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Unterwelt [Taschenbuch]

Don DeLillo , Frank Heibert
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

2000
Die Handlung des Romans führt von den 50er Jahren in die heutige Zeit und zurück, führt von New York durch die Weiten Amerikas bis in die Wüste Arizonas. Hauptpersonen sind Nick Shay, Manager in einer Müllentsorgungsfirma, und Klara Sax, eine Konzeptkünstlerin. Ihre Lebensläufe, ihre Erinnerungen verbinden sich mit einer Vielzahl von unvergesslichen Figuren, fiktiven und historischen, mit politischen, sportlichen und künstlerischen Ereignissen.



-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Goldmann (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442440742
  • ISBN-13: 978-3442440740
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,4 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 244.502 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Während Eisenstein die Kräfte des Totalitarismus und des Stalinismus auf die Gesichter der russischen Völker dokumentierte, bietet DeLillo ein atemberaubendes, zuweilen überwältigendes Dokument der geeinten Gewalt des Kalten Krieges und der amerikanischen Kultur. Er verabschiedet sich dabei von der Sachlichkeit, indem er die Ereignisse und die Menschen wunderbar und zugleich schrecklich findet. Unterwelt beginnt mit einem sehr gefälligen Vorwort, das einem den Atem verschlägt -- der Schauplatz ist das Baseball-Meisterschaftsendspiel zwischen den Giants und den Dodgers im Jahre 1951. Geschrieben in einem Stil, den DeLillo "Super-Allwissenheit" nennt, nehmen die Sätze ihren Lauf, als der junge Cotter Martin die Sperre zur Pressetribüne überspringt, über die Radiowellen aufsteigt, hinaus auf das Spielfeld läuft, auf das Mal zuschlittert, um einen schnellen Ball abzufangen, in die Tribüne springt, in der J. Edgar Hoover zusammen mit einem betrunkenen Jackie Gleason und einem unwirschen Frank Sinatra sitzt, und dort von der zweiten Zündung einer Atombombe durch die Sowjetunion erfährt. Es ist ein völlig überwältigender literarischer Augenblick. In dem Moment, da Bobby Thomson den von Branca geworfenen Ball in Cotters ausgestreckte Hand schlägt -- der "Schuß, der in der ganzen Welt wahrgenommen wurde" -- und sich Jackie Gleason auf Sinatras Schuhe erbricht, werden die Ereignisse der nächsten Jahrzehnte in Gang gesetzt, alle miteinander verbunden durch den Baseball, der immer wieder den Besitzer wechselt.

"Es fällt alles unauslöschlich in die Vergangenheit," schreibt DeLillo -- eine Vergangenheit, die er scharfsinnig, sorgfältig und in reizender Weise zurückruft und rekonstruiert. Ein plötzlicher Sprung vom Giants-Stadion in die Wüste von Nevada 1992 -- Nick Shay, der mittlerweile den Baseball besitzt, kommt wieder mit der Künstlerin Kara Sax zusammen. Sie hatten 40 Jahre zuvor eine kurze und wenig erfolgversprechende Liebesbeziehung, und es sind in erster Linie die Ereignisse, die Nebenwirkungen und die zufälligen Begegnungen ihrer Vergangenheit, durch die DeLillo das Erlebnis des Kalten Krieges filtert. Er glaubt, daß "globale Ereignisse die Art und Weise, wie wir leben, bis in die kleinsten Details verändern können", und als das Buch zurück ins Jahre 1951 schreitet, können wir im Laufe der folgenden etwa 800 Seiten genau sehen, wie diese Ereignisse unser Leben verändern. Dieser sich rückwärts bewegende Erzählstil erlaubt es dem Autor, den Abfall der Geschichte und der Popkultur beiseite zu räumen, bis die reinen Elemente der Geschichte übrigbleiben: die Bombe, Baseball und die Bronx. Im Nachwort, das genauso atemberaubend und überwältigend ist wie das Vorwort, spult DeLillo in eine nahe Zukunft vor, in der schonungsloser Kapitalismus, das Internet und ein neuer unterdrückter Glauben die Mischung aus Schrecken und Euphorie des Kalten Krieges ersetzt haben.

Mit Bruchstücken und miteinander verflochtenen Geschichten -- darunter Geschichten von Straßenkillern, Künstlern, Prominenten, Gangstern, Nonnen und diversen anderen -- schafft DeLillo ein zerbrechliches Netz von miteinander verwobenen Erfahrungen, einen kommunalen Zeitgeist, der -- wunderbar herausgearbeitet -- die ganzen unschönen fünf Jahrzehnte amerikanischen Lebens umfaßt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

„Ein Jahrhundertwerk, nicht mehr. Und vor allem nicht weniger.“ (Die Zeit )

