo zwischen Hotels, Flughäfen und seinen Kunden abspielt. Immer auf Achse, immer unter Strom und immer auf der Jagd nach den nächsten Airmiles. Die goldene Luxus-Senatoren-ich-bin-wichtig-Karte als Lebensziel.
Alles könnte so schön sein, wenn der charmante Ryan Bingham (George Clooney) nicht auf ein weibliches Gegenstück (Vera Farmiga) treffen würde, das genauso tickt wie er und das ihm im Laufe der Handlung nicht nur den Kopf verdreht, sondern ihn auch dazu bringt, seine Wertvorstellungen und Lebensziele zu hinterfragen, ja diese sogar über Bord zu werfen. Dass sich zusätzlich noch eine jüngere Kollegin daran macht, ihm im Job das Wasser abzugraben, ist dabei das kleine Sahnehäubchen.
Jason Reitman hat mit "Up In The Air" eine Komödie gedreht, die im Bezug auf die amerikanische "hire and fire"-Mentalität sämtliche Klischees bedient. Außerdem zeigt er das tägliche, ruhelose Leben von Ryan Bingham in Hotels und vor allem auf Flughäfen voller Humor, oftmals sogar deutlich überzeichnet, trifft dabei aber immer den richtigen Ton und zeigt viel Gespür für skurrile aber realistisch wirkende Momente. Hervorragend gelingt es Reitman, seine Schauspieler zu umwerfender Natürlichkeit, kleinen Emotionen und zahlreichen kleinen Gesten anzuleiten und "Up n The Air" auch dadurch zu ganz großem Kino zu machen
Die Darsteller sind dabei über alle Zweifel erhaben: George Clooney, spielt überzeugend den anfangs von sich und seiner Lebensweise überzeugten Ryan Bingham, der im Laufe der Handlung mehr und mehr Einsamkeit empfindet und daher plötzlich nach seinem ruhigen Hafen sucht. Anna Kendrick als Clooneys engagierte junge Kollegin spielt sehr natürlich. Vera Farmiga passt hervorragend in die Rolle der Alex, die letztlich ein Beziehungsverhalten zeigt, das man in der Regel eher Männern zutraut. Dieses "Ich drehe den Spieß einfach herum" und die sich daraus für die Handlung ergebende Entwicklung sind der eigentliche Gewinn des Films: Kein kitschiges Happy End, sondern ein Ende, das bittersüß aber realistisch daherkommt.
Selbst die Nebenrollen sind glänzend besetzt. Alle sprühen vor Spielfreude. Und wer genau hinschaut, bekommt in kleinen Rolle J.K. Simmons (Junos Vater aus "Juno") und Sam Elliot zu sehen. Letzterer dürfte eingefleischten Coen-Fans aus "The Big Lebowski" bekannt sein.
Was bleibt? Das Gefühl, eine sehr, sehr gute, kurzweilige, intelligente und melancholische Komödie gesehen zu haben, die mich noch lange nach ihrem Ende beschäftigt hat... EINE KLARE KAUFEMPFEHLUNG!