manager magazin 09/2001
Wie kann ein Unternehmer seine Firma unbeschadet an den richtigen Nachfolger übergeben? Abschied vom Lebenswerk
In den nächsten Jahre übergeben mehrere hunderttausend mittelständische Unternehmer in Deutschland ihre Firmen in andere Hände. Drei Rechtsanwälte haben ein Buch geschrieben, das bei der schwierigen Übung des Loslassens helfen soll. Die Stabübergabe vom alten an den neuen Eigentümer lässt sich mit dem von den Autoren entwickelten Modell genau projektieren.
Wichtigste Botschaft: Der Eigentümerwechsel ist ein sozialer Prozess. Bei der Mehrzahl der Übergaben werden einseitig die finanziellen Transferkosten optimiert. Unberücksichtigt bleibt hingegen der soziale Preis. Ein Fehler, können doch die Kosten, die durch den Wechsel an der Spitze entstehen, den Wert eines Unternehmens erheblich mindern etwa wenn durch eine Übergabe die Unternehmenskultur leidet oder wichtige Führungskräfte die Firma verlassen.
Folgerichtig befasst sich das in diesem Buch vorgestellte Modell zunächst mit der Analyse der emotionalen Situation der beteiligten Personen zum Beispiel des Unternehmers selbst, seines Lebenspartners oder seiner Kinder. Es folgt ein Leitfaden zur Untersuchung der strategischen Marktposition des Betriebs; hier lehnen sich die Autoren an das Wettbewerbsmodell von Managementprofessor Michael Porter an.
Nun muss noch der richtige Nachfolger gefunden und der Unternehmenswert bestimmt werden. Auch hier leistet das Buch Hilfestellung. Die letzte Stufe beim Planen des Übergabeprozesses bildet schließlich die Optimierung der Nachfolge unter rechtlichen und unter steuerlichen Gesichtspunkten.
Die Autoren haben alle Kapitel mit Checklisten und Fallbeispielen angereichert, so dass sich eine Unternehmensübergabe zuverlässig planen und zügig umsetzen lässt.
Fazit: Dieser praxisnahe Leitfaden wird jedem wertvolle Dienste leisten, der einer Unternehmensübergabe konfrontiert ist sei es als Alteigentümer, als Käufer oder als Berater.
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Kurzbeschreibung
Etwa eine halbe Million Familienunternehmen stehen in den nächsten fünf bis zehn Jahren vor einer der größten Herausforderungen ihrer Geschichte: dem Wechsel des Unternehmers. Auf den ersten Blick erscheint die Nachfolge-Frage als bekannte Aufgabe: in welcher Form, zu welchem Zeitpunkt, wie und an wen Führungsaufgaben, Entscheidungskompetenzen und Unternehmensanteile von der Gründergeneration übergeben werden. Und zwar an Nachfolger aus dem Kreis der Familie, an angestellte Manager oder einen externen Käufer. In Wirklichkeit aber geht es um viel mehr: Es geht um Abschied, Macht, Geld, Einfluss, Eitelkeiten und Ehre. Es geht um Familiengeschichte, Interessensicherung, um Vermögen, Vermögensverteilung, ängste, Mitarbeiter, gesellschaftliches Ansehen. Unternehmernachfolge somit ausschließlich als die Nachfolge des aus Altersgründen ausscheidenden Gründerunternehmers zu betrachten, wäre zu kurz gegriffen. Nachfolge ist nämlich nicht nur der "letzte Akt" im Lebenswerk einer Unternehmerpersönlichkeit, sie ist ein Prozess mit mehreren Handlungsfeldern, der viele Jahre vor dem eigentlichen Abschied der Gründerpersönlichkeit beginnen sollte. Genau an diesem Prozessgedanken setzt dieses Fachbuch an. Es begleitet Unternehmer, deren Familie und deren Berater durch alle kaufmännischen, finanziellen, juristischen und persönlichen Handlungsfelder. Mit dem Ziel, eine für den Unternehmer, seine Familie und sein Unternehmen bestmögliche Nachfolgeregelung zu erreichen.