Als Kind habe ich diese Serie - genau wie die Bücher - heiß und innig geliebt. Ähnlich wie andere SF-Kinderserien aus dieser Zeit (z.B. "Sternensommer" oder "Jan vom goldenen Stern") hatte sie eine ganz eigene Stimmung, die sich von der heutigen TV-SF massiv unterscheidet - und abgesehen davon gab es nunmal vor annähernd 30 Jahren so wenig SF im Fernsehen, man war ohnehin für alles dankbar!
Die Handlung von "Unterwegs nach Atlantis" ist ohnehin interessant, und ich weis noch genau, wie unheimlich aufregend mir seinerzeit die ganze Story vorgekommen ist, und wie fasziniert ich diese Serie mit 8 Jahren verfolgt habe.
Nun, das Wiedersehen mit "Unterwegs nach Atlantis" mehr als 25 Jahre später war sicherlich eine spannende Erfahrung. Wie so oft mit schönen Kindheitserinnerungen stellt man fest, dass früher vielleicht nicht alles so toll war, wie man es im Gedächtnis hat.
Mit den Augen eines Erwachsenen kommt man nicht umhin, einige Schwächen festzustellen: die Tricks sind grottenschlecht (wie der Darsteller von Rhon zu Beginn auf der Stelle joggen muss kam mir seinerzeit schon dämlich vor!) und sorgen mitunter für eine fast surreale Fernseherfahrung, die Ausstattung sieht weiterhin manchmal direkt albern aus. Darüber hinaus hat die Handlung mitunter eklatante Lücken, die einen mitunter kopfschüttelnd zurücklassen. Die Sprünge in der Handlung sind mitunter wüst, und mit welcher Selbstverständlichkeit die Protagonisten auf mitunter bizarre Schlußfolgerungen kommen, naheliegende Fragen oder Ideen aber komplett ignorieren ist wirklich erstaunlich.
Das alles ohnehin etwas kindlich-naiv ist versteht sich von selbst.
Die Gesellschaft und die Mentalität im Jahr 3000 unterscheidet sich wenn überhaupt anscheinend nur in winzigen Nuancen von der des Jahres 1981, und logische Probleme wie Zeitparadoxa etc. werden von dieser Serie schwungvoll ignoriert.
Aber andererseits: wen interessiert das?
Objektiv kann man sich dieser Serie ohnehin nicht nähern. Damit meine ich, "Unterwegs nach Atlantis" ist eine fast 30 Jahre alte Kinderserie, die ohnehin nur Nostalgiker sehen werden, eben jene, welche die Serie noch aus ihren Kindertagen kennen.
Wer sich für eine moderne Zeitreisengeschichte interessiert greift sicherlich nicht ausgerechnet (!) zu dieser Serie, deswegen gehe ich ruhigen Gewissens davon aus, dass jeder Zuschauer weis, was ihn erwartet: eben ein Wiedersehen mit alten Bekannten.
Außerdem hat die Serie durchaus einige echte Pluspunkte - neben dem Retro-Gefühl: die Handlung ist beispielsweise ziemlich vielschichtig, originell und alles andere als gradlinig. Ohne sich um die Probleme einer Zeitreise großartig zu kümmern geht es unbekümmert und in Rekordzeit von einem historischen Eckpunkt zum nächsten.
Die aufgeworfenen Fragen sind außerdem durchaus interessant, die schauspielerischen Leistungen ebenfalls OK. Die Musik weckt daneben ohnehin Kindheitserinnerungen!
Insofern also gilt für "Unterwegs nach Atlantis" das, was für viele Produkte gilt, denen man das Prädikat Kult" gibt: entweder man liebt es - oder man kann so rein gar nichts damit anfangen. Um die Serie zu lieben muss man sie vermutlich noch aus Grundschulzeiten kennen... und dann geht es einem so wie mir, der einfach nicht anders kann und dem Ganzen, trotz aller vermeintlicher Schwächen, die Höchstnote gibt!