Fontanes Sprache und detaillierte Schilderungen sind ohnehin ein Genuss. Vorgelesen lässt sich das besonders angenehm aufnehmen. Ernst Bloch nannte ihn einen "halben Detektivroman" - Theodor Fontanes "Unterm Birnbaum". Akribische Milieuschilderungen, eine detailgetreue Psychologie, der unentschiedene Kampf zwischen Aberglauben, Religion und Aufklärung sowie eben der spannende kriminalistische Handlungsablauf - das sind die Hauptelemente und literarischen Vorzüge des Buches. Nicht vergessen sollte werden, dass Fontane auch ein Kindheitstrauma, den von einem Ehepaar geplanten Raubmord, mit in diese Geschichte integriert hat. Trotz all der genannten Vorzüge ist die Geschichte von der Literaturkritik seiner Zeit mehr getadelt als gelobt worden. Man war der Gattung Kriminalroman gegenüber allgemein kritisch eingestellt. Unstrittig ist, dass das Buch kein Hauptwerk Fontanes ist - wenn es auch zu seinen bekanntesten Schriften gehört. Wie so viele seiner Erzählungen, so beruht auch "Unterm Birnbaum", die Geschichte vom verscharrten Soldaten auf einer wahren Begebenheit, die T.F. ca. 12 Jahre vorher auf einer Reise, die er zusammen mit seiner Schwester unternommen hatte. Zunächst erschien die Geschichte - wie üblich - in der "Gartenlaube" vom Herbst 1885. Es erfuhr zahlreiche Bearbeitungen für Film und Hörspiel und gehört zum klassischen Kanon der Schullektüre. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)