Reisetagebücher gibt es, seitdem Menschen reisen. Manche sind von Unbekannten geschrieben und haben trotzdem die Zeiten überdauert, andere sind von Autoren, deren Namen unvergessen bleiben wie Albrecht Dürer, Alexander von Humboldt, James Cook, Victor Hugo, Paul Gauguin, Edward Hopper, Eugène Delacroix, Pablo Picasso etc.
Dieser Band zeichnet die Geschichte der Reisetagebücher nach und gibt einen prächtigen Überblick über die vielfältigen Formen, in denen sie verfasst wurden und werden: von den ersten illustrierten Notizen bis hin zu eigenständigen Kunstwerken ... wie verhält es sich mit dem Aufkommen von Eisbergen? Von Island aus geht es nach Norden, in den Scoresbys und und darüber hinaus, aber bald schon wird klar, dass schlechtes Wetter und umhertreibende Eisschollen eine Fortführung der Expedition als zu gefährlich erscheinen lassen, der Rückweg wird angetreten. Das eigentliche Ziel, Danmarkshavn auf dem 76. Breitengrad konnte somit nicht erreicht werden, das Schiff ist aber weit nach Norden vorgedrungen, und so ist niemand enttäuscht, umkehren zu müssen.
Nach drei stürmischen und aufregenden Monaten kommt die Expedition wieder im Heimathafen Flensburg an - schließlich ist auch der Eiswürfelvorrat, den man direkt vom Eisberg gebrochen hatte, um den Bordwhisky "on the rocks" zu genießen, schon längst aufgebraucht. Während dieser Zeit dokumentiert Rainer Ullrich mit Stift und Pinsel die Reise. So entstehen Dutzende von Aquarellen und Zeichnungen, sowie ein richtiges Expeditionstagebuch. Dieses Arbeiten legt jetzt der RvR Verlag unter dem TitelGrönland vor. Schon gestalterisch kommt das Buch wie ein Expeditionstagebuch her, ein Querformat, eingeschlagen in schwarzem Kunststoffleder. Auf jeder rechten Seite des Buches sieht man eine Doppelseite des Bordtagebuchs, daneben ergänzen Fotos und Zeichnungen die jeweilige Doppelseite. Man ist überrascht, wie bei aller Zurückhaltung die Arktis in den Arbeiten Ullrichs ihren ganz eigenen, manchmal durchaus farbenfrohen Charme entfaltet. Die Fotos von Thomas Heller ergänzen und unterstreichen diesen Eindruck. Somit erhält der Leser einen schönen Einblick über den Ablauf der Reise:"Obwohl wir alle das Eis kennen, herrscht ganz plötzlich ein wache Stimmung an Deck. Irgendwie etwas unheimlich, die Sicht wird schlechter - du weißt nicht, was gleich kommt - Stille-"