.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert, in denen die Entdeckungsfahrten des James Cook, die Südpolarexpeditionen von Shackleton, Amundsen und Scott und der Mythos Kap Hoorn eindrucksvoll dokumentiert werden.
Cooks Entdeckungsfahrten in den Südpazifik werden von Wolfgang Ebert sehr spannend, sehr plastisch und mit viel Hintergrundinformationen erzählt.
Man erhält einen tiefen Einlick in die Geschichte und Kultur des vermeintlichen Südseeparadieses. Die Beschreibung der Schönheit der Inselwelt stehen der Fernsehdokumentation in nichts nach.
Immer wieder geht Ebert auch der Frage nach, was Menschen wie Cook dazu getrieben hat, Entbehrungen, Gefahren, Krankheit und Tod auf sich zu nehmen, um solche Entdeckungsreisen auf sich zu nehmen. Er berichtet dabei ohne Pathos und Übertreibung, aber dennoch immer kurzweilig.
Ebenso eindrucksvoll der zweite Teil von Georg Graffe. Sein Thema ist der Wettlauf zum Südpol: Das dramatische "Zu-Spät-kommen" Robert Falcon Scotts, der Triumph des Roald Amundsen und die Expeditionen des eher unbekannten Ernest "The Boss" Shakleton, der 8 Jahre zuvor nur 170 km vor dem Südpol aufgeben musste.
Den Abschluss des Buches bildet der kurze und eher schwach geschrieben Teil "Mythos Kap Hoorn" von Günther Klein. Die Faszination des Autors äussert sich hier nicht in sachlichen, zurückhaltenden Beschreibungen, sondern in kurzen, mit vielen Ausrufezeichen versehenen Schlaglichtern, die insgesamt ein wenig reisserisch wirken.
Den hervorragenden Gesamteindruck dieses Buches können sie aber nicht schmälern.
Wenn es überhaupt noch etwas zu bemängeln gibt, dann das etwas zu klein geratene Kartenwerk, das man aber leicht mit einem eigenen Atlas ergänzen kann.
Ich kann das Buch nur empfehlen.