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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Staudtes Geniestreich mit erbärmlichen Zusatzmaterialien,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (DVD)
Wolfgang Staudte war einer der renommiertesten deutschen Regisseure der Nachkriegszeit. Zu seinen gelungendsten Filmen gehört zweifellos "Der Untertan", die geradezu bahnbrechende Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann.Zunächst zu den Extras dieser DVD: Die Bio- und Filmographien über Staudte und Werner Peters, der mit der Darstellung des Dietrich Heßling sein Meisterstück ablieferte, sind arg lückenhaft und oberflächlich. Das knapp fünfzehnmütige Interview eines Historikers über die geschichtlichen Hintergründe wirkt inhaltlich ziemlich improvisiert und glänzt auch äußerlich mit schlechter Ton- und Bildqualität (Badezimmer-Sound vor holpriger Kulisse). Interessanter wäre wohl eine filmhistorische Betrachtung gewesen; die findet aber leider gar nicht statt. Dann sind da noch drei Wochenschauberichte ("Der Augenzeuge") zu Staudte-Filmen aus den Jahren 1943 ("Die Mörder sind unter uns"), 1951 ("Der Untertan") und 1953 ("Die Geschichte vom kleinen Muck") zu sehen. Zufälligerweise sind diese drei Streifen beim gleichen Verlag auf DVD erschienen, ansonsten aber durchaus interessant. Für diese qualitativ insgesamt magere Zusatzausstattung gibt es einen Punkt Abzug. Es wäre ehrlicher und billiger gewesen, auf einige Pseudoextras zu verzichten und stattdessen den Preis der DVD abzurunden. Denn der Film selbst - das ist natürlich die Hauptsache! - wird in wohl bestmöglicher Bild- und Tonqualität angeboten. Er hätte den Alibi-Bonus gar nicht nötig gehabt. Ein glattes, sauberes Schwarzweißbild mit guten Kontrastabstufungen und ein hinreichend klarer, verständlicher Ton machen den Film zu einem Genuß. Die TV-Ausstrahlungen sind nach meiner Erinnerung von deutlich schlechterer Qualität. Dieser Film wird auch nach fünfmaligem Ansehen nicht langweilig. Die filmische und dialogtechnische Detailtreue liefert dem Zuschauer immer wieder neue Denkanstöße und Entdeckungen. Leisten Sie sich den perfekten und stets humorvollen Einblick in das wilhelminische Deutschland um 1900, dem der Erste Weltkrieg dann ein jähes Ende setzte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"... der Umsturz...",
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (DVD)
Der UntertanDer Film "Der Untertan" nach dem gleichnamigen Roman ist eine kritische Betrachtung der Kaiserzeit. Die Geschichte erzählt die Studienzeit des Antihelden D. Hessling, der sich in Berlin dem Corps Neu-Teutonia anschliesst um seine gesellschaftliche Stellung zu sichern und um sich in der Geborgenheit einer Befehlstruktur zu wissen. Mit der Person D. Hessling rechnet der Autor auf spitze und ironische Weise mit seinem Bruder ab, der selsbt einst Corpsstuden war. Anschliessend wird auch der berufliche Werdegang von D. Hessling dargestellt, der sich selbst den aristokratischen Strukturen bedingungslos unterordnet und als Opportunist versucht seine persönlichen Ziele zu erreichen ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen. Der Film behandelt alle Stereotypen der wilheminischen Zeit und stellt sie bloß. Ein grandioser Film mit vielen Szenen zum Nachdenk und ebenso vielen zum Schmunzeln. Er ist daher gut geeignet für Zuschauer, die geren einen kritischn Blick auf Sich und die Gesellschaft werfen und einen sarkastischen Humor zu schätzen wissen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"So sprach Diederich Heßling und sprachen noch viele nach ihm, bis auf den heutigen Tag...",
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (DVD)
Wir *mußten* das gleichnamige Buch damals in der Schule lesen und immer wenn man etwas *muß*, dann ist dies oft - na ja...Dann aber sah ich den Film dazu, damals noch im Fernsehen und ich war wirklich sehr angenehm überrascht. Die Schauspieler sind ganz große Klasse (sicher manches ist etwas überzeichnet) aber die Grundaussage wird (jedenfalls meiner ganz persönlichen Meinung nach) hier ausnahmsweise mal im FILM und nicht so sehr im Buch besser rübergebracht. Der Film ist alt, das Buch ist noch älter, was also hat beides mit unserer heutigen Zeit zu tun? Nun, man braucht sich z.B. nur mal in der Firma oder auch im Bekanntenkreis umzusehen und man wird dort ohne jeden Zweifel (mindestens) einen Diederich Heßling finden. :-) Diese "Radfahrer", die immer nur nach oben buckeln und nach unten treten, die gab es schon immer und gibt es auch heute zuhauf. Und gerade solche superangepaßten (und oft genug super- scheinheiligen) Karrieristen, ohne Moral und ohne Rücksicht auf irgendwas, diese "zahlenorientierten" aber moralisch verkrüppelten Gestalten - das sind die Menschen, die eine Gesellschaft nicht nur einmal gründlich ins Verderben geführt haben. Sie sind zwar keinesfalls ein deutsches Phänomen, nur ist dies letztlich eben auch kein Trost. - Ich glaube, viele von denen erkennen sich im Film wieder, weshalb die doch sehr gemischte Punktevergabe für mich persönlich auch keine Überraschung ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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