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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rückschau auf ein bewegtes Jahrhundert im Spiegel der eigenen Lebensgeschichte.,
Rezension bezieht sich auf: Unvollständige Erinnerungen (Gebundene Ausgabe)
Inge Jens ist als Literaturwissenschaftlerin und ausgewiesene Kennerin der Werke und der Familie Thomas Manns hervorgetreten. Sie hat alleine und zusammen mit ihrem Mann Walter Jens über die Familie Thomas Manns geforscht, zahlreiche Werke geschrieben und die Tagebücher Th. Manns ediert.1927 geboren hat sie die Nazizeit und den Krieg noch in voller Härte erlebt. Als Älteste einer größeren Geschwisterschar war sie gewohnt, mit anzupacken und Tatkraft in jeder Lebenslage zu zeigen. Mit ihrer burschikosen Mentalität geht sie ihr Leben an, studiert in Tübingen und lernt Walter Jens kennen. Das angepeilte Medizinstudium bleibt ein ferner Traum, denn durch ihren Mann werden die Weichen schon bald in die Richtung der Literatur gelenkt. Aufgeschlossen und interessiert lernt sie durch Walter Jens, der bereits als Dozent der Klassischen Philologie in Tübingen erfolgreich ist, den Verleger Ernst Rowohlt kennen, mit dem sie eine enge Freundschaft verbindet. Sie schreibt, forscht, promoviert und bleibt eine lebendige und umtriebige Person, die durch ihren Mann in die einschlägigen Literaturgremien und Zirkel Zugang findet. Neben ihrem Mann gilt es für sie, ihre Selbständigkeit zu bewahren, was ihr erfolgreich gelingt. Inge Jens schreibt unmittelbar und spontan und ohne Gelehrsamkeitsattitüde. Sie ist wendig und emanzipiert, so dass Haus, Mann und Familie nicht zu kurz kommen. Patent und lebensfroh, selbstsicher und erfolgreich meistert sie ein Leben, das zwar unter einem glücklichen Stern stand jedoch mit zahlreichen Herausforderungen fertig werden musste. Dazu gehört nicht zuletzt die Aufgabe, ihren zuletzt dementen Mann zu begleiten. Sie erscheint in ihren Erinnerungen als sympathische und kraftvolle Persönlichkeit. Ihr Leben im Kreise illustrer Größen des Literaturbetriebs, wozu u.a. Hans Mayer und das Ehepaar Bloch gehörten, ihre Aktivitäten in der Friedensbewegung gegen Atomkraftwerke und viele andere Tätigkeiten werfen ein Licht auf das letzte halbe Jahrhundert mit ihrer Literaturszene und den politischen Höhepunkten. Anrührend, ehrlich und aufrichtig ist das letzte Kaptitel, in dem sie über die Demenz ihres Mannes und ihre Bemühungen, Verzagtheiten und Bedenken berichtet, mit dieser Lage fertig zu werden. Auch diese Herausforderung wird gemeistert! Das Leben im Kreis intellektueller Freunde ist eine Quelle steter Freude und Lebenserfüllung für die Autorin. Nüchtern und pragmatisch erscheint ihr Bericht als ein Zeitzeugnis, das wichtige Persönlichkeiten aus der Welt der Literatur und ihrer öffentliche Diskurse in den Fokus rückt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bilanz eines "wunderbaren" Lebens,
Von
Rezension bezieht sich auf: Unvollständige Erinnerungen (Gebundene Ausgabe)
