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Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46
 
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Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 [Gebundene Ausgabe]

Hermann Hesse
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 165 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (29. Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793178
  • ISBN-13: 978-3937793177
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 72.344 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein Schulmeister hat lieber zehn notorische Esel als ein Genie in seiner Klasse, und genau betrachtet hat er ja recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden, sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner. Wer aber mehr und Schwereres vom anderen leidet - der Lehrer vom Knaben oder umgekehrt - wer von beiden mehr Tyrann, mehr Quälgeist ist, und wer von beiden es ist, der dem anderen Teile seiner Seele und seines Lebens verdirbt und schändet, das kann man nicht untersuchen, ohne bitter zu werden

Über den Autor

Hermann Hesse, am 2. Juli 1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen geboren, starb am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
"Warum hatte er in den empfindlichsten und gefährlichsten Knabenjahren täglich bis in die Nacht hinein arbeiten müssen? Warum hatte man ihm seine Kaninchen weggenommen, ihn den Kameraden in der Lateinschule mit Absicht entfremdet, ihm Angeln und Bummelm verboten und ihm das hohle, gemeine Ideal eines schäbigen, aufreizenden Ehrgeizes eingeimpft? Warum hatte man ihm selbest nach dem Examen die wohlverdienten Ferien nicht gegönnt? Nun lag das überhetzte Rößlein am Weg und war nicht mehr zu brauchen" (Kapitel 5).

Hesses autobiographische Erzählung "Unterm Rad" beschreibt die tragische Geschichte des hochbegabten Jugendlichen Hans Giebenrath, der vom Ehrgeiz seines Vaters und des ganzen Dorfes auf einen Lebensweg gedrängt wird, den er nie gewollte hat und an dem er zerbricht.

Thema der 1903 erschienen Erzählung ist nicht in erster Linie eine Kritik am wilheminischen Schulsystem als vielmehr, wie schon in "Der Steppenwolf" und "Narziß und Goldmund", die Suche eines Menschen nach seinem persönlichen Lebesweg und den dabei auftretenden Schwierigkeiten. Im Gegensatz zu Harry Haller und Goldmund hatte Hans eigentlich nie eine Chance seinen persönlichen Weg zu gehen. Seine Begabung hatte diesen, nach Meinung seines Vaters, der Lehrer und des Pfarrers, von vornherein vorgegeben. So war in den Ferien statt Angeln und mit anderen Jungs in der Gegend herumziehen Hebräisch und Griechisch angesagt, damit aus dem Jungen mal was "Großes" werde. Als junger Mensch hat man keine Chance, sich gegen den Druck einer ganzen Gemeinde seine eigenen Wünsche entgegenzuhalten.

Fazit: Eindringliches Plädoyer für die individuelle Entscheidungsfreiheit eines jeden Menschen

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Das autobiografische Werk "Unterm Rad" ist der bedeutendste und meistgelesene deutsche Schulroman. 1906 erschienen, stellte er sich in den folgenden Jahren - mit einer Unterbrechung während des Dritten Reiches - als das provozierendste und folgenreichste Buch Hesses heraus.

Die Erzählung greift auf Hesses eigene Erlebnisse zwischen 1875 und 1897 zurück. Er erschuf für seine Geschichte zwei Figuren: die zentrale Gestalt des Hans Giebenrath (welcher Züge von Hesses Bruder Hans trägt, der sich Jahrzehnte nach der Veröffentlichung das Leben nahm) und die des genialischen, aufmüpfigen Freundes Hermann Heilner. Heilner bricht, wie Hesse selbst, aus dem streng gehaltenen Seminarverband aus und provoziert das Erziehungssystem, das er damit in Frage stellt.

Hermann Hesse klagt in seinem Roman das Schulsystem und die Erziehung von Kindern an, indem er seinen Protagonisten Hans Giebenrath am Druck, der durch sein Umfeld auf ihn ausgeübt wird, zugrunde gehen lässt. Und er wirft eine ganze Menge Fragen auf:

Welchen Stellenwert erhält das Nachdenken über sich selbst, das Eingeständnis eigener Schwächen? Wie stark sind die Zwänge der Gesellschaft im Menschen implantiert? Wo befindet sich im Schein das wahre Individuum, was entspringt dem innersten Selbst und ist nicht doch Frucht äußerer Erwartungen?

Das Buch macht uns heutige Deutsche mit einem bewegenden Schicksal bekannt, einem Schicksal, das sich durchaus wiederholen könnte: Steht nicht jede Mutter vor der Wahl, in welche Schule sie ihr Kind schickt? Staatliche oder Privatschule? Gesamt- oder Waldorfschule? Unterstützung von Autorität oder Förderung der Kreativität des "Zöglings"?

