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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So herrlich wahr und unverblümt, 24. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Unverblümt: Roman (Taschenbuch)
Wenn man die Aussage "Was Charlotte Roches Feuchtgebiete für Deutschland sind, ist Alicia Erians Unverblümt für die Welt." liest, dann fragt man sich, was einen hier wohl erwartet. Ein schockierendes Buch mit gewissem Ekelfaktor, das Feuchtgebiete noch an Belanglosigkeit übertrifft? Das wäre wirklich vollkommen falsch gedacht! Unverblümt ist in mancherlei Hinsicht tatsächlich ein herrlich unverblümtes Buch, das aber niemals niveaulos wird. Es erzählt die Geschichte der 13-jährigen Jasira, deren Mutter sie zu ihrem libanesischen Vater abschiebt. Sie selbst ist zu sehr mit eigenen Liebesdingen beschäftigt, als dass sie sich noch um eine pubertierende Tochter kümmern könnte. Das Problem hierbei ist, dass Jasiras Vater extrem konservativ ist und seine Tochter einfach nicht versteht bzw. verstehen will, sie nicht als eigenständigen Menschen mit eigenen Entscheidungen betrachtet. Als Jasira ihre Periode bekommt, darf sie z.B. keine Tampons benutzen, obwohl sie das viel lieber täte. Befremdlich sind auch die Szenen, als ihr Vater sie beim BH-Kauf begeleitet und sie ihm später jedes Modell vorführen muss. Eins ist eindeutig: Jasira lernt schnell ihren Vater zu fürchten, weil sie seine Handlungsweisen und Entscheidungen nicht nachvollziehen kann. Vollkommen alleingelassen versucht Jasira sich durch diese Zeit der vielen neuen Eindrücke und Entwicklungen zu schlagen. Sie schaut sich Playboy-Hefte an, die einen ganz besonderen Reiz auf sie ausüben, klaut Tampons bei Müttern von Freunden und verliebt sich in ihren Nachbarn, der etwa so alt ist wie ihr eigener Vater. Immer mehr verstrickt sie sich in Probleme und entwickelt Ängste gegenüber allem und jedem. Ohne große Sorgen geht sie zudem auf die sexuellen Angebote eines Mitschülers ein. Gerade als Frau kann man sich extrem gut in die missliche Lage von Jasira hineinversetzen. Wie verstörend muss es sein, vollkommen allein dazustehen und mit der Veränderung des eigenen Körpers klarkommen zu müssen, ohne jegliche Information darüber? Lediglich eine nette Nachbarin ist dem Mädchen eine wirkliche Hilfe in dieser Situation! Unverblümt ist tatsächlich ein sehr direktes Buch, aber es schlägt nicht über die Stränge, nur um des Schockierens willen. Vielmehr schockieren hier die Familiengeschichte von Jasira und die riskante Lage, in die sie schließlich gerät, weil ihr niemand wirklich beiseite steht. Was an körperlichen Aspekten beschrieben wird, sollte niemanden verwundern, denn das ist alles vollkommen natürlich und echt! Die Autorin, Alicia Erian, überzeugt durch eine zum Inhalt passende Offenheit und eine dramatische Geschichte, der man sich nicht entziehen kann. Ab und zu muss der Leser das Buch aber sicher zur Seite legen, um verschnaufen zu können. Es ist wirklich harter Tobak und man fühlt intensiv mit Jasira mit, deren Wünsche und Bedürfnisse einem moderen Menschen des 21. Jahrhunderts doch eigentlich vollkommen normal erscheinen sollten. Eine ständige greifbare Anspannung und die Dramatik des Handlungsverlaufs machen dieses Buch einzigartig und so lesenswert. Durchaus ist Unverblümt: Roman auch für ältere Jugendliche geeignet! Es wird dort nichts geschildert, was verrucht oder ekelhaft wäre. Nein, vielmehr zeigt dieser Roman die ernsthaften Probleme eines pubertierenden Mädchens auf, das in der Gesellschaft keinen wirklichen Rückhalt findet. Tatsächlich ist dieses Buch ein Buch für die Welt! Es öffnet Augen und ist ein Plädoyer an die Offenheit und das Verständnis der Menschen - speziell Eltern - für ihre Kinder!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Teenagerbuch ?, 19. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Unverblümt: Roman (Taschenbuch)
