Aus der Amazon.de-Redaktion
Diese verleitet Inman dazu, vom Schlachtfeld zu desertieren, um sich müde und verwundet zu Adas geerbter Farm in der ländlichen Stadt Cold Mountain in North Carolina zurückzuschleppen. Als episches (aber dramatisch eher dürftiges) Beispiel dafür, dass man am meisten liebt, was man vermisst, kämpft sich Inman durch eine tückische Wanderung voller Gefahren (und bevölkert von illustren Nebendarstellern wie Philip Seymour Hoffman und Natalie Portman), während die unerfahrene Ada mit der temperamentvollen Ruby (Renée Zellweger) ein kompetentes Bauernhof-Gespann bildet und sich zu einer starken, liebeskranken Powerfrau wandelt.
Die episodenhafte Struktur des Films schwächt seine emotionale Wirkung etwas, und es ist recht offensichtlich, dass Regisseur Anthony Minghella hier die viel gerühmte Romantik seines oscargekrönten Hits Der englische Patient wiedererwecken will. Trotzdem funktioniert der Film über weite Strecken hervorragend, vor allem in den dynamischen Vorstellungen von Zellweger und Kidman. Und die explosive Schlacht von Petersburg, Virginia, im Jahre 1864 wird mit gewaltiger, pulsierender Intensität nachgestellt. Bewunderer von Fraziers Buchvorlage werden einige Abweichungen in Minghellas Adaption bereuen (vor allem das Ende wurde stark geändert), aber Unterwegs nach Cold Mountain bleibt ein hochklassiges Beispiel für groß angelegtes, altmodisches Filmemachen, veredelt von Star-Power aller erster Güte. --Jeff Shannon
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Bild: Das Bild besticht durch seinen brillanten Kontrast und die tief greifende Schärfe, die eine außergewöhnlich genaue Detailzeichnung aufweist. Die Farben sind kräftig und digitale Bildfehler, wie z.B. leichtes Blockrauschen in großen, einfarbigen Hintergründen treten kaum in Erscheinung und sind auch nicht geeignet, die durchweg erstklassige Wertung zu beeinträchtigen. Sehr gutes Encoding.
Ton: Der 5.1-Ton zeichnet sich durch eine sehr klare Dialog-Kulisse-Trennung aus, die es schafft, ohne jedes Übersprechen oder Verständlichkeitsverlust, auch in temporeichen Szenen den akustischen Überblick zu behalten. Die Effekte warten mit tief greifender Dynamik und einer treffsicheren Räumlichkeit auf. Einzelne Bassimpulse reichen bis unter die 35hz-Marke herab, ohne das ein nennenswerter Pegelverlust merkbar ist. Schüsse knallen kurz und knackig, nahezu frei von Nachschwingen, oder Dröhnen. Jedes Geräusch der aufwendigen Atmo ist klar rundum zu orten.
Extras: Die Disc enthält als Extra 11 entfallene Szenen, die in schauriger Qualität vorliegen. Das ist etwas wenig für einen brandneuen Film, der gerade 7 Oscars abgeräumt hat und dies auf seinem Cover in großen Lettern propagiert. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Wie in seinen beiden letzten Prestigeprojekten 'Der englische Patient' und 'Der talentierte Mr. Ripley' konnte sich Oscarpreisträger Minghella auch dieses Mal auf eine erlesene literarische Vorlage, Charles Fraziers Bestseller 'Cold Mountain', stützen. Die Struktur des Buchs, das Auf- und Abblenden zwischen der Heimat in den Blue Ridge Mountains von North Carolina und der Odyssee eines desertierten Soldaten nach Hause, behält die Verfilmung bei, wie auch den unpathetischen Erzählton und den Schwerpunkt, der auf dem Intimen, nicht dem Monumentalen liegt. Geradezu auffällig meidet der Film episch-majestätische Shots, die bei einem Projekt wie diesem möglich gewesen wären, um den erzählerischen Umfang zu spiegeln. Selbst die einzige große Schlachtsequenz, in der zu Beginn Yankee-Truppen in ihre eigene Falle tappen und - zur nahezu statischen Masse gestaut - von Südstaatlern abgeschlachtet werden, ist eher ein schmutziger hässlicher Blick aufs Detail als ein wuchtiges Panorama-Gemetzel. Hier, inmitten von blutig verstümmelten, aufgetürmten Leibern, beginnt die Geschichte des Konföderierten Inman (Jude Law), der schwer verletzt wieder einmal dem Tod entkommen ist. Warum er verschont wurde, erfährt er aus einem Brief im Hospital. 'Komm zu mir zurück', schreibt ihm Ada (Nicole Kidman), die intellektuelle, aristokratisch wirkende Reverendstochter, die er drei Jahre zuvor in Cold Mountain verlassen hat, um in den Krieg gegen die Yankees zu ziehen. Der Reiz dieser Liebesgeschichte, dem Motor der Handlung, ist ihr Entwicklungsstadium. Während Inman flieht und sich, bedroht von Gesetzlosen, Yankees, aber auch Konföderierten, die Jagd auf Deserteure machen, durch das Hinterland der Front schlägt, erfährt man in Rückblenden, dass er und Ada sich vor dem Abschied kaum kannten. Dass ihre Liebe bisher nur ein großes Versprechen war, besiegelt in einem einzigen Kuss. Diese Sehnsucht ist der Impuls zum Leben für beide Charaktere. Für Ada, die nach dem Tode ihres Vaters, verarmt und fast verhungert, in der energischen Ruby (Renée Zellweger) Hilfe und Freundschaft findet. Wie auch für Inman, der schillernden Figuren begegnet, die ihm helfen, ihn verführen, verraten oder töten wollen.
