Das lesenswerte, nicht eben preiswerte Buch könnte auch den Titel "Storymanagament" tragen. Denn die Bildung einer guten Unternehmenskultur erfolgt am effektivsten mit guten Geschichten. Was in der Werbung längst bekannt ist, will der Autor mit seinem Buch auch den Managern schmackhaft machen. Klugerweise beginnt er bei den Basics und erklärt gleich zu Beginn, was er unter Kultur versteht. Und weil Manager harte Fakten lieben und sich unter Zahlen mehr vorstellen können als unter Gleichnissen oder Metaphern, sind die folgenden Seiten den Studien gewidmet, die das Unsichtbare sichtbar gemacht haben. Wer also ohne Diagramme nicht auskommt, wird von Hans Rudolf Jost sanft in der abstrakten Welt abgeholt, um so den Weg zum Wesentlichen antreten zu können. Denn ab Seite 59 geht's um Geschichten, Helden und spannende Plots. Sie sind das Kernstück und lohnen auch die Anschaffung des Buches. Und weil der Autor ein Mann der Praxis ist, die Denkweisen in den Vorstandsetagen kennt und nicht missionieren möchte, zeigt er seinem Zielpublikum nach dem Ausflug in das Geheimnisvolle, wie die Wirksamkeit der weichen Faktoren gemessen werden kann. Beim Abschnitt über die Bremser von Veränderungen macht Jost richtigerweise darauf aufmerksam, dass eine Unternehmenskommunikation, die Menschen informiert statt ergreift, scheitern muss. Manager, die Josts Ideen und Konzepte umsetzen wollen, erhalten am Schluss des Buches zusätzlichen Argumentationsmaterial in Form von Fallstudien.Hans Rudolf Jost ist Realist genug, um die Veränderbarkeit menschlichen Verhaltens richtig einzuschätzen. Hartnäckige Bremser müssen kalt gestellt werden. So wie der Autor hoffe auch ich, dass der Markt den Veränderungswilligen Recht geben wird und guten Geschichten zum Durchbruch verhilft.