Ein bewegendes literarisches Selbstportrait dieses außerordentlichen Mannes. Ohne Pathos, fast im Vorbeigehen, im Plauderton, erzählt er Episoden, Begegnungen aus seinem Leben, das ihn durch die Höhen und Tiefen einer sehr turbulenten Zeit und den Aufstieg und Fall gleich mehrerer Deutschlands geführt hat. Die Seele vieler Deutschen, vieler Europäer im 20. Jahrhundert: immer unterwegs, ob auf der Flucht, ob auf der Suche nach künstlerischer Freiheit, nach Frieden, nach Gerechtigkeit, nach Gleichgewicht, begleitet von der stillen Erkenntnis, daß es in diesem Leben damit wohl nichts mehr wird.
Mich haben diese Aufzeichnungen sehr bewegt. Wer länger im Ausland lebt, fängt an, sehr viel über sich und den Begriff Heimat und Zugehörigkeit nachzudenken. Martin Mosebach
Schöne Literatur. Essays mag über Exilanten literarisch bezaubernde Essays verfassen. Für Mueller-Stahl ist dieses Exil aber kein Aufsatz, den man nach einer Stunde der Erbauung beiseite legt, um dann wieder in den Alltag einzutauchen. Es geht um nichts weniger als das wirkliche Leben.
Hier erhebt ein Schauspieler die Stimme, ein Mann des Scheins, der es sich zum Beruf gemacht hat, ständig jemand anders sein zu wollen als er ist. Aber kaum wird man wohl Gedanken und Bekenntnisse finden, die es an Authentizität mit den von Armin Mueller-Stahl hier bezeugten aufnehmen könnten. Eine sehr persönliche Begegnung für jeden, der sich mit ihm auf die Reise begeben will. Ein Kleinod.