Roger Willemsen - dieser Name steht für Intelleigenz, Intellekt, Weitblick. Mit dem Namen verbindet man aber auch eine gewisse Schwülstigkeit in der Wortwahl und einen manchmal recht üblen Zynismus.
In "Unverkäufliche Muster" stellt Willemsen nun zahlreiche Glossen aus fast zwei Jahrzehnten Lebenserfahrung vor. Die Themen sind vielfältig und zugleich doch wieder eingeschränkt: es geht um das Fernsehen, Zeitgeschehen, den Menschen an sich, den Menschen in der Medienmaschine, den prominenten Menschen usw.
Einige Glossen sind eher witzig, andere haben einen scharfen Nachgeschmck und wieder andere bringen einen zum Gähnen, doch scheinbar haben sie eins gemein: Sie sind intelligent geschrieben. Dieses Statement kann aber nur bestehen, wenn man das Buch nicht an einem Tag literarisch frisst, wie bei mir geschehen. Wenn man ein und das selbe Zitat von Neil Postman zum vierten Mal an einem Tag liest, dann kann einem schon mal die Zunge am Gaumen kleben. Dies führt meistens zu einem Unterdruck im Kopf, der das Echo des "Warum?" verstärkt.
Warum geben Sie sich diese Blöße, Herr Willemsen? Sie sind doch nun ein literarisches Wesen mit einem vermeidlichen größeren Zitate-Schatz, als in diesem Buch gezeigt. Natürlich, wenn man gewisse Zitate alle zwei Jahre wiederholt, dann ist das nicht viel. Wenn man aber 20 Jahre in 500 Seiten presst, dann ist das eine Zumutung! Mag ja sein, dass Sie stolz darauf sind nicht editiert zu haben, aber der Leser an sich wäre Ihnen sicher dankbar gewesen!