Man könnte annehmen, das dieses Buch ein Jugendbuch ist, da die ich-erzählende Hauptprotagonistin erst 13 alt ist. Doch schnell stellt man fest, dass die in einer unverblümt offenen Sprache erzählende Jasira vielleicht in einem reinen Jugendbuch eher fehl am Platz wäre. Über ihre Masturbation, Playboyhefte die sie heiss machen und ihren verheirateten Nachbarn, dem sie ebenfalls nicht abgeneigt ist, berichtet sie. Geschrieben ist Unverblümt in einer wirklich süssen naiv-frührreifen Sprache, die nicht ins Seichte oder Vulgäre abrutscht und das ist für mich der Hauptgrund gewesen weshalb ich das Buch nicht einfach weggelegt habe. Aber das ist nicht alles, Jasira erzählt von ihrem Leben, von einer Selbstfindung, vom Alleinsein. Abgeschoben von ihrer eigenen Mutter, weil diese zuviel Angst hat, dass Jasira ihr den Freund ausspannen könnte kämpft das Mädchen mit dem strengen libanesischen Vater und den Anfeindungen der Umwelt in den Zeiten des Golfkrieges und Saddam Husein's als arabische Amerikanerin. Jasira fühlt sich alleingelassen, unverstanden und sucht wohl deswegen auch die Aufmerksamkeit der Männer, die ihren Körper begehrendswert finden. Eine Geschichte die verstört und sicher verschiedene Meinungen herbeirufen wird. Man kann abge- stossen sein von der allzu frührreifen Intimbeichte eines Mädchens oder mit ihr mitfühlen. Der Charakter von Jasira wird von Alicia Erian keineswegs platt gezeichnet, sondern man hat das Gefühl, dass sich Jasira einem persönlich offenbart. Am Ende des Buches ist Jasira etwas reifer geworden und hat eine Freundschaft gewonnen. Für mich ein gelungenes Buch, dessen Verfilmung bereits auf dem Markt ist und welchen ich auch gerne sehen würde.
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3.0 von 5 Sternen
okay aber zu oberflächlich, 1. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Unverblümt: Roman (Taschenbuch)
Zuallererst mal, das Buch kann man in keinster Weise mit "Feuchtgebiete" vergleichen. Es ist weder eklig noch anrüchig. Die Geschichte der 13 Jährigen Jasira läßt sich gut lesen und als Frau muß fühlt man sich selbst das ein oder andere Mal in die Pupertät zurückversetzt. Dennoch finde ich das die Personen des Buches nicht besonders überzeugend dargestellt werden. Jasira deutet immer wieder an wie schrecklich der Vater ist, dennoch wird dieser in sehr vielen Passagen als eher freundlich und umgänglich beschrieben. Sicher war er in mancherlei Hinsicht sehr konservativ, dennoch hätte ich mir gewünscht man hätte die problematische Beziehung von Anfang an eindrücklicher beschrieben. Auch die anderen Personen wurde nur angerissen, man konnte sich nicht wirklich ein Bild von ihnen machen. Seltsam fand ich auch den Verlauf ,wie JAsira auf einmal einfach bei den Nachbarn einzieht und quasi adoptiert wird.Das war schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Vorallem wenn man bedenkt in welch kurzem Zeitraum das passiert. EIns allerdings hat mich richtig genervt und zwar das dieses Kind permanent einen Orgasmus hatte.Und dazu brauchte es kaum mehr als Brustwarzen berühren oder die Beine zusammendrücken z.Bsp. in der Schule. Das ist doch wohl eher utopisch. Alles in allem ließ sich das Buch gut lesen aber es war mir in vielerlei Hinsicht einfach zu oberflächlich wenn man bedenkt welche Themen alle angerissen werden. (Vernachlässigung, Mißbrauch, Gewalt, Rassismus,Pupertät und erster Sex) Vielleicht hätte es gereicht man hätte das ein oder andere weggelassen, andere Dinge dafür aber konseqenter und autentischer beschrieben.
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