Im Jahr 1952 betreibt Roger Lindahl ein kleines Geschäft für Fernsehelektronik in Los Angeles. Mit seiner Ehefrau Virginia war er 1944 während des zweiten Weltkriegs von Washington nach L. A. gekommen, da man dort damals gutes Geld in der Rüstungsindustrie verdienen konnte. Nun, im Jahr 1952, läuft Lindahls Geschäft nur schleppend.
Der 7-jährige Sohn Gregg soll in eine Privatschule in den Bergen geschickt werden. Wegen seines Asthmas, aber eigentlich da "die Situation zu Hause etwas schwierig ist. Die Atmosphäre ist ziemlich angespannt...", wie Virginia der Schulleiterin Mrs. Alt erklärt.
Roger lässt sich nur mühsam von dieser Idee überzeugen. Als jedoch das Ehepaar Liz und Chic Bonner, die zwei 12-jährige Söhne auf dieser Schule haben und in der Nähe der Lindahls in L. A. leben, sich zu einer Fahrgemeinschaft bereit erklären, beginnt Gregg das neue Schuljahr an der Los Padros Valley School.
Schnell entwickeln sich zwischen den Ehepaaren Lindahl und Bonner über die Fahrgemeinschaft hinaus private Kontakte und die Welt beider Paare gerät gehörig in Unordnung.
Philip K. Dick schildert das Leben zweier durchschnittlicher amerikanischer Mittelstandfamilien in den 1950er Jahren. Dabei treffen grundverschiedenen Charaktere aufeinander: Virginia, die eine übertrieben hohe Meinung von ihrer Herkunft hat, tritt kühl und unangenehm arrogant auf, dabei aber intelligent und gut erzogen. Roger, der aus ärmeren Verhältnissen stammt und den frühen Tod seines Bruders nicht verwunden hat, wirkt ängstlich, flüchtet sich zuweilen in Fantasiegeschichten, fühlt sich schnell gedemütigt und übergangen. Chic ist nüchtern, ein gewiefter und betuchter Geschäftsmann, auch wenn er etwas behäbig wirkt. Seine Ehefrau Liz wird als liebenswerter Dummkopf beschrieben, sie scheint in ihrer eigenen Welt zu leben und vergisst darüber oft die Realität.
Dicks Protagonisten bemühen sich eine Fassade von Wohlanständigkeit und Moral aufrecht zu erhalten, obwohl sie sich zunehmend in einem unauflösbaren Dilemma verstricken.
Dick dringt nicht zu tief in seine Figuren ein. Er beschreibt sie zwar liebevoll und genau, lässt ihnen aber respektvoll ihre kleinen Geheimnisse - mit einem kleinen Augenzwinkern. Dadurch bleiben die Handlungen glaubwürdig und die Charaktere authentisch. Der Erzählstil ist etwas melancholisch, ruhig und sachlich, aber durchaus sehr unterhaltsam.
Der Autor zeichnet gleichzeitig auch ein Bild von den gesellschaftlichen Verhältnissen in Kalifornien zu jener Zeit. Die Industrialisierung nimmt zu, der Kapitalismus startet durch und fordert seine ersten Opfer.
Philip K. Dick, der als Science-Fiktion-Autor erst nach seinem Tod Ruhm erlangte, schrieb diesen Roman vermutlich Mitte der 1950er Jahre.
Diese Milieustudie, auch etwas der Stil, erinnert an
Zeiten des Aufruhrs: Roman von Richard Yates ohne dessen sprachliche Brillanz zu erreichen.
Deshalb 3,5 Sterne.