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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Hält nicht, was man von Malik gewöhnt ist,
Von Conami (Heidelberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Unternehmenspolitik und Corporate Governance: Wie Organisationen sich selbst organisieren (Gebundene Ausgabe)
Grundsätzlich halte ich die Bücher und Positionen von Fredmund Malik für sehr wertvoll, zum großen Teil bieten sie für meine Arbeit wichtige Orientierungspunkte und ich finde darin immer wieder Anregungen zur Verbesserung der Wirksamkeit auf persönlicher und auf Unternehmensebene.Doch bei diesem Band bin ich hin- und hergerissen. Zum einen habe ich mich einfach geärgert, dass er fast zwei Jahre später erschienen ist als im ersten Band angekündigt. Egal wem das anzulasten ist, ich finde es ärgerlich, gerade weil Maliks Bücher eine große Bereicherung für die Managementliteratur sind. Inhaltlich bin ich zu einem großen Teil enttäuscht. Durch die ersten Kapitel muss man sich durchquälen. Zweifellos hat er Recht mit der Bedeutung, die er der Kybernetik für die Bewältigung von Komplexität im Management zurechnet, aber läßt sich diese Bedeutung durch endlose Begriffsdefinitionen und Einordnungen belegen? Ein Lichtblick ist das faszinierend einleuchtende Beispiel, das er zur Verdeutlichung von kybernetischer Selbststeuerung anführt: der regelbasierte, selbststeuernde Kreisverkehr gegenüber der Ampelsteuerung. Mehr Beispiele dieser Art, z.B. auch aus Bionik und gern auch mal ganz konkret aus Unternehmen hätten der Lesbarkeit sehr gut getan. Inhaltlich brillant ist zweifellos Teil 3 über das Unternehmens-, das Umwelt- und das Führungskonzept. Maliks Verständnis von Corporate Governance ist im Wesentlichen im Abschnitt Unternehmenskonzept enthalten. Wenn man hierzu allerdings Band 1 ("Das A und O des Handwerks") zur Hand nimmt, zeigt sich, dass der größte Teil und vor allem die wesentlichen Punkte dort bereits sehr gut und auch ausführlich behandelt sind. Ich halte Band 1 ohnehin für ein Meisterwerk und eine geniale Zusammenfassung seines Managementsystems. Uneingeschränkt positiv beurteile ich Teil 4, in dem der Autor auf zahlreiche Selbststeuerungsgrundsätze eingeht. Die Ausführungen erreichen hier wieder die übliche Praxistauglichkeit, die man aus den Malikbüchern gewohnt ist. Zum Schluss noch eine Stilkritik: In diesem Buch taucht das Wort 'Malik' so häufig auf wie in keinen Band zu vor. Es geht einem beim Lesen auf die Nerven. Er, der sich immer wieder gegen Personenkult im Management gewendet hat, sollte selbst etwas mehr vornehme Zurückhaltung üben. Zumal es ihm vermutlich nicht darum geht, einen Werbeprospekt für seine Seminare und Dienstleitungen zu schreiben, sondern sein Lebenswerk zum Thema Management zu Papier zu bringen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Systemisches" Management - ein umfassender Ansatz,
Von Rudolf Siebenhofer "Luo Xing" (Wien - Steyr - Nanjing) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Unternehmenspolitik und Corporate Governance: Wie Organisationen sich selbst organisieren (Gebundene Ausgabe)
Die Wartezeit auf das Erscheinen des 2. Bandes der von Fredmund Malik auf 6 Baende angelegten Buchreihe: "Management: Komplexitaet meistern" war zwar etwas lange - da konnte auch das zwischenzeitlich erschienene Buch "Gefaehrliche Managementwoerter" nicht helfen. Nun ist der Band aber erschienen und es bleibt zu hoffen, dass die weiteren 4 Baende zuegig erscheinen moegen.Was Malik hier anbietet, ist eine umfassende Beschreibung und Einfuehrung in Management. In SYSTEMISCHES Management. Und gerade das ist die Staerke seines Ansatzes, denn er ist gepraegt von der Kybernetik und Systemtheorie eines Norbert Wiener, Frederic Vester, Stafford Beer. Sein Konzept greift aber auch zurueck auf Ansaetze von Rupert Riedl oder Karl Popper und wendet sich insbesondere gegen das so weit verbreitete "Lineare Denken" und schlaegt eine Bruecke zwischen der Management Theorie und der Bionik. Malik zeigt in dem Band ueber "Unternehmenspolitik und Corporate Governance" erneut, wie schaedlich und unzulaenglich der Shareholder Value Ansatz oder Stakeholder Value Ansatz fuer Unternehmen ist und stellt in seiner Managementtheorie den Kunden voll in den Mittelpunkt, da einzig und alleine der Kunde "Rechnungen bezahlt", wogegen die Interessen von Shareholdern oft kurzfristig und nicht am langfristigen Unternehmensziel ausgerichtet sind. Es geht in Maliks Ansatz um moeglichst effektive und effiziente aber vor allem auch EINFACHE Loesungen, um die Komplexitaet moderner Unternehmen zu meistern. Dabei greift er auch zurueck auf Fredic Vesters Sensistivitaetsanalyse und macht diese fuer die Unternehmenspolitik anwendbar. Maliks System ist an drei zentralen Fragen ausgerichtet: 1) Was soll das Unternehmen tun, 2) Wo soll das Unternehmen funktionieren und 3) Wie und womit das Unternehmen funktionieren soll. Auf diesen Fragen aufbauend wird ein "Blueprint" eines Unternehmenskonzepts, eines Umweltkonzepts und eines Fuehrungskonzepts entwickelt und vorgestellt. Gerade an der Corporate Governance zeigt Malik auf, dass es dabei um einen kybernetischen