Samuel spricht nicht. Er bewegt sich durch Zeit und Raum, furzt Farbe, zeichnet Türen in die Schwärze und betritt farbexplosive Räume, beugt sich zu einer Blume, während hinter ihm die Zivilisation beginnt, und als er von der Pflanze wieder ablässt, ist sie schon untergegangen. Samuel ruht sich nach einem Seebad aus auf einem Handtuch, das wie eine Flagge aussieht. Er scheint aus dem Weltraum zu kommen, aber auf der Erde gibt es Kreaturen, die ihm ähnlich sind. Offensichtlich hat er einen kleinen Penis, der mitunter leicht aufgerichtet zu sein scheint, aber das dürfte keinen Leser kümmern. Musturis stummes Buch wirkt alleine durch die Sattheit seiner Farben. In Schwarz-Weiß unvorstellbar. Die Seiten sind streng und einheitlich aufgebaut: Vier gleich große Quadrate, die nur gelegentlich aufgebrochen werden durch zweiseitige Bilder, deren Rahmen der Rand des Buches ist. Samuel durchlebt nichts, er wandelt von Station zu Station, ungerührt und ohne Erwartungen, ohne Kontakte, doch auch das stört ihn nicht. Einmal wird er von einer riesigen menschlichen Hand herum geschubst, drangsaliert, zerquetscht, in Quadratur gebracht und wieder aufgerichtet. Vermutlich Musturi selbst, der mit Samuel widerwärtig verfährt, und auch das ficht das weiße Männchen mit den dicken Lippen nicht an. Er hält es aus. Samuel schnitzt sich eine Flöte. Er macht Entdeckungen, aber er freut sich nicht darüber, er fängt damit nichts an. Sein Handtuch ist vielfältig einsetzbar, bringt ihn zum ewigen Eis, in die Wüste und in die Lüfte. Er schreitet durch gekippte, verkantete Zonen auf seiner episodischen Reise, die manchmal Zivilisationskritik sein möchte oder ein Beispiel für Gleichmut, aber auf weite Strecken doch nur Farbmusik ist. Samuel ist eine leere Folie, auf die man alles kippen kann, oder die leer bleibt. Er ist weder vergnügt noch ängstlich. Manchmal sitzt er einfach nur da. So wie ich jetzt. Nur dass ich daraus nicht gleich einen Comic machen will.