Eigentlich hatte ich diesen Film nicht auf meiner „Will ich unbedingt sehen" Liste und es war mehr oder weniger Zufall das ich ihn dennoch gesehen habe. Hätte ich vorher von der Story gehört wäre ich sicherlich kaum interessiert gewesen und hätte den Film vorschnell als, sorry, Frauenfilm abgetan. Doch jetzt, nachdem ich ihn gesehen habe, lautet mein klares Fazit: Ich hätte etwas verpaßt. Im Film geht es um das Ehepaar Connie (Diane Lane) und Edward (Richard Gere) Summer. Er beruflich sehr engagiert und erfolgreich mit eigener Firma während sie sich stark für wohltätige Zwecke engagiert. Um die Kindererziehung kümmern sich neben dem Hausmädchen beide zu gleichen Teilen. Man hat den Eindruck, das gerade Connie mit ihrem Leben nicht ausgelastet ist, und als sie eines Tages in der Stadt durch eine heftige Windböe zu Fall kommt, lernt sie Paul Martel (Olivier Martinez) kennen, der ihr seine Hilfe anbietet. In seiner Wohnung überkommt sie ein Gefühl zwischen Beunruhigung und Faszination. Fortan kann sie an fast nichts anderes mehr denken als an ihn. Eines Tages steht sie wieder vor seiner Wohnungstür und eine wilde Affäre auf Zeit beginnt. Die Konsequenzen die das hat sehen jedoch anders aus als der Zuschauer erwarten.
Was diesen Film besonders macht, ist zum einen die realistische und wertungsfreie Schilderung einer Affäre. Niemand wird hier verurteilt oder beschuldigt. Endlich mal ein amerikanischer Film, der ohne den moralischen Zeigefinger auskommt. Darstellerisch überragt Diane Lane die anderen Schauspieler um Längen; überzeugend verkörpert sie den Zwiespalt zwischen Leidenschaft, Schuldgefühlen und Angst. Ihr brillantes Spiel beherscht in jedem Moment trotz der genialen Kameraführung jede einzelne Szene. Völlig zurecht wurde sie mit dieser Leistung für einen Oscar nominiert. Gewohnt Souverän, eigentlich sogar eher zurückhaltend agiert Richard Gere, für den die Rolle des gehörnten Gatten sicherlich eine neue Erfahrung war. Untreu hat mich positiv überrascht und ist unterhaltsamer, als es das Thema vermuten lies. Das Ende ist ebenso überraschend und bietet Stoff für lange Diskussionen nach einem netten DVD Abend im Heimkino.