Ansatz geht, der auf moeglichst viel Selbstorganisation abzielt und nicht darauf, alles und jedes Detail zu "verregeln". Anhand von historischen Unternehmensfuehrern zeigt er auch, wie gerade erfolgreiche Unternehmer ihre Konzepte und Regeln moeglichst einfach gehalten haben und vor allem diese selbst entwickelt haben und diese Aufgabe nicht an Managementberater delegiert haben. Ich kann den Ansatz Maliks nur voll inhaltlich bestaetigen. Gerade diese systemische Denken im Management fehlt heute so oft und auch meine eigenen Experimente mit Frederic Vesters Sensitivitaetsanalyse im Rahmen eigener Managementpraxis und in Universitaetslehrveranstaltungen zeigen, wie wenig ausgepraegt (gerade unter Technikern) diese Denkweise ist. Hilfreich sind dabei auch die Verweise auf Maliks Webseite und die dort auffindbaren weiterfuehrenden Informationen und Hilfmittel. Spannend zu lesen sind auch Maliks Ausfuehrungen uber Leadership und Teams, besonders ueber die Teamarbeit in Top Management Teams und den Widerspruch zwischen Teamarbeit und dem CEO Prinzip. Malik stellt in dem Band neben seinem General Management Modell auch ein Standard Modell fuer wirksames Management vor. Mit der Einfuehrung seiner "Master Controls" erhebt er den Anspruch, ueber Balanced Scorecards hinauszugehen. Sehr zu empfehlen sind besonders die im Kapitel 9 des Buches kurz und praegnant gefassten "Heuristiken fuer Gewinner: Logik des Gelingens". Drei Dinge sind in diesem Buch von Malik nicht so positiv: erstens baut Malik viele seiner Argumentationen haufig als sogenannte "Selbstimmunisierende Theorien" im Sinne Karl Poppers auf und das ist ein wenig schade, denn das haette er eigentlich nicht noetig. Und zweitens, mit einigen von Maliks Ansichten ueber interkulturelles Management stimme ich absolut nicht ueberein. Gewiss, richtiges und gutes Management kann und muss ueberall funktionieren, aber daraus den Schluss zu ziehen, dass kulturelle Gegebeneheiten keine Rolle spielen, geht meiner Erfahrung nach entschieden zu weit. Letztlich drittens: Wenn Malik behauptet, sein Managementsystem sei das weltweit einzige umfassend beschriebene Managementsystem, dann halte ich das fuer ein wenig uebertrieben. Fast alle Elemente seines Managementsystems finden sich auch etwa in Systemen wie CMM, CMMI oder P-CMM, den Capability Maturity Models der Carnegie Mellon University, und diese sind heute ein quasi Industrie Standard. Aber auch diese drei Kritikpunkte aendern nichts daran, dass nach dem ersten Band der Reihe (Management: A und O des Handwerks) auch dieser zweite Band ein grosser Wurf fuer die Verbreiterung des Wissens ueber gutes und richtiges Managements ist. Es bleibt zu hoffen, dass Maliks Werk in mehr Unternehmen und besonders Vorstandsetagen Einzug haelt. Ich freue mich schon auf den naechsten Band. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ambivalent - teilweise klasse, teilweise daneben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Unternehmenspolitik und Corporate Governance: Wie Organisationen sich selbst organisieren (Gebundene Ausgabe)
Ich habe schon mehrere Bücher von Prof. Malik gelesen, und möchte - über alle Bücher hinweg - Folgendes feststellen:Die aus Unternehmenssicht handlungsrelevanten Managementempfehlungen finde ich klasse - gute Strukturierung, klare Sprache. Gerade als Basisliteratur, wenn es nicht zu kompliziert sein soll/darf, sicherlich geeignete Passagen. Wirklich nicht gut und teilweise schlicht falsch sind hingegen mitunter Maliks Ausflüge ins Globalgalaktische, Welterklärende sowie seine Kritiken an der (dummen) ökonomischen Theorie oder etwa auch am Neoliberalismus. Hier liest sich so einiges wie ein Zeitungs-Leserbrief eines Biologie-Studienrates, der aus seiner Sicht plausible Reformvorschläge zur Notenbankpolitik der EZB zum Besten gibt und darauf verweist, dass er ja schon immer wusste, dass mit dem Euro alles teurer werden würde. Hier beweist Herr Malik eben gerade nicht das große wirtschaftliche Verständnis, das aus seiner Sicht im Management zwingend erforderlich ist - teilweise wenigstens leicht arrogant vorgetragen. Was ich überhaupt nicht verstehen kann - auch bei diesem Buch -, ist, dass Herr Malik augenscheinlich ein großer Fan von Gunnar Heinsohn ist, der zwar mit spektakulären (im Übrigen teilweise abgekupferten) Theorien auf sich aufmerksam macht, nicht jedoch mit wissenschaftlicher Seriösität und einem nachgewiesenen sauberen statistischen Verständnis glänzt (siehe etwa die berechtigte Kritik an seinen Ausführungen zur "youth-bulge theory"). Wenn Herr Malik dann völlig zurecht darauf verweist, dass korrektes statistisches Denken im Management essentiell ist und ein professionelles Niveau geradezu vorgeschrieben werden müsste, um dann ein paar Zeilen weiter darauf zu verweisen, dass Gunnar Heinsohns "youth-bulge theory" leider viel zu wenig Beachtung findet, dann gehen bei mir die Lichter aus. Zusammenfassend meine ich: eigentlich schade, denn Herr Malik könnte wirklich gute Bücher schreiben, wenn er auf diese "Auswärtsspiele" verzichten würde. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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