Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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77 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Man braucht dieses Buch, allerdings nicht für echten Unterricht, 19. August 2006
Dies ist das Standardwerk von Hilbert Meyer, dem Papst der Theorie vom Handlungsorientierten Unterricht.
Kein Zweifel, dieses Buch ist beliebt. Sehr sogar. Es ist eines der Standardwerke deutscher Seminarweisheit. Die Sympathie ihres Prüfers ist ihnen damit meist sicher.
Und es ist ja auch irgendwie toll, wenn die Schüler im Unterricht nach einer Einigung mit dem Lehrer ganz von selbst forschen, miteinander arbeiten und sich das erarbeitete Wissen gegenseitig präsentieren. Und Sie, als Lehrer spazieren durch ihren Unterricht, moderieren ein wenig und freuen sich, denn alles läuft alles doch fast von selbst. Und zum Schluss der Lehrprobe gibt es dann sogar meist gute Noten, da alles so modern und konstruktiv(istisch) aussieht. Wer hätte gedacht, dass guter Unterricht doch so einfach ist?
So weit die Show !
In der beinharten Unterrichtspraxis haben Sie von Herr Meyers Werk weit weniger. Warum?
--> Nirgendwo wird erklärt, wie die Schüler die kurzfristig erforschten Kenntnisse auch langfristig behalten.
--> Kein einziger Satz zu guter Prüfungsvorbereitung oder PISA-Tests oder Zentralabitur, dafür jede Menge schöne Theorien.
--> Handlungsorientierter Unterricht hat gerade für Anfänger in Prüfungssituationen diverse Gefahren, wie Zielunklarheit, zeitliches Auseinanderlaufen der Arbeit, ständiges Improvisieren des Lehrers bei unvorhergesehenen Situationen. Glauben Sie nicht, die Schüler hätten hier nur ein bis zwei Lernhürden. Meist haben sie statt eines Problems 4-5 miteinander verzwickte Lernprobleme, die auch noch pro Gruppe anders aussehen.
--> Das ganze kostet sehr viel Zeit, die Ihnen der Lehrplan nur für die seltenen Feiertagssstunden einer Lehrprobe bietet.
--> Gerade für Anfänger: Wenn sie nicht aufpassen, lernt jede Gruppe etwas anderes. Bei einer Stunde sind die Unterschiede noch minimal und den Prüfern fällt das nicht auf, aber je mehr HO-Unterricht sie machen, desto schlimmer wird das.
Also, setzen Sie das Werk, wenn überhaupt, dann nicht unüberlegt ein!
Mir persönlich hat es ausser guten Noten in einigen Showstunden nichts für die Entwicklung wirklich guten Unterrichts gebracht!
Mit dieser Methode motivieren sie nicht so sehr ihre Schüler sondern viel eher ihre Seminarleiter.
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73 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Warum dieses Buch schwer verdaulich ist, 8. August 2006
Also, das war mein erstes Unterrichtsbuch.
Es wirkt am Anfang toll, mit seinen tierisch vielen Kapiteln, seinen tollen Bildern, seiner flotten Schreibe und diesen drolligen Landkarten. Naja, und dann hört man ja auch ständig was über Meyer im Seminar, der ist ja der Papst der Handlungsorientierung. Also ein Musskauf, dachte ich.
In meiner ganzen Ausbildung habe ich immer wieder zum Buch gegriffen, aber keinen richtigen Unterricht damit machen können. Es war (böse gesagt) eine durchgehende Zeitverschwendung. Warum?
Weil man erst keinen Anfang findet. Wieviel Theorie muss man wälzen (so aus dem ersten Band) bevor man einen Unterrichtseinstieg planen kann? Gar keine Theorie! Ich habe einfach bekannte Szenen aus dem Arbeitsleben recherchiert und nachgestellt und die Schüler gefragt, wie sie mit den Problemen umgehen würden. Und tatsächlich, es lief, sie lernten was ganz ohne Meyer.
Dann kam die Zeit meiner Unterrichtsbesuche. Da fehlte dann ja alles an meinem Unterricht, blabla, ihr kennt das schon, die Seminargötter müssen verrückt sein, und überhaupt, ob ich denn den Meyer schon kennen würde...
Und ich suchte fieberhaft in diesem Meyer nach der Lösung. Und fand zwar jede Menge andere Probleme (Bäume) aber keinen roten Faden (Wald) wie man besser wird.
Ein ganz anderes Buch brachte dann den Durchbruch. Die "Unterrichtsrezepte" von Grell, wo mir zum erstenmal bewusst wurde, dass das hier alles zwar modern klingt, aber aus den 70ern und 80ern stammt, und dann auch erst in den 90ern publiziert wurde. Das Drumherum um die Handlungsorientierung ist ja theoretisch ganz nett, aber der Hintergrund davon beschränkt sich auf recherchieren und basteln, bzw. nacherfinden. Und genau diese Zeit haben unsere Schüler nicht, denn sie forschen zwar langwierig, aber sie üben nicht genug, sie lernen nicht genug für Klausuren, Abschlussprüfungen und/oder PISA!
Und dann fiel mir auf, dass Herr Meyer zwar ein Quellen- und Zitierkönig ist, aber fast alles nur aus deutschen Quellen stammt. Ja, ist denn Pädagogik eine deutsche Erfindung? Irgendwie nicht, wie uns PISA aufklärt.
Und wieder half mir Grell mit seinen englischen Quellen, seinen Studien (von 1974, die schon damals zeigten, wie irrelevant die Frage nach der Unterrichtsmethode ist) Und nun, am Ende der Ausbildung, habe ich den Meyer zwar zigmal gelesen, aber nie wirklich nutzen können. Mein Fazit: Erstmal ausleihen und mit Vorsicht geniessen, es ist nicht leicht verdaulich.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Überflüssige Collage , 28. April 2008
Als angehender Lehrer suchte ich in Meyers Unterrichts-Methoden Rat und Orientierung zu Fragen der Unterrichtsgestaltung und das, was ich vorfand war ein zusammenhangloses Sammelsurium von aufgewärmter Spät-68er Pädagogik und breiter Selbstdarstellung des Autors. Das Buch ist didaktisch unausgegoren und der witzelnd-rebellische Kommunen-Stil von Meyer macht die Lektüre bereits nach wenigen Seiten zu einer irritierenden bis nervig-peinlichen Angelegenheit.
Um zu einem didaktischen Klassiker zu werden fehlt Meyers Buch die Substanz und zu einem hilfreichen Ratgeber für angehende Lehrer die Aktualität. Somit - und das wohlüberlegt - nur einen Stern von mir.
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