Das ganze Spektrum der menschlichen Natur ist in diesem, vornehmlich in Rumänien gedrehten Film komprimiert, den man sich noch länger wünschte als 155 Minuten. In seinem Reisemotiv wirkt 'Unterwegs nach Cold Mountain' notwendigerweise episodenhaft, hat einige packende Spannungsmomente und trotz einer ruhigen Erzählweise gerade in der zweiten Hälfte einen dramatischen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Manche der Figuren muss man zu schnell verlassen, aber alle bleiben in Erinnerung. Der gefallene Gottesmann (Philip Seymour Hoffman), der eine von ihm geschwängerte Schwarze zu töten versucht, die einsame junge Witwe (Natalie Portman), die fast vergewaltigt wird, Adas Nachbarin Sally, die Mann, Söhne, Sprache verliert und doch wieder lachen kann, Ray Winstone als Killer und Hassfigur des Films sowie Chamäleon Brendan Gleeson als Rubys verachtenswerter Vater, der sich Vergebung verdient. Diese bis in die kleinsten Rollen markante Besetzung gehört wie Kamera, Ausstattung, Regie und Soundtrack (sehr zurückgenommene, authentische Musik) zu den Qualitätskomponenten von 'Unterwegs nach Cold Mountain', aber seine hoffentlich positive kommerzielle Zukunft entscheiden die drei Stars. Kidman und Law sind als attraktive, nuanciert Emotionen zeigende Geschöpfe perfekt besetzt, doch Zellweger übersteht das Duell mit diesen Kameramagneten mit einem Triumph. Ihre furchtlose Ruby, die anfangs wie ein Trampel vom Schlag 'Kohlhiesels Töchter' über Adas marode Farm hinwegfegt, bringt Humor, Herz und Dynamik in den Film, der nicht nur in ihrer Darstellung absolute Oscarreife zeigt. kob.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Produktbeschreibungen
Nur ihre Briefe geben Inman die Kraft zum Überleben. Und als Inman schwer verletzt nach der Schlacht von St. Petersburg im Lazarett liegt, beschließt er zu desertieren. 300 Meilen durchquert er zu Fuß ein Land, das an den Wunden seines Bürgerkriegs leidet. Aber auch Ada hat der Krieg verändert. Nach dem Tod ihres Vaters (Donald Sutherland) hätte die zarte Städterin fast vor dem rauen Leben in der Kleinstadt Cold Mountain kapituliert. Aber mit Hilfe der naturverbundenen Ruby (Renée Zellweger) wird aus Ada eine selbstbewusste Frau, die ihren Lebensunterhalt mit der väterlichen Farm erwirtschaftet.
Dennoch sehnt sie sich nach nichts so sehr, wie nach Inmans Heimkehr. Auf seinem gefährlichen Heimweg begegnet Inman Verbündeten wie dem ehemaligen Pfarrer Veasey (Philip Seymour Hoffman) und der Kräuterfrau Maddy (Eileen Atkins) aber auch unerwarteten Feinden wie dem Hinterwäldler Junior (Giovanni Ribisi). Und als Inman in die Nähe von Cold Mountain kommt, läuft er Gefahr, als Deserteur entdeckt zu werden. Auf fahnenflüchtige Soldaten hat es Teague (Ray Winstone), der brutale Anführer der Bürgermiliz