Man mag nach der Lektüre dieses außergwöhnlichen Buches gar nicht viele Worte machen. Zu sehr hat dieses Buch berührt. Eine 82-jährige Frau hat eine "unvollständige" Bilanz Ihres Lebens gezogen und festgestellt: "Ja, es war wunderbar!".Literaturwissenschaftlerin, Autorin vieler Bücher, zum Beispiel über Katia Mann, Herausgeberin der Tagebücher von Thomas Mann, Mutter zweier Söhne und nicht zuletzt und im folgenden im besonderen Ehefrau von Walter Jens - sie blickt auf ein äußerst ereignisreiches Leben zurück. Wir dürfen sie begleiten zu ihren Begegnungen mit den Katia Mann und Golo Mann, mit Ernst und Karola Bloch, mit Hans Mayer und Carola Stern - und vielen, vielen anderen. Der Leser darf dabei sein, wenn sie für ihre Bücher recherchiert, wenn sie in Mutlangen demonstriert und einen amerikanische Deserteur versteckt. Der Leser ist dabei, wenn es um den Mauerfall geht und um die so wichtigen Entscheidungen um die Akademie der Künste, der Walter Jens über mehrere Jahre vorsitzt. Dies alles und mehr beschreibt Inge Jens intelligent, ambitioniert, sehr persönlich und in jeder Zeile bedeutungsvoll. Eine außergewöhnliche Frau, die während ihrer Arbeit an den Thomas Mann-Tagebüchern "zum ersten Mal bemerkte..., was es bedeutete, als eigenständige Persönlichkeit und nicht länger nur als Frau eines interessanten und zunehmend berühmten Manes zu gelten". Sie war es und sollte es bleiben und "zunehmend berühmt" werden. Inge Jens hat mit ihren - jetzt darf man sagen: leider - "unvollständigen Erinnerungen" auch eine tour de force durch die deutsche Geistesgeschichte unternommen. Die geistigen Entwicklungen, die politischen Geschehnisse, verbunden mit den persönlichen Erlebnissen und Wertungen werden von ihr in höchst authentischer Weise aufgezeichnet. Am Ende steht dann wohl das eindrucksvollste und bewegendste Ereignis ihres Lebens: die "Reise in die Nacht" ihres demenzkranken Mannes Walter Jens. Sie schildert den Alltag mit ihrem Mann, das Fortschreiten der Erkrankung, das sie bis an den Rand der psychischen und physischen Belastung bringt. "In guten wie in schlechten Tage" - Inge Jnes, die starke, couragierte Frau resümiert am Ende: "Warum ist es gerade mir - uns - so lange so ungeheuer gut ergangen? Warum war es gerade uns vergönnt, ein so interessantes, erfülltes und - trotz mancher Schwierigkeiten - glückliches Leben zu führen?" Vieleicht steckt ein Stück Antwort in diesem Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
vollständig gut - ein passabler, passender Blick zurück!,
Von Neuschäfer "Lesenslust" (Erkelenz, Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Unvollständige Erinnerungen (Gebundene Ausgabe)
Anders als das Buch des Sohnes, geht hier die Frau von Walter Jens sensibel und sorgfältig mit dem Leben und dem Menschsein um. Sie zeigt von der ersten bis zur letzten Seite, wo ihr Herz schlägt, was ihr Herz berührt (hat) und was ihr auf dem Herzen liegt. Das alles ist fern von falscher Sentimentalität oder fataler Verklärung. Stattdessen kommen die Fragmente des Lebens so zur Geltung, wo und wie sie hingehören: als Normalität und teils auch nur am Rande!Ein besonderes Bonbon des Buches sind die zahlreichen Bilder bzw. Abbildungen und Photographien. Hier wird keine Walter-Jens-Krankheitsgeschichte geschrieben, sondern ein eigenes Leben einer brillanten Frau, die phantastisch schreiben und formulieren kann. So gelingt es ihr, eine brillante Balance hinzubekommen: sie kommt ohne Indiskretion aus und genauso auch ohne Larifari! Inge Jens blickt ohne Eifer oder Leiden, und doch mit Leidenschaft und eifrig auf ihr Leben zurück und kommuniziert so auf eine besondere Weise, die nicht jeder oder jedem gegönnt ist. Natürlich muss man nicht mit allem einverstanden sein. Doch geht es auch Inge Jens nicht zuerst um Zustimmung, sondern um Mitteilung! Ein besonderes, empfehlenswertes Buch von der letzten bis zur ersten Seite! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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