In jedem Fall ist "Unterm Rad" ein wundervolles Stück Literatur, das den Leser in eine Welt und eine Zeit entführt, die zwar vergangen ist, aber noch gar nicht so weit zurückliegt und man jederzeit Parallelen ziehen kann mit der Gegenwart.

Fazit:

"Unterm Rad" ist ein wunderbar unterhaltendes und scharfsinniges Werk, dass in Hesses typischer Manier mit der Norm, dem Mittelmaß und der Selbstkasteiung abrechnet, mit den zentralen Fragen: "Wer bin ich" und "Wo bin ich".

Besonders das Spannungsverhältnis zwischen Genie und Intelligenz ist ein immer aktuelles Thema, dessen poetische Behandlung in diesem Buch zu den Höhepunkten deutscher Literatur gehört.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
100 Jahre wurde Hesses Roman 2005 - und er wirkt noch immer erstaunlich frisch.
Er ist die (vielen als Schullektüre bekannte) Geschichte von Hans Giebenrath, der zum Stolz des gesamten süddeutschen Städtleins das "Landexamen" (=Aufnahmsprüfung in die Klosterschule Maulbronn) besteht. Und hier beginnt der Abstieg - bis zum bitteren Ende....
Hesses flammender Appell für Kreativität und Widerborstigkeit (gezeigt an der Figur von Hermann Heilner) und gegen (geistiges) Philistertum und trockene Buchgelehrsamkeit, wobei letztere von diversen Lehrern und Pfarrern in Form der Schule vertreten werden, hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren.
Alle wollen nur "sein Bestes", wenn sie Hans Giebenrath von all seinen Hobbys wegbringen (und damit von der Natur); eingetauscht werden dafür tote Sprachen und ein Internatsbetrieb. Dass das eine empfindsame Seele, die noch dazu keine Mutter (als Regulativ?) mehr hat und auch gesundheitlich angeschlagen ist, nicht aushält, verwundert nicht weiter.
Hesse hat in diesem kleinen Roman ganz wesentlich eigene biogafische Elemente einge- und verarbeitet. Ein "Werk der Befreiung" also, wenn man so will, geschrieben wenige Jahre nach den Leiden, die Hesse selbst zu ertragen hatte.
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Anbetungswürdiger Stoff von Herrn Hesse
Ich liebe dieses Buch! Alle anderen aus meiner Klasse sahen und sehen es immernoch als Zwang an ein Buch lesen zu müssen, doch ich liebe es Bücher zu lesen (was mir kein... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Bücher-Liebhaberin veröffentlicht
Gelungene Kritik am Schulsystem
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Veröffentlicht am 10. April 2006 von Gordian Ezazi
mitfühlende Story + versteckter Einblick in Hesses Leben
Der Roman 'Unterm Rad' von Hermann Hesse gibt einen Einblick in das repressive Schulsystem vor ca. 100 Jahren. Lesen Sie weiter...
Am 6. November 2005 veröffentlicht
Nur die Wirklichkeit hat recht
Diese Erzählung zeigt das Schicksal eines begabten Buben, dem der Ehrgeiz seines Vaters und der Lokalpatriotismus seiner Heimatstadt eine Rolle aufnötigen, die ihm nicht... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. September 2005 von Franz Waditzer
Hesse at it's best!
Unterm Rad, die Geschichte des Schülers Hans Giebenrath, der in der Tat im Laufe des Buches unter die Räder des wilhelminischen Schulsystems gerät. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. August 2005 von Birkenbach Björn
Beglückend
Ich kenne einfach keine Schriftsteller, der es mit einer derartig einfachen Sprache schafft, Figuren und Geschichten lebendig werden zu lassen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Juli 2005 von Udo Kaube
Exzellent!
Meine Hesse-Lektüre begann mit dem "Steppenwolf". Schon dort bewunderte ich die innige, melancholisch-melodische Sprache. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. April 2005 von Peter Seitz
Zeitlos
Hesses "Unterm Rad" ist gerade in PISA-Deutschland ein hoch aktuelles Buch. Beschreibt es doch ein Schulsystem, in welchem nicht der einzelne Schüler individuell... Lesen Sie weiter...
Am 26. März 2005 veröffentlicht
Toll
Wir haben das Buch im vergangenem Schuljahr in Deutsch gelesen und noch nie hat mich eine Schullektüre so fesseln können. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Oktober 2004 von Eva
Schule, so wie sie nicht sein sollte
Ein großes Lob an die Süddeutsche Zeitung für diese Reihe! 50 Bücher von renommierten Autoren in einer ansprechend gestalteten, gebundenen Ausgabe zum echten... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Juni 2004 von junior-soprano
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