„Und wie es klingt! Don DeLillo schreibt die vielleicht aufregendste Prosa unserer Zeit.“ (Die Welt ) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist ohne Zweifel ein bedeutendes Werk, das uns zum Ende dieses Jahrtausends noch einmal daran erinnert, was uns im 20. Jahrhundert fast den Garaus gemacht hätte. Es vereint auf erstaunliche Weise Dinge die nicht vereinbar scheinen: Die Atombombe mit dem Baseball - und dazwischen die Menschen, denen beides eigentlich egal sein könnte und doch nicht egal ist. Zum Schluss wird uns bewusst, dass uns im neuen Zeitalter Gefahren erwarten, die nicht mehr "greifbar" sind wie die Atombombe oder ein Baseball, aber nicht weniger gefährlich wenn man ihnen mit Gleichgültigkeit begegnet und sie eben nur "geschehen" lässt. Das Buch ist aber alles andere als einfach zu lesen. Der Witz, die Ironie, das Detail (mir gefiel z.B. besonders die Bewschreibung des "Schuhs" in allen seinen Einzelheiten) und letztendlich die Aussage ist nur etwas für den "geübten" Leser und ich würde jedem davon abraten, der nur "mal wieder was Gutes lesen will". Auf dieses Buch muss man vorbereitet sein, denn man muss sich voll darauf einlassen ! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischte Gefühle 29. August 2000
Von hartmutw
Format:Gebundene Ausgabe
"Ein gutes Buch, ich weiß nur nicht, warum ich es lesen sollte!" - so hat einmal ein renommierter Kritiker über ein anderes Buch geurteilt. Ähnlich erging es mir teilweise bei der Lektüre: So sehr ich den Prolog mochte, und auch die letzten ca. 250 Seiten, zwischendurch stellte sich bei mir ziemlicher Verdruß sein. Längere Sequenzen, wie etwa die Ausschnitte aus dem Kabarettprogramm oder die Abschnitte mit Bronzinis Mutter, kamen mir schlicht belanglos bis prätentiös vor; wollte da jemand unbedingt den 1000-Seiter schaffen? Ich jedenfalls erwarte mir von einem Buch Denkanstöße oder anschaulich geschilderte Emotionen, lieblos geschilderte Banalitäten dagegen wecken meinen Überdruß. Insofern kann ich das Buch nur bedingt empfehlen - sprachlich ist die Lieblosigkeit unserer Zeit in manchen Passagen ebenfalls eingeflossen - ein zweifelhaftes Kompliment!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So lang und doch so abwechslungsreich 24. November 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Langsam machen einen die Lobpreisungen von DeLillos neuestem Roman skeptisch. Da muss was faul sein, denkt man, aber gleichzeitig staunt man eben doch immer wieder über dieses 900-Seiten-Konvolut. Dass es jemand auf gleichbleibend hohem literarischen Niveau schafft, so abwechslungs- und facettenreich zu erzaehlen, ist in der Tat nicht oft genug hervorzuheben. DeLillo zeichnet aus, was von kaum einem anderen zeitgenössischen Autor behauptet werden kann: Er hat mittlerweile 12 Romane geschrieben, die sich thematisch und von ihren Charakteren her völlig voneinander unterscheiden. Trotzdem, und das ist ebenso erstaunlich, lassen sich Parallelen herstellen, kommt DeLillo immer wieder auf angestammte Themen zu sprechen, oft sogar in den gleichen Formulierungen. "Underworld" muss als Summe seines bisherigen Schaffens gesehen werden. Es vereint beinahe alles, was den Autor bisher beschäftigt hat, zu einem - bei aller Fragmentalität und trotz einiger Abstriche - konsistenten Text. Nick Shay ist sein Protagonist. Er begibt sich auf die Suche des Baseballs, mit dem 1951 der entscheidende Homerun im Spiel der Dodgers gegen die Giants geschlagen wurde. Es wird eine Suche, bei der Shay nicht nur seine Vergangenheit rekonstruiert, sondern auch das Amerika des kalten Krieges. Er trifft auf eine alte Liebe, die ausgediente B52-Bomber in Kunstwerke verwandelt; sucht selbst nach einer Möglichkeit, Atombomben zu beseitigen; sucht Sinn und Zusammenhalt im Baseball, und muss am Ende feststellen, dass sich die Gesellschaft um eine Leerstelle gruppiert, dass es kein gemeinsames Zentrum mehr gibt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Veröffentlicht am 12. März 2003 von derwonichtglaubt
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Am 20. November 2002 veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Zwischen zwei Stühlen
So erging es mir auch. Habe mich während des Lesens entschieden und bei ca. Seite 650 die Lesehandlung abrupt eingestellt.
Wie gings aus - wars der Gärtner ? :-)
Veröffentlicht am 3. Oktober 2002 von GHa
3.0 von 5 Sternen Zwischen den Stühlen
Bei diesem Buch sitze ich zwischen den Stühlen und habe Probleme, zu sagen, ob es mir gefällt oder nicht. Lesen Sie weiter...
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